Die Fronleichnamsprozession 2016 mit der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt




Das Vierte Laterankonzil hatte 1215 die Lehre zum Dogma erhoben,
dass in der heiligen Messe die eucharistischen Gestalten Brot und Wein
durch die Wandlung wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden
und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt.
 

Urban, Bischof, Knecht der Knechte Gottes, an Unsere Ehrwürdigen Brüder, die Patriarchen, Erzbischöfe und andere Prälaten der Kirche.

[…] Wirklich haben wir ehemals, als wir noch mit einer geringeren Würde bekleidet waren, vernommen, dass es einigen Katholiken göttlicher Weise geoffenbart worden, dass das Fronleichnamsfest allgemein in der ganzen Kirche gefeiert werden sollte.

Wir haben es daher, um den wahren Glauben zu stärken und zu erhöhen, für recht und billig gehalten, zu verordnen, dass außer dem täglichen Andenken, das die Kirche diesem heiligen Sakrament bezeigt, alle Jahre auf einen gewissen Tag noch ein besonderes Fest, nämlich auf den fünften Wochentag nach der Pfingstoktav, gefeiert werde, an welchem Tag das fromme Volk sich beeifern wird, in großer Menge in unsere Kirchen zu eilen, wo von den Geistlichen und Laien voll heiliger Freude Lobgesänge erschallen. An diesem heiligen Tage sollen aus dem Herzen der Gläubigen, aus ihrem Mund und von ihren Lippen Freudenhymnen ertönen. An diesem denkwürdigen Tage soll der Glaube triumphieren, die Hoffnung sich erheben, die Barmherzigkeit glänzen, die Frömmigkeit frohlocken, unsere Tempel von Freudengesängen widerhallen und die reinen Seelen vor Freude erzittern. […]

11. August 1264, Papst Urban IV.
 
 
Der Brauch der Fronleichnamsprozessionen reicht fast bis in die Entstehungszeit des Hochfestes des Leibes und Blutes Christi zurück. Schon im 13. Jahrhundert wurde es üblich, unter freiem Himmel vier Altäre in den vier Himmelsrichtungen aufzubauen, nämlich als Sinnbild für die vier Evangelisten: Johannes, Lukas, Markus und Matthäus. Der Priester oder Diakon liest an jedem Altar einen Abschnitt aus einem der Evangelien. Für die Organisation der Prozession und den Aufbau der Altäre wurden in der Folge zunächst die Handwerkszünfte und Kaufmannsgilden zuständig. Die prächtigen Altäre waren meist im Besitz vermögender Familien, die sie jedes Jahr aufwendig schmückten. Weit verbreitet ist bis heute das Brauchtum, Wege und Straßen an Fronleichnam in ein üppiges Blütenmeer zu verwandeln.
 
 
  Die Fotos verdanken wir Frau Mechthild Kopf.