Heiliger Jakobus, bitt für uns!

 
Unsere Pfarrkirche ist Jakobus dem Älteren geweiht, dessen Fest wir am 25. Juli feiern. Jakobus war ein Jünger Jesu und der erste Märtyrer der Apostel. Er wurde im Jahr 43 hingerichtet. Nach der Legende setzten Anhänger seine Leiche in ein Boot, das im Meer herumtrieb und in Galicien, im Nordwesten Spaniens, strandete. Dort wurde er dann auch begraben. Die Wallfahrt zum Grab des Heiligen in Santiago de Compostela wurde eine der größten des Abendlandes. Die Pilger erhielten am Ziel damals einen Hut, der mit einer Muschel geziert war. Darum sind Pilgerstab und Muschel die Attribute des Heiligen.
 
 
Doch wo begegnet uns der Hl. Jakobus in unserer Pfarrkirche? In einer Nische an der Außenwand, neben der Sonnenuhr und direkt über dem Südportal begrüßt uns der Kirchenpatron Jakobus schon von Weitem.
 
 

Beim Betreten der Kirche fällt unser Blick sofort auf den mächtigen, neubarocken Hochaltar von Prof. Georg Mattes aus dem Jahre 1939. Das Hochaltarbild des Münchner Hofmalers Josef Hauber zeigt klassizistisch streng den Hl. Jakobus auf dem Gang zur Richtstätte seines Martyriums.
 

Vor dem Hochaltar, in der Mitte des Chorraums, hängt eine feine, silberne Ewig-Licht-Ampel aus den Jahren 1704/1705. Diese stammt aus der Werkstatt des Goldschmieds Johann Joachim Lutz und zeigt in drei getriebenen und applizierten Darstellungen neben der Rosenkranzkönigin und dem Dachauer Schloss mit Markt Dachau samt Amper- und Mühlbachbrücke ebenfalls unseren Pfarrpatron.
 
 

Über dem Priestersitz reiht sich Jakobus der Ältere ganz unauffällig in den Apostelzyklus ein, dessen 12 lebensgroße Figuren aus der Erbauungszeit der Kirche stammen und dem Dachauer Bildhauer Constantin Pader zugeschrieben werden.
 
 

Nur zum Patrozinium und an Fronleichnam gezeigt wird die Silberbüste des Hl. Jakobus. Hierbei handelt es sich um eine Halbfigur mit Brustreliquiar aus der Goldschmiedewerkstatt des Münchner Meisters Johann Georg Oxner aus dem Jahre 1696.
 
 

Ebenfalls nur an hohen Festtagen wird eine mit dem Hl. Jakobus bestickte Palla verwendet. Eine Palla gehört zu den Paramenten und ist ein mehrfach gelegtes Stück Gewebe, meist Leinen, im Quadrat, verstärkt durch ein eingenähtes Stück Pappe, das in der Liturgie der heiligen Messe der römisch-katholischen Kirche zum Einsatz kommt. Die Palla bedeckt den Kelch, um eine Verunreinigung des Messweins zu vermeiden.
 
 
 
Beim Verlassen der Kirche an der Nordseite findet sich Jakobus ein letztes Mal auf der Kirchentür, die noch aus der Erbauungszeit stammt.
 

Möge uns der Patron der Pilger nicht nur immer wieder in unserem wunderschönen Gotteshaus begegnen, sondern uns alle, besonders auch Herrn Pfarrer Wolfgang Borm, der sich am 28. Juli 2019 beim Festgottesdienst zum Patrozinium in den Ruhestand verabschiedet hat, mit seinem Segen in eine gute Zukunft begleiten. Im Jakobuslied heißt es dazu in der 4. und 5. Strophe:
 
Unsre Gemeinde ist dir anbefohlen,
hilf, dass auch wir den Ruf des Herrn vernehmen,
freudig ihm folgen, von ihm Zeugnis geben.
Bitt' Gott am Throne.

Patron der Pilger, gib uns dein Geleite,
die unterwegs wir sind in diesem Leben,
damit das ew'ge Ziel wir nicht verfehlen,
den Weg uns zeige.
 
Text und Fotos von Wolfgang Müller