Chorkonzert 2014

am Sonntag, 26. Oktober um 17:00 Uhr

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart:

Missa brevis in d-Moll

Igor Strawinsky:

Pater noster und Ave Maria

Anton Bruckner:

Requiem in d-Moll



Kirchenmusiker Christian Baumgartner stellte in diesem Konzert bewusst den Kirchenchor von St. Jakob in den Mittelpunkt. Mit der „Missa brevis in d“ KV 65 von Wolfgang Amadeus Mozart und dem „Requiem in d-Moll“ von Anton Bruckner hatte er Werke ausgewählt, in denen der Chor die Hauptpartien zu singen hat.

Foto: Gabriele Hörnig

Als Solisten hatte er Anna-Maria Bogner, Sopran, Barbara Zell, Alt, Joachim Schwarz, Tenor, und Minari Urano, Bass, gewonnen, und sie gestalteten ihren Part vorzüglich. Begleitet wurden der Chor und die Solisten vom Orchester St. Jakob.

Baumgartner folgte mit der Aufführung der beiden Hauptwerke und den Gebeten „Pater noster“ und „Ave Maria“ für Chor a cappella von Igor Strawinsky bewusst nicht dem Mainstream der gängigen Kirchenmusikszene. Denn die „Missa brevis“ und die Totenmesse sind selten zu hören. Zudem sind Baumgartners musikalische Leidenschaft u.a. die Werke von Anton Bruckner und W.A. Mozart. Ein weiteres Kriterium war für ihn, dass die beiden Werke, die in derselben Tonart d-Moll notiert sind, gut zusammen harmonieren und in der Stimmung auf die kommenden Feiertage mit dem Gedenken an die Toten hinführen. Mozart schrieb sein Werk als Dreizehnjähriger für die Fastenzeit. Bruckner war 25 Jahre alt, als er nach dem plötzlichen Tod seines von ihm hoch verehrten Förderers Franz Sailer das Requiem als Erstlingswerk d.h. mit Partitur für Orchester, Chor und Solisten verfasste.

Beide Kompositionen sind Meisterwerke und diese fordern einen Laienchor heraus. Mozarts Messe für die Fastenzeit ist extrem verdichtet. Die einzelnen Passagen mit schnellen Tempowechseln und die kurzen Sequenzen für die vier Solisten erforderten konzentrierte Aufmerksamkeit. Baumgartner legte großen Wert auf leichtes, beschwingtes Singen und das musste in vielen Proben intensiv geübt werden. Für das breit angelegte spätromantische Requiem brauchte es eine gegensätzliche Einstellung und Einstimmung. Als Beispiele seien genannt: Ruhe für das mehrmals gesungene„Requiem aeternam“, forsches Fortissimo für das dramatische „Dies irae“, Innigkeit für den vierstimmigen Männerchor „Hostias et preces“ und ein hoffnungsfrohes überzeugendes „Unisono“ in der Schlusssequenz „Cum sanctis tuis“. Besonders anspruchsvoll zu singen war die große Fuge „Quam olim Abrahae“ mit ihren grandiosen Melodiebögen. Da hieß es, den Atem einzuteilen und die Atemzäsuren einzuhalten, die der Chorleiter angegeben hatte.
Vor der Aufführung begrüßte Baumgartner die zahlreichen Zuhörer im Namen der Pfarrei St. Jakob. Dabei tat er kund, dass er das Konzert seinem Vorgänger Karl-Paul Grimm widmet, der vor sechs Jahren am 26. Oktober verstorben ist. Er bat, dies am Ende des Programms mit Stille zu gedenken. So konnte jeder Zuhörer über die Aussage am Schluss des Requiems nachdenken: „Wir glauben, dass du, Jesus, am Ende unseres Lebens mild über uns richtest“.
Es gab langen, dankbaren Beifall.

Ursula Koch