"Miawachsnzamm" Teil 1 - Der Weg von der Einzelpfarrei zum Pfarrverband laut Strukturplan

 

Details zum Strukturplanentwurf für Dachau, Pellheim und Mitterndorf im Erzbistum München und Freising: „Einschneidend, aber mit großen Chancen!“


Drei Dokumente für die Zusammenarbeit in den Seelsorgeeinheiten des Erzbistums wurden am 23.07.2010 vom Erzbischof unterzeichnet. 
 
Banner - mit freundlicher Genehmigung des Ordinariats

Der Strukturplan legt die künftigen 270 Seelsorgeeinheiten fest, die nun jeweils durch ein eigenes Dekret des zuständigen Weihbischofs im Zeitraum bis 2014 im Erzbistum konkrete Gestalt annehmen werden. Der Orientierungsrahmen regelt die Zusammenarbeit in diesen Seelsorgeeinheiten. Für den territorialen Personalplan wurde zusammen mit den Regionen ein Konzept der Personalverteilung entwickelt. "Mit der Unterzeichnung der drei Dokumente wurde ein „wesentlicher Meilenstein“ bei der Umsetzung des Zukunfts-
projekts der Diözese erreicht," so der Projektleiter Weihbischof Wolfgang Bischof. Die Rahmenvereinbarungen und Pläne sind in steter Zusammenarbeit mit den Pfarrgemeinden vor Ort entwickelt und fortgeschrieben worden. Insgesamt wurden 680 Rückmeldungen aus den Pfarrgemeinden in das ursprüngliche Konzept aufgenommen. Das 2008 gestartete Projekt unterliege so einem steten Prozess der Überarbeitung und Verbesserung, der auch künftig mit regelmäßigen Evaluationen weitergetrieben werden soll. (Quelle: Pressestelle des Erzbistums)

Der Personalplan für die Seelsorge (territorial ca. 70% und kategorial ca. 30%) darf nach diözesanen Vorgaben 1.200 Planstellen nicht überschreiten. Für Sonderfälle außerhalb dieses Stellenplanes sind weitere 100 Priesterstellen vorgesehen. Gemäß Priesterprognose 2025 stehen für die 1.200 Planstellen realistisch gesehen 576 Priester zur Verfügung. 624 Stellen sollten mit Personen aus den Berufsgruppen Diakone, Pastoral- und Gemeindereferent(inn)en besetzt werden.

Den Orientierungsrahmen, den Strukturplan 2020 wie auch den territorialen Personalplan können Sie nachlesen auf der Internetseite www.dem-glauben-zukunft-geben.de.
 
Es fehlen Priester, die Zahl der Gläubigen nimmt ab, und das Geld wird knapper. Hinzu kommt ein Glaubens-
schwund bei den Kirchenmitgliedern und der Bedeutungsschwund der Kirche in einer sich immer pluraler ausdifferenzierenden Gesellschaft. 

Logo - mit freundlicher Genehmigung des OrdinariatsDer Strukturplanentwurf, der nun seit Oktober 2008 zur Diskussion gestellt war, bewirkt mit Sicherheit einen „brutalen“ Einschnitt, der nicht nur die Strukturen, sondern auch die bisherige Seelsorge berührt: Gemeinden werden sich verändern. Es wird aber auch die Einsicht wachsen, dass etwas größere Seelsorgsräume eine Chance in sich bergen können, das kirchliche Handeln effektiver zu gestalten. Die einzelnen Seelsorgseinheiten werden konkrete pastorale Schwerpunkte erarbeiten und dabei die Vielfalt kirchlichen Lebens und unterschiedlicher Glaubenswege im Auge behalten müssen.

Der Pastorale Raum ist definiert als eine geografische Einheit, die von gewachsenen Lebensräumen ausgeht. Die herkömmliche Pfarrei entspricht aber in vielen Fällen für sich allein nicht mehr den Sozial- und Lebensräumen der Menschen. Die Bildung größerer Pastoraler Räume will die Pfarreien nun nicht einfach ersetzen, sondern sie im Sinne der Erweiterung des Lebensraumes organisch weiterentwickeln. Neben den pfarrlichen Angeboten gibt es aber auch weiterhin die bewährte kategoriale Seelsorge, die sich an die Menschen wendet, die durch ihre Lebenssituation oder ihre geistigen bzw. körperlichen Einschränkungen an einen Ort gebunden sind.

Pfarrei oder Pfarrverband?

Im Erzbistum München und Freising gibt künftig, also bis spätestens 2020, nur zwei Formen Pastoraler Räume: die Pfarrei und den Pfarrverband. Aufgrund der Umstände und Perspektiven für Dachau und Umgebung werden in dieser Zusammenfassung die Gegebenheiten für die künftigen Pfarrverbände ausführlicher dargestellt, die der Einzelpfarreien dagegen vernachlässigt.

