Unglaublich-Wunder in der Bibel

Pastoralreferent Michael Raz am 7. März 2018

Gleich zu Anfang konfrontierte der Referent die Besucher mit dem spektakulärsten Wunder. Er hatte Flyer ausgeteilt mit dem Titel: „Jesus speist 5000.“ So könnte die Überschrift eines Massenblattes unserer Zeit heißen, meinte Michael Raz. Und die Frage wird gestellt: „Jesus, Wunderheiler, Verrückter oder Herr der Schöpfung?“ Der Referent gab offen seine Meinung zu dem Thema „Wunder“ kund: „Wunder sind Glaubenssache. Überzeugen kann man Ungläubige nicht.“


Dann definierte er den Begriff Wunder als ein Ereignis, das nicht erklärbar ist. Dieses widerspricht der Vernunft, verursacht Verwunderung und Staunen. Sensationelles wird ebenfalls als ein Wunder gesehen. Die Griechen bezeichneten Unerklärliches in der Natur als paradox. Außergewöhnliche Bauwerke galten in der Antike als Weltwunder, davon sind sieben bekannt.Wunder können auf einem Zufall beruhen. Wunder erfahren Menschen, die sich voller Glauben auf eine Wallfahrt begeben und geheilt nach Hause kommen. Kinder vertrauen dem Erwachsenen und glauben, dass er sie wieder heil macht.

Für Christen ist Gott der Mittelpunkt ihres Glaubens. Das drückt der wunderbare Psalm 23 aus:

„Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen, er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.“

Die Erzählungen im Alten und Neuen Testament sind nicht historisch zu werten, sie sind Heilserzählungen. Sie laden zum Glauben ein. Im Alten Testament erfährt der Leser oder der Hörer, dass Gott beim Auszug der Israeliten aus Ägypten auf Seiten seines Volkes ist. Zu seiner Rettung kommt es zu realistischen Naturereignissen: Manna fällt vom Himmel (Nahrung einer Pflanze), oder Wasser fließt aus einem Stein (Quelle). Dies sind Beispiele von wunderbarem Heilsgeschehen. Sie sind wunderbare Zeichen des Bundes Gottes mit seinem Volk.Die Berichte von Wundern im Neuen Testament, der Evangelist Johannes zählt sieben Zeichen und Wunder auf, sollen die Menschen zur Begegnung, zur Verbindung mit Gott führen. Grundlage dieser Wunder ist die Aussage von Jesus: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Die Menschen sollen erkennen, dass Gott auf der Seite der Schwachen ist. Die Folgen sind positive Veränderungen beim Menschen. Der geheilte Blinde bekommt als Sehender den richtigen Blickwinkel. Beim Weinwunder erleben die Menschen die Überfülle, wenn sie auf Jesus vertrauen. Bei der Brotvermehrung teilen die 5000 Hungrigen, und das ist „Brot für die Seele“.Als passendes Musikbeispiel wählte Michael Raz den alten Schlager von Katja Ebstein aus: „Wunder gibt es immer wieder.“ Das Abschlussbild zeigte einen Ertrinkenden. Ihm wird aus dem Strudel herausgeholfen, weil er im Vertrauen und Glauben auf Rettung hoffte.

Der Referent machte am Ende seines Vortrages nochmals deutlich, dass seine Sichtweise der Wunder in der Bibel sich von der wortwörtlichen Auffassung unterscheide. Für viele der Zuhörer war das völlig neu, hatten sie es doch im Religionsunterricht ihrer Kindheit ganz anders gelernt. Dann las er noch einen Text von Wilhelm Wilms vor, der zeitgemäß formulierte, wie die Zuwendung zu anderen Menschen wunderbar wirken kann.
Mit der Frage „Wussten Sie das alles schon?“ ging man nachdenklich nach Hause.

Ursula Koch