Ökumene in Dachau

 

„Natürlich ist Christus nicht zerteilt worden. Wir müssen jedoch aufrichtig und mit Schmerz erkennen, dass unsere Gemeinschaften auch weiterhin in Spaltungen leben, die ein Ärgernis sind. Die Spaltungen unter uns Christen sind ein Skandal. Es gibt kein anderes Wort: ein Skandal.“
Papst Franziskus über "Ökumene" bei der Generalaudienz vom 22.01.2014:
 
 

„Christus können wir nicht auseinandernehmen, er gehört nicht einer Gruppe, und auch nicht nur den Christen, sondern allen Menschen“,
sagte Kardinal Reinhard Marx am 21.11.2014. Für ihn persönlich sei während seines Studiums die Erkenntnis eine Bereicherung gewesen, „dass Gott alle vorantreibt und dass sich nicht alle zum Katholizismus bekehren müssen, sondern dass auch die katholische Kirche Gaben von den anderen empfangen kann“. Johannes Paul II. habe festgehalten, dass der ökumenische Weg unumkehrbar sei. „Für uns Katholiken heißt das: Katholisch sein heißt ökumenisch sein“, erklärte Marx.

 

                                                         Fotos oben links und rechts: Ökumenischer Gottesdienst 2010 in St.Jakob, Dachau

 
Unsere ökumenische Partnergemeinde ist die Evangelisch-Lutherische Friedenskirche in Dachau mit Herrn Pfarrer Thomas Körner (Foto unten links), Herrn Pfarrer z.A. Gerhard Last (Foto halblinks) und Frau Pfarrerin z.A. Birgit Schorsten-Last (Foto unten rechts)..

Verbindungsmann im Kirchenvorstand der Friedenskirche ist Herr Dieter Schwarz. Den Pfarrgemeinderat der Pfarrei Mariä Himmelfahrt vertritt  N.N.

 
 
Neuer Seelsorger in der Friedenskirche seit September 2013
 
Grüß Gott, liebe Mariä-Himmelfahrt-Gemeinde!

Ein Gast bin ich hier in Ihrem Gemeindebrief und darf es sein, worüber ich mich freue. Seit dem 1. September dieses Jahres bin ich Pfarrer an der Friedenskirche. Herzlich wurde ich dort willkommen geheißen und das, obwohl ich seit eineinhalb Jahren eigentlich schon bekannt bin in der Gemeinde. Denn meine Frau, Birgit Schorsten-Last, ist seit März 2012 Pfarrerin an der Friedenskirche. Und auch von Ihrer Gemeinde wurde ich willkommen geheißen und das, obwohl ich nicht Teil Ihrer Gemeinde bin.

In einer guten Art und Weise macht mich dieses viele Willkommen nachdenklich. Was gibt es nicht alles für Gründe, aus denen heraus wir Menschen uns nicht willkommen heißen. Aus denen heraus wir schweigend aneinander vorbei gehen. Wegen denen wir nicht einmal den Blick zueinander heben. Aufgrund derer uns kein „Grüß Gott“, kein „Hallo“, kein „Servus“ über die Lippen kommt.

Ich freue mich und fühle mich beschenkt, dass ich zu meinem Start als Pfarrer an der Friedenskirche auch von Ihnen begrüßt wurde. Zu meiner Einführung und in der gemeinsamen Arbeit für den Ökumenischen Kleinkindergottesdienst durch Gemeindereferentin Gudrun Beck. Mit einem Schreiben und ökumenischer Offenheit und Motivation durch Pastoralreferenten Peter Heimann. Und im Zusammenhang mit Ihrem Gemeindebrief und diesen Zeilen hier durch Herrn Dieter Reinke.

Eine herzliche und tiefe Verbundenheit zur katholischen Gemeinde in Dachau verspürte ich außerdem am zweiten Sonntag im Oktober, als ich mit meiner Frau durch die Altstadt spazierte. Die St.-Jakobs-Kirche lud alle Menschen an diesem Tag in ihr Inneres. In der Kirche wurde man willkommen geheißen mit einem Ölzweig und einer sehr ansprechenden Raumgestaltung zum Thema „Frieden“.

So stehen am Beginn meiner Zeit in Dachau einige schöne Begegnungen und lebendige Eindrücke mit verschiedenen Christenmenschen, evangelischen wie katholischen. Das ist durchaus ein Grund mehr, weshalb ich mich in Dachau wohl fühle. Denn so eine Verbundenheit zwischen den Konfessionen, das kenne ich aus meiner Heimatstadt Schrobenhausen. Das habe ich durch die Musik erlebt, die mich zu herrlichen Konzerten sogar in Kirchen Roms geführt hat. Und das habe ich während meines Vikariats im Münchner Westend genossen, wo ich v.a. mit einem Gemeindereferenten viele schöne Gottesdienste feiern durfte.

In Dachau scheint es nun geradeso gut weiterzugehen. Darum freue ich mich, mit diesen Zeilen auf Ihren Blick zu stoßen und Ihnen herzlich zusprechen zu können: „Grüß Sie Gott!“
Gerhard Last,
Pfarrer an der Friedenskirche Dachau
 
Interview mit Frau Pfarrerin Schorsten-Last


Frau Birgit Schorsten-Last ist neue Pfarrerin an der Friedenskirche. In einem Gespräch mit unserer Pfarrbriefredaktion konnten wir einige Fragen stellen.

