Brauchtumspflege mit Siegi Bradl

Unsere traditionsverwurzelten Besucher hatten an diesem Nachmittag Siegi Bradl zu Gast, der sich dem Bewahren von Bräuchen verschrieben hat.
Aus Altomünster kam er und stimmte gemütlich seinen Exkurs mit dem Lied "Schee langsam fang ma o" an.
Mit seiner Gitarre hatte er auch später immer wieder ein passendes Lied zum jeweiligen Thema parat.

So erzählte er, wie man früher mit dem Ross als Großbauer oder mit dem Ochs als schlichter Bauer oder die Kleinhäusler mit der Goaß unterwegs waren, je mit den Fuhrmannsrufen wie z.B. "eha"(halt) oder "hüa" (weiter). Dazu erschallte das altbekannte Stück: "Aber I schrei hi, aber I schrei ho, ja I schrei allerwei....". Er machte auf wichtige religiöse Daten im Septemer/Oktober aufmerksam. (Maria Geburt 8.9./Maria Namen 12.9./Maria de Lordes 15.9.), berichtete vom Schulanfang frühers, vom Almabtrieb, vom Viehscheid, vom Kopfschmuck mit dem Lied "Fahrn ma hoam von der Alm", vom Altweibersommer mit "Das Wandern ist des Müllers Lust".

Auch die Ernte- die "Arntzeit" war Thema, sowie der Dank in der Kirche am ersten Oktobersonntag. Das Kreuzzeichen auf dem Brotlaib als Zeichen des Beschenktwerdens. Er ging auf die Kirchweih "Kirta" am dritten Oktobersonntag ein, der früher wesentlich länger dauerte: "A richtiger Kirta dauert zum Mirda (Dienstag) ". Die früheren Bezeichnungen der Wochentage riefen bei den Besuchern ebenso nostalgische Erinnerungen wach, wie der ganze Nachmittag in schöner Erinnerung für die Teilnehmer wohl bleiben wird.
(Text: Ludwig Fuß/Fotos: Monika Wechslberger)