Pfarrverbandswallfahrt nach Tading und Erding

 
Der ganze Pfarrverband war heuer eingeladen zur Pfarrverbandswallfahrt nach Forstern-Tading und Erding am Sonntag, 21. September 2014

Nachdem der Bus die 44 Wallfahrer aus Pellheim, Prittlbach, St. Jakob, Mariä Himmelfahrt und Mitterndorf "in aller Herrgottsfrühe" eingesammelt hatte, steuerte er Tading an, wo um 9 Uhr der Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt begann. Weil der dortige Kirchenpfleger die Kirchenführung nach der Messe wegen Krankheit nicht selber gestalten konnte, las seine Tochter die kunsthistorischen Erläuterungen vor. Anschließend zogen die Pilger singend und betend zu Fuß über vier "stationes" ("Unterwegsstationen") ins Nachbardorf Reithofen. Von dort brachte der Bus die Gruppe nach Erding. Nach dem Mittagessen und einer ausgiebigen Mittagspause konnte man der Stadtführung folgen, die allerdings zum Teil wegen des Regens unter einem schützenden Vordach stattfinden musste. Die Andacht zum Abschluss fand in der Wallfahrtskirche Heilig Blut, der ehemaligen Klosterkirche der Paulinerpatres, statt. Pastoralassistentin i.Vorb. Agnes Huber gestaltete die Feier mit einem Psalmtext und unter aktiver Mitwirkung einzelner Teilnehmer modern und sehr eindrucksvoll.
 
Nach dem windigen, wolken- und regenreichen Tag stiegen die Wallfahrer gegen 19.30 Uhr gern wieder in Dachau aus dem Simperlbus aus.

Das beeindruckende, für den „Erdinger Barock“ repräsentative Gotteshaus Mariä Himmelfahrt Tading ist ein Saalbau mit einem eingezogenen, halbrunden Chorabschluss und einem Turm mit aufgesetztem Spindelhelm (Beide Fotos: Kathrin Fritsch, Tading). Es wurde von 1714 bis 1717 vom Erdinger Maurermeister Anton Kogler errichtet und 1719 geweiht. Der Kistler Johann Eckhart und der Bildhauer Josef Senes, beide ebenfalls aus Erding, fertigten den prunkvollen Hochaltar. Ziel der Verehrung ist die „Muttergottes von Tading“, das spätgotische, wohl bereits um 1500 entstandene „Gnadenbild“ mitten im Hochaltar: Es zeigt die auf einer goldenen, von Schlangen umwundenen Weltkugel stehende, bekrönte Maria mit dem Jesuskind auf ihrem rechten Arm. Ein Deckengemälde des Münchner Hofmalers Johann Martin Heigl aus dem Jahr 1765 veranschaulicht die Aufnahme Mariens in die himmlische Herrlichkeit und weitere Szenen aus dem Leben der Gottesmutter Maria (Verkündigung, Heimsuchung, Darbringung im Tempel).

Aus welchem Anlass, nach welchem Wundergeschehen etwa, die Wallfahrt nach Tading im 17. Jahrhundert einsetzte, ist heute nicht mehr bekannt.
 
 
 
 Die Fußwallfahrt auf Reithofen zu mit vier "stationes" ("Unterwegsstationen")
Das gemeinsame Mittagessen in Erding
Die Stadtführung in Erding

Fotos: Monika Gasteiger