Faszination Höhlenforschung

Ulrich Einzinger am 10. Oktober 2018

Ulrich Einzinger, Mesner und Hausmeister in Mariä Himmelfahrt, bekam vor 30 Jahren das Angebot, mit einem Höhlenforscher südfranzösische Höhlen zu erkunden. Sinngemäß meinte er, dass er ein absoluter Neuling auf diesem Gebiet gewesen sei. Aber dieses Experiment hätte ihn gereizt. Und so habe er sich mit seiner Frau auf diese Erfahrung eingelassen. Von seinen Erkundungen in einer nur für Forscher zugänglichen Höhle zeigte er Dias, die er mit Blitzlicht aufgenommen hatte. Dazu konnte man markante Aufnahmen von verschiedenen Landschaften und Orten des französischen Südens betrachten. Er verarbeitete diese zu seinem Vortrag „Faszination Höhlenforschung – Fantastische Unterwelt in 3D“.Um in den Genuss der Profiaufnahmen in drei Dimensionen zu kommen, musste jeder der 50 neugierigen Besucher eine Spezialbrille aufsetzen.


Seine Dias kommentierte Herr Einzinger sehr anschaulich. Er erzählte, dass in Höhlen auch übernachtet wird, weil die Gänge sich kilometerlang erstrecken. Deshalb muss auch das Wetter optimal sein. Es darf kein Regen angesagt sein, denn in den Räumen sammelt sich ganz schnell das Wasser und steigt an. Dann wird es lebensbedrohlich. Die Temperaturen sind das Jahr über gleich, bei 8°-10°C ist es in den Höhlen ziemlich kühl. Es ist überall sehr feucht, und Schlamm überzieht den Boden. Deswegen muss man mit Kleidung und Zubehör funktional ausgerüstet sein.

Die Aufnahmen zeigten zunächst nur einen schmalen Gang durch die Felsenhöhle. Je weiter das Dreierteam vordrang, umso mehr sah es Tropfsteine in verschiedener Länge und Dicke. Stalaktiten ragten von der Decke herunter, und Stalagmiten wuchsen vom Boden in die Höhe. Herr Einzinger erklärte deren Entstehung. Die Säulen waren aber nicht allein das Außergewöhnliche. Es gab Bilder zu betrachten, die ganz bizarre Formationen zeigten, in denen man Tiere oder Gesichter zu erkennen glaubte.

Am schönsten fand man die Dias von Räumen, die ganz weiß erschienen. Man glaubte sich in die Weihnachtszeit versetzt, so wunderbar schimmerten die Tropfsteine, die wie Eiskristalle aussahen. Wegen dieser herrlichen Gebilde mache er sich auf diese nicht ungefährlichen Entdeckungsreisen in das Innere von Höhlen, meinte Herr Einzinger. Und diese geheimnisvolle Welt fasziniere ihn immer wieder.
Diese glaubhaften Äußerungen konnten die begeisterten Zuschauer völlig nachvollziehen, und sie klatschten lange Beifall.

Ursula Koch