Die Pfarrei als eigenständige Einheit wird es im Jahr 2020 nur noch geben:
 
  • bei ausreichender Größe, um die vielfältigen Aufgaben allein erfüllen zu können;
  • aufgrund geografischer Lage oder kommunaler Zuordnung;
  • bei zu erwartendem größeren Wachstum;
  • aufgrund historischer Gegebenheiten oder kirchlicher Notwendigkeit;
  • aufgrund sozialer Zusammensetzung oder lokaler Besonderheiten.
 
Der Pfarrverband ist eine Seelsorge- und Verwaltungseinheit für mehrere Pfarreien und/oder Kuratien in einem überschaubaren Lebensraum. Ein Pfarrverband wird gebildet:
 
  • in politischen Gemeinden unterer zentraler Stufen (Unter- und Kleinzentren) mit mehreren Pfarreien;
  • wenn die Grenzen des Pfarrverbands möglichst deckungsgleich sind mit den politischen Gemeindegrenzen;
  • aufgrund historischer Beziehungen der Pfarreien untereinander.
 
Die Regel wird künftig der Pfarrverband werden. Bisher selbstständige Pfarreien und Kuratien haben die Wahlmöglichkeit, sich entweder zu einer neuen Einzelpfarrei zusammenzuschließen („Fusionierung“) oder einen Pfarrverband zu bilden. Ein Pfarrverband wird nach Anhörung der Dekane und der betroffenen Pfarrgemeinden (Pfarrer, Seelsorgeteam, Pfarrgemeinderäte, Kirchenverwaltungen) vom Erzbischof in ihren Grenzen gebildet. In einem Dekret werden Name und Sitz des Pfarrverbands vom Erzbischof festgelegt. Der Sitz des Pfarrverbands ist der Dienstsitz aller hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter/innen, der Ort der pfarrlichen Verwaltung und die Postanschrift des Pfarrverbands. Der Pfarrverband ist einem Dekanat als größerem Pastoralen Raum eingegliedert.

Das Pfarrbüro und die Pfarramtsverwaltung befinden sich am Sitz des Pfarrverbands. In den einzelnen Pfarreien soll es geeignete Kontaktstellen geben.
 
In den Pfarrverbänden verpflichten sich die Pfarreien zu einer verbindlichen Zusammenarbeit, bündeln ihre Seelsorgs- und Verwaltungsaufgaben und nehmen sie in gemeinsamer Verantwortung wahr. Die besondere Chance eines Pfarrverbands liegt darin, dass sich die Menschen in diesem Seelsorgeraum füreinander öffnen und gemeinsame Ziele entwickeln unter Wahrung der Identität der einzelnen Orte. Die Lebendigkeit der einzelnen Pfarreien bleibt erhalten, wenn sich die Mitglieder für ihre eigene Pfarrei vor Ort engagieren und dabei den Blick auf das Gemeinsame bewahren.
 

Die Leitung des Pastoralen Raumes wird einem Pfarrer übertragen, der die Befähigung zur Leitung hat. Sind in einem Pfarrverband weitere Priester im aktiven Dienst angewiesen, die nicht Kapläne sind, so werden diese mit dem Titel „Kurat“ zur hauptamtlichen seelsorglichen Mithilfe im Pfarrverband  angewiesen. Gegebenenfalls können auch mehrere Priester zu Solidarpfarrern ernannt werden. Die Leitung des Pfarrverbands obliegt in diesem Fall dem vom Erzbischof ernannten Moderator des Priesterteams.
 
Je nach Größe werden für die Seelsorge in dem Pfarrverband weitere pastorale Mitarbeiter/innen zugeteilt, für die je nach Berufsbild und Qualifikation bestimmte Schwerpunkte der seelsorglichen Arbeit festgelegt werden. Die Priester, Diakone und pastoralen Mitarbeiter/innen werden zukünftig für die Seelsorge im ganzen Bereich des jeweiligen Pfarrverbands angewiesen. Ihre besonderen Aufgabenschwerpunkte, die Zuständigkeiten und die Delegationen der einzelnen Personen werden im Seelsorgeteam besprochen und schriftlich fixiert.

Die kategorialen Seelsorger/innen im Bereich des Pfarrverbands können Mitglieder des Seelsorgeteams sein. Wenn dies nicht möglich ist, nehmen sie in regelmäßigen Abständen an den Besprechungen mit dem Seelsorgeteam teil, vor allem, wenn Themen besprochen werden, die ihren Aufgabenbereich berühren.

Durch eine vernünftige Zentrierung pastoraler Aufgaben, die nicht notwendigerweise in den einzelnen Pfarreien jeweils eigens durchgeführt werden müssen (z.B. Sakramentenvorbereitung oder auch Familienpastoral, Erwachsenenbildung, Schulung und Begleitung der Ehrenamtlichen), bekommen die Seelsorger/innen wieder mehr Freiräume für ihre pastorale Arbeit, da nicht mehr alles überall stattfindet.

