Seniorennachmittage 2012

Berichte von Ursula Koch

Alle Themen im Überblick


05. Dezember: Kinderchor überrascht Senioren am Nikolaustag
07. November: Mutter Teresa zum 100. Geburtstag
01. August: Sommerausflug
06. Juni: Es klappert die Mühle am rauschenden Bach
02. Mai: Mit Musik in den Monat Mai
04. April: Das christliche Gottesbild in der Geschichte
07. März: Die 50er Jahre - das war doch erst
01. Februar: Jung bringt Alt in Schwung
04. Januar: Mit Holzschuhen im Schnee - Leben im Winter früher



Kinderchor überrascht Senioren am Nikolaustag

5. Dezember 2012


Was passt besser in die Adventszeit als das Licht von Kerzen und der Duft von Bratäpfeln? Mit frisch gesungenen Liedern zu diesen Themen und kleinen ausgeteilten Lichtern begeisterte der Kinderchor von St. Jakob mit seinem Leiter Christian Baumgartner die Besucher der vorweihnachtlichen Feier. Die Mädchen und Buben bekamen einen langen Applaus als Dankeschön für ihren temperamentvollen Gesang und ihr Engagement in der Freizeit.

Gerne hätten die Senioren noch weiter zugehört, aber mit dem kurzen Ausspruch „Das war`s“ beendete einer der Buben den Vortrag, warteten doch auf den Chor und die mitgekommenen Eltern und Omas noch leckere hausgemachte Kuchen.
 
 
Zuvor erfuhren die Zuhörer vom Leben und Wirken des Hl. Nikolaus. Der Heilige, so wie er heute verehrt wird, ist keine eindeutige historische Person. Es gab einen Bischof Nikolaus von Myra in der heutigen Türkei, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert lebte, und den Abt Nikolaus, dessen Todestag, der 10. Dezember 564, historisch gesichert ist. Beide Männer wurden zu dem Heiligen, dessen am 6. Dezember gedacht wird. Wunderberichte entstanden schon im 4. und 5. Jahrhundert in der Ostkirche. Das älteste Mirakelzeugnis ist die Stratelatenlegende, in der erzählt wird, dass Nikolaus schon zu Lebzeiten Menschen vom Tode errettete. Die Überführung der Reliquien nach Bari in Süditalien und der von Theophanu, der byzantinischen Gemahlin des Kaisers Otto II, mitgebrachte Nikolauskult machten Nikolaus im Abendland berühmt.

Zwei weitere, von Senioren vorgetragene Legenden, schildern den Heiligen als Helfer in der Not und als Kinderfreund. Aus den Abt- und Bischofsspielen der Jungen in Klöstern entstand der Brauch, dass der Heilige die Kinder beschenkt und sie bei seiner Visitation nach den guten und bösen Taten befragt.

Adventliche Lieder, Bilder zum Thema und ein Gebet zum Hl. Nikolaus rundeten die Betrachtungen ab.

Ursula Koch
                                                
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Mutter Teresa zum 100. Geburtstag

 

Peter Gräsler am 07.November 2012

Agnes Gouxa Bojaxhiu – wer kennt diese berühmte Frau?

Mit dieser Frage begann Peter Gräsler, der 28 Jahre Geschäftsführer beim Diözesanrat war, seinen Vortrag. Ein Zuhörerin unter den zahlreichen interessierten Besuchern kannte den Namen: Es ist der Geburtsname der Mutter Teresa. Der Referent meinte zu Beginn, dass es fast unmöglich sei, der Persönlichkeit und dem großen Lebenswerk der inzwischen selig gesprochenen Nonne in einer guten Stunde gerecht zu werden. Trotzdem konnte er ein facettenreiches Bild von ihr aufzeigen.
Zunächst wies er die verbreitete Ansicht, Mutter Teresa sei ein einfaches, armes Bauernmädchen gewesen, in das Reich der vielen Legenden über sie. Agnes wurde in Skopje, Mazedonien, geboren und hatte noch zwei Schwestern. Die Familie war nicht arm, sondern hatte ihr gutes Auskommen. Der Vater war Geschäftsmann und die Mutter führte ein Handarbeitsgeschäft. Die Familie gehörte zur katholischen albanischen Minderheit. Den Eltern war sehr an katholischer Erziehung und Bildung gelegen, dies sollte dem Islamisierungsprozess entgegenwirken.

