Barrierefreiheit - ein Menschenrecht

Wie kann ich meine Wohnung für das Alter fit machen?

Sozialverband VdK Dachau am 7. Juni 2017

Mit der Kampagne „Weg mit den Barrieren“ macht sich der größte Sozialverband Deutschlands gegenwärtig für eine barrierefreie Gesellschaft stark. Er ist 1946 nach dem 2.Weltkrieg gegründet worden und kümmerte sich damals vor allem um traumatisierte Kriegsheimkehrer.

Herr Anton Assmann, Vorsitzender des VdK Kreisverbandes Dachau, informierte die Zuhörer zunächst über die UN-Behindertenrechtskonvention. 2009 hat die Bundesrepublik Deutschland diese unterzeichnet und sich verpflichtet, geeignete Maßnahmen für eine barrierefreie Gesellschaft zu treffen. Dies heißt, dass z.B. Wohnungen, öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel für alle Menschen zugänglich sind. Das bedeutet auch Barrierefreiheit für Straßen, Plätze, Grünflächen und Fußgängerzonen. Krankenhäuser und Arztpraxen müssen ebenso barrierefrei sein. Dies sei dringend notwendig, weil in unserem Land 7,5 Millionen Menschen schwerbehindert sind. Weitere 17 Millionen Erwachsene seien dauerhaft im Alltag eingeschränkt. Barrierefreiheit sei für alle komfortabel, für jeden Dritten notwendig und für jeden Zehnten unentbehrlich. Bei diesen Aussagen wurde allseits das Kopfsteinpflaster in der Dachauer Altstadt bemängelt. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sei das ein großes Problem.
Als größte Behindertenorganisation hat der VdK-Kreisverband vom Landratsamt die Aufgabe der Wohnberatung im Landkreis übernommen

Anton Assman Michaela Heyne, Gerhard Dirlenbach, Anton Assman, Ursula Koch

Herr Gerhard Dirlenbach berät als ehrenamtlicher Fachmann solche Personen, die so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben möchten. Sein Thema war: „Wie kann ich meine Wohnung für das Alter fit machen?“ Er nannte folgende Möglichkeiten der Wohnungsanpassung, die im Alter, nach einem Unfall oder wegen einer Behinderung notwendig werden:

Wohnungsanpassung kann sein:
• Kleine Veränderungen in der Wohnung, z.B. Möbel umstellen, Gefahrenquellen beseitigen, Haltegriffe anbringen, Handläufe im Treppenhaus montieren
• Einbau von Technologien und Assistenzsystemen, z.B. automatische Herdsicherung oder Lichtsignale für Telefon und Notruf
• Einsatz von Hilfsmitteln
• Durchführung von Baumaßnahmen, z.B. barrierefreier Badumbau oder Installation eines Treppenlifts

Herr Dirlenbach hatte einige kostengünstige Tipps. Er erklärte, wie man mit Zubehör aus dem Baumarkt selbst ein Bett erhöhen, eine Türschwelle beseitigen oder eine Außentreppe verkleiden kann.
Er wies darauf hin, dass es finanzielle Fördermöglichkeiten bei Umbaumaßnahmen gäbe. Auch darüber könne man sich beim Sozialverband VdK informieren.

Die beiden Referenten und die hauptamtliche, zertifizierte Wohnberaterin Frau Michaela Heyne legten umfangreiches Informationsmaterial zum Mitnehmen aus. Sie ermunterten die Zuhörer, bei Bedarf die kostenlose Beratung in der Brucker Straße 47 in Dachau in Anspruch zu nehmen.

Ursula Koch