An Sonntagen und Hochfesten findet am Sitz des Pfarrverbands zuverlässig eine Eucharistiefeier zur festen Zeit statt. Auch in den anderen Pfarreien sollen regelmäßig Eucharistiefeiern angeboten werden. Wo dies nicht möglich ist, sollen Wort-Gottes-Feiern gehalten werden. Für alle Kirchen des Pfarrverbands ist ein gemeinsamer Gottesdienstplan zu erstellen. Es ist darauf zu achten, dass nicht der Eindruck entsteht, die Feier der Eucharistie am Sonntag könne durch andere Formen des Gottesdienstes ersetzt werden. Auf die Möglichkeit von Fahrdiensten zum Besuch des Gottesdienstes soll hingewiesen werden.
 
Im Pfarrverband bestehende Ordensgemeinschaften, soziale Einrichtungen, kategoriale Seelsorgedienste, Schulen, wie auch kirchliche Gruppierungen sind in das Gesamt der Seelsorge einzubinden.
In jeder Pfarrei besteht gemäß Satzung und Statut für Pfarrgemeinderäte ein eigener Pfarrgemeinderat. Neben den örtlichen Pfarrgemeinderäten wird gemäß dem Statut ein übergeordnetes Gremium gebildet. In diesem werden verbindliche Absprachen für die gemeinsame Seelsorgsplanung im Pfarrverband (wie z. B. Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Gottesdienstzeiten) getroffen. Die jeweiligen Pfarrgemeinderäte der Pfarreien und Kuratien des Pfarrverbands tragen Verantwortung für die Gestaltung des christlichen Lebens vor Ort. Der Pfarrer nimmt in der Regel nur an den Sitzungen des übergeordneten Gremiums regelmäßig teil. Wenn mehrere pastorale Mitarbeiter/innen im Bereich des Pfarrverbands angewiesen sind, werden sie als Ansprechpartner/innen benannt und nehmen an den Sitzungen der örtlichen Pfarrgemeinderäte teil.

 

Die einzelnen Pfarrkirchenstiftungen und Pfarrkirchenverwaltungen bleiben bestehen. Die Kirchenverwaltungen bestehender Filialen oder abgetrennter Kuratien sollen in die jeweilige Pfarrkirchenverwaltung integriert werden. Ehrenamtliches Engagement soll durch besondere Beauftragungen (Delegationen) in vielfacher Weise weiterhin einbezogen werden. Die Zusammenarbeit der Kirchenverwaltungen auf Grundlage geeigneter Kooperations-
regelungen (Vertrag bzw. Bescheid der Stiftungsaufsicht) ist notwendig und verpflichtend. Bestimmte Teilauf-
gaben werden auf die Pfarrkirchenstiftung des Sitzes des Pfarrverbands übertragen. Diese Pfarrkirchenstiftung wird Anstellungsträger für das Personal des Pfarrverbands und verwaltet den Haushalt des Pfarrverbands. Die örtlichen Kirchenverwaltungen behandeln unter Berücksichtigung der Kooperationsregelungen ortsgebundene Fragen und Probleme. Der Leiter des Pfarrverbands nimmt in der Regel nur an den Sitzungen der Pfarrkirchenverwaltung des Sitzes des Pfarrverbands teil.

In den Pfarrverbänden werden die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen der einzelnen Kirchenstiftungen zentral bei der Kirchenstiftung des Sitzes des Pfarrverbands angestellt. Eine Konzentrierung in der pfarrlichen Verwaltung ist vor allem in den Bereichen Gremienarbeit, Pfarrbüros, Haushalt und Personal, Kindertageseinrichtungen verbindlich vorgesehen. Die bestehenden und bewährten Delegationsmöglichkeiten (stellvertretende Kirchenverwaltungsvorstände, Sachbeauftragte etc.) sind zu nutzen. Kindertageseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft werden in einer einheitlichen Betriebsträgerschaft (Kita-Verbund) zusammengeschlossen.
 

 

Neue Seelsorgeeinheiten in der Stadt Dachau mit Umgebung

Dachau - Heilig Kreuz mit 4.154 Katholiken und Dachau - St. Peter mit 3.574 Katholiken bilden einen Pfarrverband mit zusammen 7.728 Katholiken.

Dachau - St. Jakob mit 5.590 Katholiken, Dachau - Mariä Himmelfahrt mit 6.621 Katholiken, Mitterndorf mit 2.380 Katholiken und Pellheim mit 931 Katholiken bilden den "Pfarrverband St. Jakob Dachau" mit insgesamt 15.522 Katholiken. (Der Pfarrverband Dachau - St. Jakob, errichtet zum 01.07.2006, wird am 01.05.2011 erweitert um Dachau - Mariä Himmelfahrt mit Ortsgebiet Karlsfeld-Rothschwaige und um Mitterndorf.)