Alle drei Mädchen besuchten das Gymnasium und hatten als Abschluss das Abitur. Agnes wurde spirituell von einem Jesuiten gefördert, der Pfarrer in ihrer Heimatstadt war und ihr Beichtvater wurde.
Sie war in einer der dortigen Jugendgruppen, die Zeitschriften und Bücher lasen, gemeinsam wanderten, Konzerte besuchten und mit sozialen Werken vertraut wurden. Dazu legte der Jesuit Wert auf Kontemplation und Marienverehrung.
In der Bibliothek las Agnes über die hl. Therese von Lisieux und wollte darauf hin ebenso Nonne werden und dann den Namen von dieser Heiligen annehmen. In einer Missionszeitschrift las sie vom Orden der Loreto-Schwestern in Kalkutta, Indien.

Sie beschloss, an Kranken und Armen selbst als Arme im Orden Dienst zu tun mit dem Ziel, in den Himmel zu kommen. Zielstrebig schlug sie diesen Lebensweg ein und nahm den Namen Mutter Teresa an. Ihre Absicht war aber keine Missionstätigkeit, sondern in der Nachfolge des leidenden Jesu den Leidenden zu helfen. Das sah sie als missionary of charity. Auf Anregung der Jesuiten vor Ort gründete sie einen neuen Orden, der vom Papst anerkannt wurde. Die Ausstattung der Ordensfrau und ihrer Mitschwestern ist spartanisch: ein weißer Sari mit blauen Rändern, eine Stofftasche, Sandalen und zwei Garnituren Unterwäsche. Mantel und Regenschirm gehören der Gemeinschaft und werden bei Bedarf ausgeliehen. Auch die Lebensweise ist äußerst bedürfnislos: kein Fernsehen, kein Radio, das tägliche Leben ist nur dem Dienst am Nächsten ohne Lohn gewidmet. Die Religion eines Hilfsbedürftigen soll keine Rolle spielen. Das zog Hilfswillige aus anderen Ländern an. Ihr Anliegen überzeugte den Erzbischof von Kalkutta und die indische Regierung. In der besten Lage der Stadt entstand ihr Mutterhaus.
Sie gründete eine weitere Gemeinschaft, die für die Erleichterung der Sündenstrafen von Leidenden betet. Die Zahl ihrer Mitschwestern und ehrenamtlichen Helfern wurde immer größer und Mutter Teresa initiierte Niederlassungen außerhalb von Kalkutta. Ihr Orden breitete sich nun weltweit aus. Auf vielen Reisen machte sie ihre Projekte bekannt, scheute die Begegnung mit Diktatoren nicht und nutzte die Medien für ihre Zwecke. Sie überzeugte überall durch ihre Einfachheit und wirkte durch ihr außerordentliches Charisma. Bald wurde sie berühmt und das kam ihrem Hilfswerk zu Gute. Westliche Entwicklungsgelder von Regierungen und Hilfsorganisationen fließen seitdem in den Unterhalt der von ihr gegründeten Kinderhäuser, Schulen, Internate und Armenküchen. Dazu kamen die Häuser für Sterbende und Aidskranke. Mutter Teresa bekam viele Auszeichnungen, darunter 1979 den Friedensnobelpreis in Stockholm. Zu dieser noblen Veranstaltung erschien sie in ihrer einfachen Ordenstracht, verzichtete auf das festliche Bankett und nahm zu dem hoch dotierten Preis auch noch das nicht ausgegebene Geld mit nach Hause. Im Alter wurde sie krank und gebrechlich, trug aber ihr eigenes Leid als Teil der Schmerzen Jesu. Trotzdem warb sie auf Reisen für ihre Projekte der missionary of charitiy. Sie starb 1997. Das Staatsbegräbnis war die letzte irdische Ehrerweisung für eine außergewöhnliche Frau.

