Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. Jakob am 24. Juli 2011

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Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. Jakob

GründungsfestAnlässlich der Gründung des „neu umschriebenen“ Pfarrverbands Dachau - St. Jakob feierte der Bischofsvikar der Seelsorgsregion Nord, Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, am 24. Juli 2011 mit den vier zusammen-geschlossenen Pfarrgemeinden und ihren Seelsorgern in der Pfarrkirche St. Jakob in Dachau einen festlichen Gottesdienst. Die besondere Chance eines Pfarrverbands liege darin, dass sich die Menschen in diesem Seelsorgeraum für einander öffnen und gemeinsame Ziele entwickeln unter Wahrung der Identität der einzelnen Orte, hieß es in den Begrüßungsworten.

Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. Jakob

Während der Eucharistiefeier erklang die "Missa antiqua" für Chor und Bläser von Wolfram Menschick. Die musikalische Gestaltung wurde eindrucksvoll wahrgenommen durch die Kirchenchöre von Mariä Himmelfahrt und Mitterndorf, den Chor der Stadtpfarrei St. Jakob und den Gastkirchenchor Wielenbach. Als Kantor wirkte Thomas Baumgartner, die musikalische Leitung hatte Christian Baumgartner. Die Feier wurde zudem bereichert durch die Mitwirkung des Dachauer Blechbläserensembles.

Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. Jakob

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GründungsfestGründungsfest




















Die „Gründungsurkunde“ (das Änderungsdekret über die Erweiterung des bisherigen Pfarrverbands) wurde von einem Diakon überbracht und verlesen (Foto oben links). Die Lesungen und die Fürbitten wurden von den Seelsorgern aus dem Pfarrverband gesprochen (Foto oben rechts). Diakon Günter Gerhardinger las das Evangelium (Fotos unten).

Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. Jakob

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Weihbischof Dr. Haßlberger erinnerte zu Beginn seiner Predigt an die Rolle des Heiligen Jakob, des Patrons des Pfarrverbands. Jakob ist seit jeher der Patron der Pilger. Menschen sind immer schon gepilgert. Ein Weg, der vor einem liegt, diese Erfahrung birgt ein elementares Erleben des Menschen in sich. Er bringt das Wesentliche des Glaubens zum Ausdruck: Wenn wir uns aufmachen, dann tun wir das nicht ziellos. Der Glaubende weiß, dass er in seinem Leben nie ziellos unterwegs ist. Das Ziel heißt „das ewige Leben“. Und das ist nicht als die typische billige Vertröstung gemeint. Natürlich wollen wir erst einmal das Leben hier und heute. Was ist dann das Entscheidende?

Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. JakobDer Weihbischof holte weit aus und erzählte hierzu von einer Wallfahrt über 750 Kilometer nach Santiago de Compostela, die er mit einem Cousin unternommen hatte. Sie trafen unterwegs viele Pilger, die furchtbar unter Blasen an den Füßen zu leiden hatten. Auf seine Frage an einen jungen Pilger, ob der glaube, mit seinen Blasen das Ziel zu erreichen, antwortete jener: „Ich denke nur noch an dieses Ziel.“ Wenn es im Leben schwierig wird, dann ist es einfach elementar wichtig, ein Ziel zu haben, an einen Sinn zu glauben, auch wenn wir zunächst gar keinen Sinn erkennen können.

Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. JakobNoch eine weitere Abschweifung fügte der Prediger hier ein: Wie können wir ein gutes Miteinander erreichen, gerade wenn wir nun aktuell mit drei anderen Pfarrgemeinden zusammengefügt werden? Er erinnerte an die Geschichte von der wunderbaren Brotvermehrung. Auch was uns anfangs unmöglich erscheint, kann gelingen. Wenn wir nur all unser Verantwortungsbewusstsein, all unser Können und Bemühen einsetzen – dann ist das zwar immer noch ungenügend, aber es reicht. Weil der Herrgott das Seine dazutut. Das darf und muss man sich immer wieder vergegenwärtigen, damit man nicht aufgibt.

Beim Pilgern ist es unabdingbar, dass der Rucksack richtig gepackt ist. Das Notwendige muss drin sein. Ans Essen und Trinken wird man wohl als erstes denken. Dazu kommt aber der "Proviant" von Jesus, der Glaube. Und Glaube bedeutet hier, dass Gott uns hält und trägt. Unsere Erfahrung sagt uns, das ist nicht einfach. Wir kommen immer wieder ins Zweifeln. Auch das Volk Israel ist auf seinem langen Weg oft am Rande des Abgrunds gestanden. Wir sollten auf die Bibel hören und uns austauschen über diese Erfahrung, die Erfahrung mit Gott erspüren, erleben, sehen. Davon leben wir, und das dürfen wir weitergeben. Eine Pfarrgemeinde soll eine „Erzählgemeinschaft“ sein. Dass das notwendig ist, das müssen wir wieder lernen.

Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. Jakob

Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. Jakob

In den Rucksack gehört auch noch ein guter Reiseführer. Dafür genügt dem Christen eigentlich das Johannesevangelium als Richtungsweiser: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“ Dass dieser große Gott uns (so wie wir sind) liebt, ist nicht selbstverständlich. Aber diese Botschaft dürfen wir weitergeben. Doch diese Botschaft soll nun nicht nur verkündet, sie soll auch gelebt werden. Damit ist freilich nicht gemeint, dass wir jetzt jedem um den Hals fallen müssen. Es ist schon viel getan, wenn wir den Anderen respektieren.

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Heute gehört in jeden Rucksack noch das Handy. Mit diesem Bild vom Kommunikationswerkzeug will Haßlberger zum Ausdruck bringen, dass wir Christen stets gemeinsam unterwegs sind. Wir sollen aufeinander schauen, wir sollen hinhören. Er wünscht uns einen gut gepackten Rucksack, er wünscht uns einen guten und gesegneten Weg. Jeder soll sicher sein: Ich bin geliebt, mein Weg hat ein Ziel.

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Gründungsfest des Pfarrverbands Dachau - St. Jakob

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden der vier Pfarreien fügten am Schluss des Gottesdienstes symbolhaft die vier Einzelteile des Logos zum gemeinsamen Pfarrverbandslogo zusammen (3 Fotos oben). Pfarrer Wolfgang Borm berichtete dabei von der Entstehungsgeschichte des Verbandszeichens und erklärte den Sinn. Dann zählte er auf, was alles die Ehrenamtlichen und die Hauptamtlichen vor der Gründung des Pfarrverbands geleistet hatten. Er sprach ihnen allen seinen Dank aus. Und die versammelte Gemeinde bestärkte das mit kräftigem Applaus.

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Nach dem Gottesdienst durften die Kinder Luftballons in den Farben der vier Pfarreien aufsteigen lassen. Und anschließend trafen sich alle noch zum gemeinsamen Feiern im Pfarrzentrum von Sankt Jakob. Auch der Weihbischof, der Landrat, der Oberbürgermeister und weitere Prominente feierten mit.

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In den einladenden Räumen des Pfarrheimes St. Jakob wurde es bedrohlich eng – so viele Besucher der vier nun vereinten Pfarreien waren zum Mittagessen, zu Kaffee und Kuchen und zum Ratschen gekommen. Und daher kam man sich im bunt gemischten Gewühl fix näher. Die Jugend konnte sich derweil bei einer Altstadt-
rallye und anderen Vergnüglichkeiten unterhalten. Die Blasmusik der "Pellheimer Dorfmusi" lieferte zu alledem einen heiteren „Background“.

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Bilder und Text: Dieter Reinke



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