...ins Land der Franken fahren

25.-27. September 2015


Eine Busfahrt in das schöne Frankenland gefällt dem Kirchenchor von St. Jakob immer wieder. Für den fünften dreitägigen Ausflug im September hatte Organisator Günther Koch wieder Sehenswürdigkeiten erkundet, die den meisten Mitreisenden unbekannt waren.
Schon die Kaffeepause in Feuchtwangen bot kulinarische Genüsse. Das stilvoll eingerichtete Café am Kreuzgang des ehemaligen Klosters kredenzt köstliche Kuchen und feine Pralinen, alle Kreationen der Tochter des Hauses. Diese hatte 2009 als einzige aus Europa den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft der Chocolatiers errungen.
Übernachtet wurde in Iphofen, einem reizvollen Städtchen mit alten Fachwerkhäusern. Das stattliche barocke Rathaus am breiten Marktplatz, die prächtig ausgestattete gotische Kirche St. Veit, das architektonisch interessante Gemeindezentrum und die moderne Vinothek prägen den Ort. Iphofen liegt am Rande des Steigerwalds. An den Hängen gedeihen die Reben für berühmte Weine, die zu den hervorragenden fränkischen Gerichten munden.

Stadtpfarrkirche St. Veit in Iphofen Rödelseer Tor

Einen fundierten Einblick in die wechselvolle Geschichte der Stadt gab Gymnasiallehrer Dr. Josef Endres bei einem zweistündigen Rundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, vor allem zur Stadtmauer mit dem bekannten Rödelseer Tor.
In der Umgebung haben sich außergewöhnliche Denkmäler erhalten. Als Zuflucht während der Religionskriege in der Zeit der Reformation baute sich die Bevölkerung um ihre (vielerorts evangelische) Kirche eine dicke Mauer. Im inneren Ring befinden sich kleine Räume für die Menschen und das Vieh. Dort lagerten Vorräte, vor allem Getreide. Zwei solcher eindrucksvollen Kirchenburgen konnte man anschauen, mit Führung in Mönchsondheim und Hüttenheim.

 Kirchenburg Mönchsondheim

Am Sonntag wurde Kirchweih gefeiert. Nach dem festlichen Gottesdienst, in dem die Franken kräftig sangen, fand man sich bei herrlichem Wetter auf dem Marktplatz ein. Bei einem Gläschen „Freiwein“ und einer fränkischen Bratwurst lauschten die vielen Zuhörer der Bergmanns-Blaskapelle des großen örtlichen Arbeitgebers.

Anschließend zeigte Herr Walter Poganietz in seiner Heimatstadt Kitzingen das entzückende Konditoreimuseum im Fachwerkhaus seiner Eltern. Der Kulturpreisträger der Stadt war extra aus Dachau angereist, um über Kitzingen und das von ihm eingerichtete, in Deutschland einzigartige Museum zu erzählen. Über zwei Stockwerke sind in Vitrinen fantasievolle Kunstwerke aus Zucker und allerlei Modeln für Naschwerk ausgestellt.

Zum besinnlichen Abschluss der Frankenfahrt spielte der zweite Kulturpreisträger, Kirchenmusiker Christian Stegmann, auf der imposanten Vleugels-Orgel in der Kirche St. Johannes. Als Motiv für seine Improvisation wählte er das Kirchenlied „Ein Haus voll Glorie schauet“. Der Chor bedankte sich mit zwei Kanons.

Kitzingen Stadtpfarrkirche St. Johannes

Gut gelaunt ging es nach Hause. Solch eine Fahrt stärkt die Gemeinschaft, und wohl auch deshalb gab es als Dank sofort den Wunsch nach einer weiteren Frankenfahrt.

Ursula Koch