Ursula Koch   
                                                             
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Sommerausflug

am 1. August 2012 nach Kreuzholzhausen, Einsbach, Taxa, Wiedenzhausen

Den Anstoß für den Seniorenausflug gab ein Vortrag über Wallfahrten im Dachauer Land beim Seniorennachmittag in St. Jakob. Drei Wallfahrtskirchen waren das Ziel, alle drei in kurzer Zeit erreichbar. 40 Senioren freuten sich über das gute Wetter und auf die Fahrt mit dem „Simperl-Bus“.
Die Kirche Hl. Kreuzauffindung und St. Helena liegt auf einer Anhöhe in Kreuzholzhausen, früher Holzhausen genannt. Die schönen, ausdrucksvollen Fresken an der Decke des Kirchenraumes aus dem 17. Jh. zeigen den Traum des Kaisers Konstantin. Mit dem Kreuz Jesu auf der Fahne besiegte er seinen Gegner, und der christliche Glaube wurde Staatsreligion. Das bedeutete einen Wendepunkt in der abendländischen Geschichte. Seine Mutter Helena, später heiliggesprochen, fand das Kreuz in Jerusalem. Als Datum gilt der 14. September 335, und daran wird im Kalender des Kirchenjahres erinnert. Am Seitenaltar hängt eine Kopie des großartigen romanischen Forstenrieder Astkreuzes. Den Mirakelbüchern nach zeigte der Körper Schweißtropfen und wirkte wundertätig. So wurde diese Kirche eine Wallfahrtsstätte. Auch Holzpartikel vom hl. Kreuz, gefasst in einer Monstranz, gehören zum Wunderschatz der Kirche. Anschließend pilgerte die Gruppe zu der von der Gemeinde schön renovierten Lourdeskapelle.

 

Die Kapelle Hl. Blut in Einsbach hat eine wundersame Entstehungsgeschichte. Der Brunnen vor dem schmiedeeisernen Barocklettner führt seit der Renovierung wieder Wasser in 8 Meter Tiefe. An dieser Stelle sprudelte zuerst eine Quelle aus dem Boden. Dorthin war eine in der Eucharistie verwandelte Hostie gefallen, die ein Hirt aus dem Schloss Lauterbach mit nach Hause nehmen wollte. Die Hostie zeigte ein Bild des Heilandes. Das Wasser hatte Heilkraft und war Ziel vieler Wallfahrer. Der Hostienkult erinnert an Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe in der Wandlung der gekreuzigte Jesus erschienen sein soll.


Zum Mittagessen ging es in das renommierte Schlossgut von Odelzhausen. Die regionalen Küchenspezialitäten mundeten im reservierten schattigen Biergarten besonders gut. Die moderne Maria-Stern-Kapelle in der Nähe erinnert an den ehemals berühmten Wallfahrtsort Taxa mit dem Augustiner-Barfüßer-Kloster und der Klosterkirche. Ursprung der in der Säkularisation vernichteten Gebäude war angeblich ein Gelübde des Grafen Hundt aus Lauterbach, der sich in Seenot befand. Ein Ei mit dem Bild der Gottesmutter im Sternenglanz war Mahnung für den Geretteten, die gelobte Kapelle zu bauen.

