Stationenweg des Erinnerns 70 Jahre nach dem Todesmarsch aus dem Dachauer KZ

 
Am 26. April 2015, 70 Jahre nach dem Todesmarsch aus dem KZ Dachau, luden die Seelsorger der KZ-Gedenkstätte zu einem Stationenweg des Erinnerns ein. Die Veranstaltung begann in der Versöhnungskirche auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers.

Als 1945 die US-Armee vorrückte und die Befreiung des KZ nahte, brachte die SS am 26. April etwa 9000 Häftlinge auf den Weg in Richtung Alpen. Mehr als 1000 Häftlinge starben dabei.

Bei der Veranstaltung sprachen neben Pfarrer Dr. Björn Mensing vor allem die Zeitzeugen Dr. h.c. Max Mannheimer, der vor 70 Jahren selbst aus einem Dachauer Außenlager Richtung Süden abtransportiert wurde, und Diakon Fritz Koeniger, der mit seiner Familie unmittelbar neben dem KZ wohnte und mit 10 Jahren Augenzeuge von Endphase-Verbrechen der Nazis wurde. Eine Schülerin verlas den Bericht der Tante von SKH Franz Herzog von Bayern, der als „Sippenhäftling“ mit 11 Jahren im Zug aus dem KZ Dachau abtransportiert worden war.

Die bewegende Gedenkfeier, in der für die Opfer Kerzen angezündet wurden, endete nach den Augenzeugenberichten mit dem gemeinsam gesungenen hebräischen Lied „Shalom chaverim“. Der Stationenweg folgte den ersten Kilometern des Todesmarsches durch Dachau und Karlsfeld. Der Weg führte zunächst durch die Todesangst-Christi-Kapelle und über die Lagerstraße zum Internationalen Mahnmal des Künstlers Nandor Glid.

Beim Verlassen des früheren Appellplatzes durch das Jourhaus fiel noch auf, dass die im November 2014 gestohlene Eisentür mit der zynischen Aufschrift "Arbeit macht frei" fehlte. Anlässlich der zentralen Gedenkfeiern wurde die Tür am 29.04.2015 durch eine originalgetreue Nachbildung ersetzt: "Die ehemaligen Häftlinge wollen, dass das zentrale Symbol ihres Leids, Aufschrift und Tür, für die Besucher sichtbar ist", erklärte Karl Freller MdL für die Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Am von Hubertus von Pilgrim gestalteten Mahnmal an der Theodor-Heuss-Straße machte der Zug zum ersten Mal halt.
▼  Erste Station der Gedenkfeier in der Versöhnungskirche 
▲ Pfarrer Dr. Björn Mensing                                                  Diakon Fritz Koeniger ▲
▲ Dr.h.c. Charlotte Knobloch                                              Dr.h.c. Max Mannheimer ▲
▼ Zweite Station der Gedenkfeier an der Theodor-Heuss-Straße
▲ Björn Mensing und Karl Rom*   (* "Vereinigung der Überlebenden der Außenlager Landsberg/Kaufering des KZ Dachau")
D.R.