Fairer Handel-Wem hilft er?

Dr. Markus Raschke am 6. April 2016





„Fairer Handel ist die größte kontinuierliche entwicklungspolitische Bewegung in Deutschland“ (Raschke). FAIR gehandelte Produkte werden in Deutschland von der GEPA The FAIR Trade Company vertrieben. 100.000 Ehrenamtliche arbeiten in 800 Weltläden. Dr. Markus Raschke, der Leiter des FAIR-Handelshauses in Amperpettenbach, stellte dessen Geschäftsmodell vor.

Was ist die GEPA?
GEPA ist die Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH.

Welche Organisationen sind in der GEPA vertreten?
1975 wurde die Aktion Dritte Welt Handel e.V. (A3WH) gegründet. Die Träger sind zu 100% kirchlich:
Die Katholische Kirche mit Misereor und Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ),  die Evangelische Kirche mit Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) und Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej).

GEPA vertreibt die Waren des zweitgrößten deutschen Importeurs.
Das ist: EL PUENTE Partnerschaftlicher Welthandel.
Dieser importiert fair erzeugte Lebensmittel und fair gefertigte handwerkliche Produkte.
 
Was ist fairer Handel?
„Fairer Handel heißt für uns, dass wir unsere Kinder zur Schule schicken können“. (Sunita, Schatzmeisterin der Gruppe Taja 16). Durch Verkauf von Produkten zu wirtschaftlich vorteilhaften und sozial vorbildlichen Konditionen wird Entwicklung vor Ort gefördert. Im Handel werden gerechte und stabile Preise bezahlt und langfristige, verlässliche Handelsbeziehungen garantiert. Durch einen Preisaufschlag können Schulen, Verkehrswege und Busse finanziert werden. Denn nur gute Bildung führt aus der Armut. Der Faire Handel berät bei der Produktion und Vermarktung. Auf Wunsch kann er teilweise vorfinanzieren. Fairer Handel achtet auf Menschenwürde und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Er achtet auf gleiche Behandlung der Arbeitnehmer. Er dringt auf Einhaltung von Kinderrechten. Er verbessert ständig Arbeitsbedingungen und Arbeitsverträge. Er unterstützt aktiv Selbstorganisationen. Mit diesen sozialen Mindeststandards wird menschliche Freiheit ausgeweitet, und die Menschen entwickeln sich sozial, ökonomisch und politisch weiter.

Ist Fairer Handel Fluchtpräventions-Politik?
Menschen fliehen nicht,
• wenn sie Chancen und Arbeitsplätze vor Ort haben,
• wenn der Klimawandel bewältigt und natürliche Lebensgrundlagen geschützt werden,
• wenn die Güter der Erde gerecht verteilt werden und weltweit Chancengleichheit herrscht.
Denn das sind Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben.

Woran erkennt man fair gehandelte Produkte?

Fair gehandelte Produkte tragen diese Siegel:



Am Ende seines Vortrags erkundigte sich der Referent bei den Zuhörern, wer denn schon den neuen FAIR Weltladen in der Dachauer Altstadt aufgesucht habe. Viele waren es noch nicht, und deshalb warb er intensiv darum, doch Kaffee und Kakao dort einzukaufen. Denn die Supermärkte und Discounter führten zwar auch fair gehandelte Waren, aber die dort erzielten Gewinne blieben bei den Konzernen.



Eine Besucherin meinte, der Standort in der Altstadt sei für viele Senioren nicht geeignet. Aber Dr. Raschke erklärte, dass eine günstige Ladenmiete zu beachten war. Außerdem hoffen die 25 ehrenamtlichen Verkäufer dort auf Kunden unter den Passanten, die den Wochenmarkt besuchen.

Ursula Koch