In Wiedenzhausen erwartete uns die Pfarrgemeinderatsvorsitzende und Organistin Frau Monika Niedermeier. Engagiert und begeistert erzählte sie über die stilreine, bestens erhaltene Barockkirche St. Florian, eine der schönsten des Landkreises. Hier wirkte der Bildhauer Konstantin Pader (vermutlich Schöpfer der Apostelfiguren in St. Jakob) und schuf den Hochaltar, einen Seitenaltar, die Kanzel und ausdrucksvolle Heiligenfiguren. Das Gnadenbild ist eine hoheitsvolle Muttergottes, die von zwei Engeln gekrönt wird. Es war das Ziel der Marienwallfahrt bis zum Verbot in der Säkularisation. Die Kirche birgt im Chorraum an der Decke ein schönes Dreifaltigkeitssymbol in Form von drei Ringen, von einem Kreis umgeben. An den Dreißigjährigen Krieg erinnert die Sauglocke. Vor den Schweden vergraben überstand sie die Kriegszeiten und läutet heutzutage als Sterbeglöckchen. Natürlich muss bei einer Wallfahrt auch gesungen werden. Zur Freude aller begleitete Frau Niedermeier zwei Marienlieder auf der Orgel.



Der gemütliche Ausklang war die Kaffeestunde im Bumbauernhof bei Indersdorf. Den köstlichen Eisbechern und leckeren Kuchen konnte niemand widerstehen. Gut gelaunt ging es nach Hause mit der Erfahrung, welch herrliche, sehenswerte Kirchen in unserem Landkreis aufzuspüren sind.

Ursula Koch
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Es klappert die Mühle am rauschenden Bach

Karin Schwenke am 6. Juni 2012

Müller ist in Deutschland der häufigste Familienname, auch wenn keiner der Anwesenden in der gut besuchten Veranstaltung für die Senioren von St. Jakob diesen Namen trug. Müller ist einer der ältesten Berufe und die Namen Mühle, Miller und Molnar erinnern an dieses Handwerk. Märchen, Gedichte, Lieder und Geschichten ranken sich um die Mühlen und ihre Betreiber. Diese hatten keine Bürgerrechte und galten deshalb als unehrenhaft, so erläuterte es die Bibliothekarin und Gästeführerin Karin Schwenke.
Gemahlen wurden Getreide, Gewürze und Schnupftabak. Papiermühlen verarbeiteten Lumpen, das waren„Hadern“ von ehrbaren Bürgern. Frauen zerschnitten die Stoffe in kleine Stücke. Ihre Arbeit war sehr staubig

Die Referentin hatte für ihren Vortrag über Dachauer Mühlen genau recherchiert und zeigte Abbildungen, die selbst den ortsgeschichtlich versierten Dachauern unbekannt waren. „Wie Perlen reihen sich die Dachauer Mühlen an der Amper“, das zeigte eine Zeichnung von 1790. Mit dieser Aussage ist belegt, dass die Mühlräder durch Wasserkraft angetrieben wurden. Frau Schwenke zeigte auf dem Plan die heutige Feldlmühle und die Paunsche Sägmühle, die unterhalb des Schlossberges lag. Aus der letzteren entstand später die obere Papierfabrik. Auf zwei Mühlen ging sie ausführlich ein.
Die älteste Mühle ist vor 805 am Steinmühlweg nachweisbar. Nach der Überlieferung überließ Erchana für ihr Seelenheil dem Bischof von Freising einen Herrenhof und diese Mühle. Damals existierte der Mühlbach noch nicht, das Amperwasser wurde zugeleitet. Die Mühle gelangte 1280 in den Besitz der Wittelsbacher. Nach dem 30jährigen Krieg war sie verwüstet und ging nicht mehr.1671 war dort wieder eine Mühle in Betrieb. Die moderne Papierfabrik Steinmühle entstand 1862. Sie war ausgestattet mit Telefon und elektrischem Licht. Bald aber gab es Beschwerden wegen der Gefahren für die Gesundheit und Prozesse wegen der Fischereirechte. Die Fabrik dehnte sich immer weiter aus und unter ihrem Besitzer Heinrich Nikolaus gab sie Arbeit für viele Dachauer, bis sie 2006 an einen finnischen Konzern verkauft wurde. Das „Aus“ ist allen Dachauern bekannt, die Zukunft des Geländes ist ungewiss.
Die Gröbmühle ist um 1100 erwähnt. Sie gehörte dem Bischof von Freising, später den Wittelsbachern. Im 30jährigen Krieg blieb sie verschont. Nach dem Brand von 1881 wurde eine Kunstmühle mit modernen Walzen errichtet. Ganz fortschrittlich war der Siloturm zur Einlagerung von Getreide. Müller Georg Scheierl beantragte ein Industriegleis. Weil ihm das nicht genehmigt wurde, sperrte er den Bach ab. Der Schleißheimer Kanal verschmutzte und das Wasser floss nicht ab. Die Scheierlmühle lieferte Strom für das Volksfest und war bis 1981 als Mühle in Betrieb. Der Turm stand nicht unter Denkmalschutz und wurde abgerissen. Frau Schwenke zeigte davon ein Foto, das manchen Besucher nachdenklich stimmte.
Die Namen Gröbmühlstraße, Mühlbachstraße, Steinmühlstraße, Steinmühlweg, zur Scheierlmühle und Auf der Scheierlwiese erinnern heute noch an den Mühlenort Dachau.

