Sommerausflug

Zwei renovierte Kirchen- zwei neu belebte Wirtshäuser im Dachauer Hinterland


Auch dieses Jahr fuhren die Dachauer Senioren von St. Jakob mit dem „Simperl-Bus“ wieder ins Hinterland. Das Ausflugsprogramm wird immer sehr gut angenommen, weil die Fahrstrecken und Gehwege kurz sind. So können auch ältere oder gehbehinderte Senioren teilnehmen. Außerdem interessieren sich die Mitfahrenden für Kirchen und kleine Schlösser, die sie sonst nie sehen würden. Und dieses Mal war man auch neugierig auf zwei Gasthäuser, die mit viel Liebe und Sachverstand wieder hergestellt wurden.

 
 St. Gabinus Unterweikertshofen

Anton Jais, Vorsitzender des Dachauer Forums, erklärte mit großem Engagement das wunderschön renovierte Kirchlein St. Gabinus in Unterweikertshofen. Der Kirchenpatron St. Gabinus, Märtyrer in der Zeit der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian, wird selten dargestellt. In dem Kirchlein finden sich weitere besondere Darstellungen, wie Maria mit ihren Eltern Joachim und Anna, die Diözesanheiligen Korbinian und Benno und an der Empore die Gewitterheiligen St. Paul und St. Johann. Herrn Jais merkte man die Freude an, dass er das ehemalige Wallfahrtskirchlein zeigen konnte, und er plädierte für eine offene Kirche: „Schlimmer als gestohlene Engel sind verschlossene Kirchen“.

   
 Wirtshaus am Erdweg  Historisches Gebälk im Dachstuhl

Das Mittagessen im „Wirtshaus am Erdweg“ war von der Wirtin Frau Karin Ekl mit frischen regionalen Produkten gekocht worden und mundete allen. Das wunderbar renovierte Haus im gotischen Stil beeindruckte mit seiner stilvoll bemalter Fassade und den geschmackvoll eingerichteten Gasträumen. Im Dachgeschoss bewunderten alle das mächtige Gebälk, das zum großen Teil bereits 600 Jahre alt ist. Dieser imposante Raum eignet sich für Feste und Kulturveranstaltungen.

   
 Wallfahrtskirche Ainhofen  Gnadenbild Maria lactans

Über Indersdorf ging die Fahrt nach Ainhofen. In der dortigen Wallfahrtskirche „Zu unserer lieben Frau“ wird eine berühmte und bedeutende Marienskulptur verehrt. Es ist eine romanische „Maria lactans“, eine milchnährende Marienfigur aus Lindenholz, die dem Augustinerchorherrenstift Indersdorf gestiftet wurde. Nach gründlicher Untersuchung kann ihre Entstehung zwischen 1126 und 1156 datiert werden. 2015 wurde der Kirchenbau sorgsam renoviert und erstrahlt nun in barocker Pracht. Die Kirchenführerin Frau Schwibach erklärte die wechselvolle Geschichte des Marienbildnisses. In der Barockzeit wollte man die nackte Brust von Maria nicht mehr anschauen, und deshalb bekam die Skulptur eine barocke Bekleidung, Krone und Zepter und zu ihren Füßen eine Mondsichel. Die Figur hatte nun eine andere ikonographische Bedeutung. In dieser Form steht sie nach der Kirchenrenovierung wieder über dem Hochaltar. Von der Urform gibt es allerdings eine Kopie, die im Eingangsbereich der Kirche aufgestellt ist. Frau Schwibach berichtete aber, dass nicht alle Gemeindemitglieder mit dieser Lösung einverstanden seien. Ebenso strittig war die Aufstellung eines Volksaltares. Die Entscheidung dafür sei knapp ausgefallen, meinte die Kirchenführerin. Die Altarweihe am 16. Mai 2015 vollzog Reinhard Kardinal Marx, und diese Feier sei der absolute Höhepunkt im Gemeindeleben von Ainhofen seit vielen Jahren gewesen. Nach der fundierten Kirchenführung von Frau Schwibach sammelten sich die dankbaren Zuhörer zu einer kleinen Andacht.

   

Anschließend ging es nach Tandern. Das Gasthaus „Schloss Tandern“ wurde geschmackvoll renoviert und ist seit Oktober 2015 wieder eröffnet. Im einladenden Gastraum waren die Tische schon gedeckt, die Kaffeekannen standen bereit, und der Wirt ging mit dem Teller voll köstlicher Kuchenstücke von Tisch zu Tisch. Und so war auch die Kaffeestunde rundum gelungen.

 
 Ausflugsteilnehmer im Schlosshof Tandern

Tandern hat auch ein kleines Schloss, und zum Abschluss konnten die Ausflügler den lauschigen Innenhof besichtigen, in dem in diesem Jahr sehr gut besuchte Konzerte stattfanden.
Gut gelaunt ging es dann nach Hause, und der Ausflug hat allen gefallen.

Günther Koch