Leonhardiritt zur Lamm-Gottes-Kapelle zwischen Neuhimmelreich und Eschenried


Leonhardiritt

Am 30. Oktober kurz vor 10:30 Uhr breitete die Sonne sich erst etwas zögerlich über dem noch ganz leicht vernebelten Dachauer Moos aus. Gleichwohl trafen sich zu dieser Stunde schon die Pferdeliebhaber aus den Gemeinden rund um Mitterndorf, Neuhimmelreich und Eschenried in großer Zahl bei der Lamm-Gottes-Kapelle am Waldesrand südlich der B 471. Reiter und Gespanne wollten an Leonhardiritt und Leonhardifahrt teilnehmen und für sich und ihre Pferde um den kirchlichen Segen bitten.
 
 
 
 
 
Lothar Kittelberger begann die Andacht mit einer Lesung aus dem Buch Hiob, wo Gott dem Wehklagenden am Beispiel der Schönheit und der Mächtigkeit der Pferde seine Allmacht und seine Güte zeigt. Wir sollen aber bei aller Liebe zu den Tieren und zu Gottes Geschöpfen die Schöpfung nicht vergöttern, sondern sie annehmen als das Werk dessen, der alles erschaffen hat. In der geheimen Offenbarung des Johannes, wo der Sieg Gottes, der Sieg des Himmelreiches über die Welt geschildert wird, da wird Christus, den wir sonst auf einem Esel reitend kennen, mit einem Pferd in Verbindung gebracht. Er reitet auf einem weißen Pferd und hinter ihm die, die zu ihm gehören. Auch wir sind gerufen, zu den Siegern zu gehören. In der Vollendung der Ewigkeit dürfen wir hinter ihm her reiten.
 
 
 
Während sich die Reiter und Gespannführer mitsamt dem Priester und der Blasmusik mit einem ausgiebigen Felderumzug auf die Segnung innerlich vorbereiteten, spielten Günter Wörlein und Ottilie Patzelt auf ihren Waldhörnern. Sie unterhielten die an der Kapelle zurückgebliebenen Wartenden aufs Angenehmste mit stimmungsvollen Weisen. Die Segnung von Mensch und Tier verlief in feierlicher und dennoch lockerer und fröhlicher Art und Weise. Und bei alledem gewann auch die Sonne noch zusehends an Glanz und Kraft.
 
 
 
 
D.R.