Ursula Koch

                                                                                                                
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Mit Musik in den Monat Mai

Stubenmusik Schmid am 2. Mai 2012

 

Zur Seniorenrunde im Pfarrsaal von Sankt Jakob kam die Stubenmusik Schmid und spielte auf. Heide Schmid, Harfe, Sepp Schmid, bekannt von der Schlossbergmusik, Geige, Günter Oehl, Geige und Gitarre, pflegen die Volksmusik nicht nur zu Hause, sondern musizieren zur Freude unentgeltlich für andere. Diesmal musste das Trio extra üben, weil es sich bereit erklärte hatte, auch Frühlings-und Wanderlieder zu begleiten. Die Geigenstimmen mussten deshalb umgeschrieben werden und Frau Schmid transponierte die Akkorde für die Harfe in eine Tonart, die für Senioren angenehm zu singen ist.

Dreher, Landler, Schottisch, Polka und Walzer versetzten die Zuhörer in eine gute Stimmung. Dazwischen sangen die Senioren so schön, dass die fachkundigen Musiker ihr Publikum lobten.
Franz Eder, der aufmerksam lauschte, ließ sich dazu anregen der Veranstaltung ein paar Bonmots beizusteuern. Er erklärte, dass der "Bayrische" ursprünglich aus dem Westdeutschen kam und "Rheinischer" hieß, erzählte vom Stallross und vom Handross, einem "Gewerkschaftler". Für die Musiker sagte er ein Gedicht auf, das sprach von viel Schweiß und langer Arbeit, ohne die es keinen Erfolg gäbe. Auf seinen Wunsch gab es einen Zwiefachen als Zugabe. Das traditionelle Abschiedslied wurde auch zu einem Wiedersehenslied für die Stubenmusik, das heißt, alle Zuhörer hoffen, dass diese im nächsten Jahr wiederkommt und einen Nachmittag gestaltet. Gestärkt durch die selbstgebackenen Kuchenspezialitäten und gut gelaunt applaudierten die Besucher. Die Ankündigung eines Ausflugs am 1. August zu Wallfahrtskirchen im Dachauer Land fand große Zustimmung.
„Das war wieder schön!“ war die Meinung vieler und auch den Musikern gefiel dieser Nachmittag.

Ursula Koch

                                                                                                          
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Das christliche Gottesbild in der Geschichte