Seit dem 1. März 2012 sind Sie, liebe Frau Schorsten-Last, an der Friedenskirche als Pfarrerin zur Anstellung bestellt. Ein paar Angaben zu Ihrer „Vita“?

Im Oktober 1981 bin ich in Hermannstadt, Siebenbürgen, geboren. 1988 zogen wir nach Germering. In der dortigen Gemeinde arbeitete ich ehrenamtlich über Jahre hinweg mit, so dass ich bald sicher war: Ich möchte Pfarrerin werden.

Eine Frage, die mich sehr beschäftigte, war: Wie kann ich meinen Glauben leben? So begann ich in München mein Theologiestudium, studierte zwei Semester in Heidelberg.

Dort entschied ich mich auch für ein Auslandsjahr in Rom. Hier lernte ich die „Katholizität“ der Römischen Kirche kennen und respektieren. Auch meine Leidenschaft für Ökumene wurde dort entfacht: Gespräche mit Priesteramtskandidaten der römisch-katholischen Kirche weckten mein Interesse an der anderen Konfession. Gleichzeitig fragte ich mich auch: „Wo komme ich eigentlich her? Warum bin ich „lutherisch?“

Diesen Fragen bin ich dann auch nachgegangen. Ich habe entdeckt, dass es für den ökumenischen Dialog wichtig ist, zu wissen, wo man herkommt und was einem wichtig ist. Dann erst bin ich offen für mein Gegenüber und kann in den Dialog treten. So habe ich eine Leidenschaft für Ökumene entwickelt und ich freue mich, dass ich dieses überkonfessionelle Miteinander in Dachau erleben darf.

Welche ersten Eindrücke haben Sie schon gesammelt?

In den gut drei Monaten, die ich hier arbeite, ist mir die gute Zusammenarbeit mit allen Ehrenamtlichen aufgefallen. Sie arbeiten selbständig und sind sehr motiviert. Das freut und begeistert mich in meiner Arbeit.

Was sind Ihre Hauptaufgaben in Dachau? Und wie lange werden Sie wohl hier bleiben?

Mein Schwerpunkt in der Friedenskirche liegt vor allem in der Arbeit mit Kindern und Familien. Es gehören aber auch die üblichen Aufgaben einer Pfarrerin, wie Gottesdienste feiern, Trauungen, Taufen, Beerdigungen halten, Seelsorgerin sein und so weiter, dazu.

Eine Pfarrstelle zur Anstellung ist in der Regel drei bis fünf Jahre besetzt. Ich würde mir wünschen, dass ich diese Zeit hier verbringen kann. Mein Mann und ich fühlen uns hier sehr wohl.

Vielen Dank und Gottes Segen für Ihre Arbeit, Frau Schorsten-Last!















Ökumenischer Kleinkindergottesdienst

Die ökumenischen Kleinkindergottesdienste sind Gottesdienste für Kinder bis ca. 6 Jahre und ihre Familien. Sie sind ökumenisch, das heißt, es sind einfache Wortgottesdienste ohne Eucharistie, zu denen evangelische wie katholische Familien eingeladen sind.
► Informationen anzeigen



Ökumenisches Frühstück

Gespräch einmal im Monat am Montagvormittag von 9 bis 11 Uhr -
von Frauen für Frauen und Männer

Leitung:
Irene Kottmair, Telefon 08131/4280
Friederike Sellschopp, Telefon 08131/25796

Das jeweilige Jahresprogramm erfahren Sie beim Dachauer Forum
 
 
Weitere Links zur Ökumene innerhalb unserer Homepage:
Ökumenischer Gottesdienst am 16.11.2014 in unserer Pfarrkirche

Ökumenisches Gartengespräch am 16.07.2014: Luther (Dr. Schuppe)
Vortrag Dr. Florian Schuppe: Spiritualität als einendes Band

Ökumenische Perspektiven (Theologische Skizzen)

Interreligiöses Beten?
Nagelkreuz von Coventry für Dachau
Gebete der Religionen
Ökumenewoche 2011
Ökumenische Begegnung in St. Jakob 2010
Was sagt ein katholischer Priester zur Ökumene?
Ökumenischer Pfingstgottesdienst am Petersberg
Der Weltgebetstag 2009 in Mariä Himmelfahrt Dachau
Der Weltgebetstag 2015 in Mariä Himmelfahrt Dachau
Begegnung während der interkulturellen Woche
Ökumenischer Gottesdienst mit Pfarrer Körner in Mariä Himmelfahrt
Ökumene an der Basis

Externe Links:
Ökumene in der Erzdiözese München und Freising   
Linksammlung: Weitere Ökumene-Links     
"Dialog der Religionen"  
Links für  den "Dialog der Religionen"  


 

Bildrechte an den beiden Fotos oben in der 3. Bildreihe von Pfr. Körner und Pfrin Schorsten-Last: pfarramt@friedenskirche-dachau.de