Fronleichnam

 
Bei strahlendem Sonnenschein feierte die Pfarrgemeinde von St. Jakob das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Fronleichnam wird immer am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest und am 60. Tag nach dem Ostersonntag begangen. Nach dem festlichen Gottesdienst vor dem Pfarrheim bewegte sich die Prozession betend und singend durch die Straßen der Altstadt, vorbei an geschmückten Häusern und begleitet von einer größeren Anzahl von Erstkommunionkindern, historischen Fahnen, der edlen Silberbüste des Hl. Jakobus sowie der blumengeschmückten Etzenhauser Madonna. 

An den vier liebevoll gezierten Stationsaltären wurde ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen erteilt. Mit dem feierlichen Te Deum ergänzt vom erhabenen Klang aller Glocken endete unter dem Kirchturm von St. Jakob eine sehr intensive und wohltuende „Glaubensdemonstration“. Das Hinausgehen, auf den Straßen beten, den Segen Gottes über die Gemeinschaft erbitten, das sind heilende Wege, ein Zeugnis des Glaubens an Gott in unserer Mitte und ein Ausdruck der Zuversicht auf die begleitende Liebe Gottes in der Gemeinde.

 
 
 
 
Gedanken zu Fronleichnam
Heute feiern wir Katholiken das Fronleichnamsfest. Das Wetter erlaubt große, prächtige Prozessionen. Das Brauchtum entfaltet sich zu voller Blüte. Ist Fronleichnam aber auch ein lebendiges Fest? Oder ist es in der Tradition erstarrt?
 
Wir werfen täglich viele Tonnen Lebensmittel weg – und heiligen ein Stück Brot.
Wir erleben Hunger in der Welt und auch bei uns – und erheben ein Stück Brot in der Goldmonstranz.
Wir erkennen den Hunger der Menschen nach Frieden, Freiheit und Sicherheit – und beschränken den Blick auf ein kleines Stück Brot. 
Das alles macht sichtbar, wie kostbar dieses Brot ist. Es ist mehr als nur Brot. Es ist Jesus Christus, den wir tragen und zu den Menschen bringen. Wir zeigen unseren Glauben an diesen Freund der Armen, Verstoßenen, Hungernden, Verfolgten, Fliehenden.
Und morgen? Debatten um Flüchtlingsquoten, Hartz 4, Besitzstandswahrung… Wie zeigt sich darin der Glaube an Gott, der menschenfreundlich und barmherzig ist?
Text und Bilder: Wolfgang Müller