Konstantin Bischoff am 4. April 2012

Die Seniorenrunde von St. Jakob am Mittwoch, zog neben dem Stammpublikum auch andere Besucher an. Der Referent Konstantin Bischoff, Diplomtheologe und Pastoralassistent in Vorbereitung, hatte ein anspruchsvolles Thema ausgewählt.
Anhand von Bildern bot er einen tiefgründigen, klar strukturierten Vortrag und man konnte sich gut Notizen machen.
Seit 2000 Jahren ringen die Menschen darum, sich von Gott ein Bild zu machen. In der antiken Götterwelt hatten sie es leichter, denn griechische und römische Götter verhielten sich wie Menschen. Die christliche Religion aber ist monotheistisch und ihr Gott ist verborgen. Die göttliche Trinität, in der Taufzeremonie bekundetes theologisches Wissen, ist ein Geheimnis und wird wegen des Bilderverbotes bis zum 4. Jh. nicht dargestellt. Der Mensch soll und kann sich von Gott kein Bild machen. Er kann in Symbolen von ihm sprechen," Gott ist ein Fels, eine Burg", wie in den Psalmen des Alten Testamentes gesungen wird.

Zeitgemäß formuliert es ein Firmling in Bischoffs Vorbereitungsstunde" Gott ist ein Döner, er ist vielschichtig".
Als die christliche Religion öffentlich wird, gibt es kein Bilderverbot mehr. Als Kirchen gebaut wurden, hatte das Bilderverbot keinen Einfluss mehr. Jesus als wahrer Mensch und wahrer Gott wird zum zentralen Thema.
Große Majestas – Darstellungen schmücken nun die Apsis der Kirchen, Jesus als Gott im Himmel, gestaltet als Mensch, umgeben von Engeln und Heiligen. Berühmte künstlerische Gestaltungen zeigen die Kirchen von Ravenna, als Beispiel San Vitale.

Die Evangelien werden in den Schreibstuben der Mönche verbreitet und mit Bildern versehen. Diese zeigen Christus als Mensch, als Beispiel passend zum Palmsonntag, auf einem Esel reitend. Gottvater und heiliger Geist sind dabei immanent.
Für den Trinitätsgedanken findet man Symbole: Das Dreieck als Zeichen für die Einheit der drei Naturen Gottes, der Kreis als Zeichen der Vollkommenheit, das Auge als Symbol für die Wachsamkeit Gottes über den Menschen. Ein weiteres Zeichen der Dreieinigkeit Gottes ist der Kreis mit der Hand.
Im 12. Jh. wird die Trinität bildlich dargestellt. Der Gnadenstuhl zeigt Gottvater als alten Mann. Er hält den gekreuzigten jungen Jesus vor sich, die Taube, Zeichen für den hl. Geist, schwebt vor seiner Brust und erinnert an die Taufszene Jesu.
Gott als Weltenbaumeister, Schöpfer und Ursprung, dargestellt mit dem Zirkel in der Hand, findet sich in vielen Handschriften, wie z.B.in einem ottonischen Evangeliar um das Jahr 1000.
In dem Sujet der Rosenkranztafel thront Gottvater über der ganzen Welt, das Zentrum ist Christus. Bei dieser hierarchischen Struktur gibt es eine klare Rangordnung, der Mensch befindet sich unten, die Heiligen dienen als Mittler.
In der Reformation zeigen Segensbilder nur Gott und den Menschen. Allein durch die Gnade Gottes erreicht der Mensch das Heil, er braucht keine Engel, auch keine Heiligen als Fürsprecher.
Michelangelo sieht bei der Ausmalung der Sixtinischen Kapelle Adam auf gleicher Ebene mit Gott.
In gegenteiliger Sichtweise schaut Gott als Pastor aeternus von der hohen Kirchenkuppel auf die Gläubigen herab. Die Aufklärung beschäftigt sich mit der Frage Kann man Gott malen? In der nachfolgenden kritischen Auseinandersetzung mit Glaube und Religion präsentieren die Nazarener am Anfang des 20. Jh. ein makelloses Idealbild Gottes.
Da im 20. Jh. richtungsweisende Aufträge für religiöse Kunst fehlen, sind die verschiedensten Gottesdarstellungen möglich. Eine Scheu, Gott zu malen und zu zeichnen, ist festzustellen.

Konstantin Bischoff ermunterte am Ende seines Vortrages die Zuhörer sich zu fragen: Wie erzähle ich von Gott? Wie spreche ich Gott an? Welche Bilder gefallen mir?
Von allen aufgezeigten Darstellungen Gottes und deren Bedeutung, könne jeder ein für sich geltendes Gottesbild finden.

