Volkstrauertag

 




Zum Volkstrauertag zelebrierte Pfarrvikar Dr. Kellner um 10 Uhr einen Gottesdienst in unserer Pfarrkirche. Dr. Kellner griff das Gedenken an die gefallenen Soldaten und Zivilisten beider Weltkriege sowohl in den klaren Worten seiner Predigt als auch in den sehr aktuell gehaltenen Fürbitten auf. Er schloss die Predigt mit folgendem Gebet von Hans von Lehndorff:
Komm in unsre stolze Welt,
Herr, mit deiner Liebe Werben.

Überwinde Macht und Geld,
lass die Völker nicht verderben.
Wende Hass und Feindessinn

auf dem Weg zum Frieden hin.
Komm in unser reiches Land,

Herr, in deiner Armut Blöße,

dass von Geiz und Unverstand
willig unser Herz sich löse.

Schaft aus unserm Überfluss
Rettung dem, der hungern muss.
Komm in unser dunkles Herz.
Herr, mit deines Lichtes Fülle,

dass nicht Hochmut, Angst und Schmerz
deine Wahrheit uns verhülle,

die auch noch in tiefer Nacht

Menschenleben herrlich macht.

Komm in unsre laute Stadt,
Herr, mit deines Schweigens Mitte,

dass, wer keinen Mut mehr hat,
sich von dir die Kraft erbitte,
für den Weg durch Lärm und Streit

hin zu deiner Ewigkeit.


Komm in unser festes Haus,

der du nackt und ungeborgen.
Mach ein leichtes Zelt daraus,

das uns deckt kaum bis zum Morgen,

denn wer sicher wohnt, vergisst

bald, dass unterwegs er ist.


Anlass für das Gebet war, dass im Jahre 1944 Lehndorffs Mutter von den Nationalsozialisten wegen ihrer standhaften Haltung zu einem befreundeten Pastor verhaftet wurde. 1945 wurde sie zusammen mit ihrem ältesten Sohn auf der Flucht mit einem Treck nach Westen von Rotarmisten erschossen.



Im Anschluss an die Eucharistiefeier, der auch unser OB Florian Hartmann beiwohnte, fand am festlich geschmückten Kriegerdenkmal am Schrannenplatz die Gedenkfeier, organisiert von der Soldaten- und Reservistenkameradschaft und dem Schützenverein Etzenhausen, statt. 



 

Die Böllerschützen aus Etzenhausen hatten sich vor dem Kochwirt postiert und beendeten mit einem mahnenden Ehrensalut die würdige Feier. Dem Aufruf der Stadt in den Dachauer Nachrichten an die Vereine, mit Fahnenabordnungen den Volkstrauertag zu begleiten, kam leider nur ein Verein nach. Aber auch die Anzahl der Stadträte war sehr überschaubar.
Text und Bilder: Wolfgang Müller