Ursula Koch
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Die 50er Jahre - das war doch erst

Anni Härtl am 7.Mai 2012




"Ich höre die Anni Härtl so gern", so sagten Besucher der Veranstaltung im Pfarrsaal von Sankt Jakob. Rund 70 Teilnehmer waren gekommen, darunter etliche zum ersten Mal, und freuten sich auf die Erzählungen der Gästeführerin über die Altstadt. Anni Härtls Geschichten, kleine Geschichten nach ihrem Bekunden, sind nicht aufgeschrieben, aber von ihr erlebt und von ihr gesammelt.
Die Zeiten des Wiederaufbaus und der Existenzsicherung waren hart, doch die Bevölkerung konnte an einigen unterhaltsamen Sensationen teilhaben. Da gab es den Seiltänzer, der ohne Netz und Boden über das Seil, gespannt vom Rathaus zur Kirche St. Jakob, balancierte. Man bestaunte den Wal Jonathan, der schon ranzig roch. Die Winter waren eisig und schneereich. Die Kinder durften in der Wieningerstraße über eine selbst gebaute Schanze rodeln. Auch der Karlsberg war ein Schlittenberg, aber die gar zu Schnellen mussten aufpassen, dass sie am Ende richtig in die Kurve steuerten und nicht in der Tür der Bäckerei landeten. Am Abend bewunderten die Familien die großen Eisskulpturen des Künstlers Borgwardt und in der Weihnachtszeit die bekannten Krippen der Altstadt. In der warmen Jahreszeit schaukelten die kleinen Kinder am Wasserturm auf dem ersten Spielplatz der Stadt.
Die Erwachsenen hatten 100 Faschingsbälle in einer kurzen Saison zur Auswahl und die Wirte vom Hörhammer und Ziegler waren mit ihrem Umsatz immer zufrieden.

Es gab allerlei Spezialgeschäfte. Die Kerzen und das Christkindl für das Kripperl kaufte man im Lebzelterhaus, die erste ungarische Salami im Feinkostgeschäft Bink, im Zollhäuschen Obst und Gemüse und als besonderen Luxus einen Strauß mit drei Nelken in den Farben rot, rosa und weiß mit Asparagus dazwischen. Die Hausfrau ließ die Messer im Mayerbacherhaus schleifen und beim Bäcker Reim für 20 Pfennige die Stollen in der Nachwärme backen. Im Wohnzimmer vom Fotographen Hofmann war das Atelier für Aufnahmen zu besonderen Anlässen. Beim Hörhammer holte man das Bier, das im Keller gelagert war, und saß zur Brotzeit unter der Linde. Rund um dieses Naturdenkmal breitete sich der Wochenmarkt aus und die Väter kauften dort für den Hl. Abend den Christbaum, die damals übliche Fichte. Gezüchtet wurde in der Altstadt auch, Schwammerl im Hörhammer Stadel und Tomaten hinter den Blumen am Rösslerhaus.

Anni Härtl beendete ihren gedanklichen Altstadtrundgang mit der wechselvollen Geschichte des Benefiziatenhauses. Sie warb beim gut gelaunten Publikum für ihre weiteren Spaziergänge durch die Historie unserer Stadt, deren Werbeträger in den fünfziger Jahren der weiß-blaue Bus für die Fahrt von der Sparkasse nach München-Moosach war.


Ursula Koch
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Jung bringt Alt in Schwung

Musik und Tanz mit der Kinderprinzengarde am 1. Februar 2012



Rund 60 Besucher verbrachten einen vergnüglichen Nachmittag im Pfarrheim von St. Jakob. Schmalznudeln und Krapfen zum Kaffee und Schmalzbrote zum Glaserl Wein waren ein besonderer kulinarischer Genuss.
Versierte Vorleser rezitierten heitere Verserl und Geschichten. Die Senioren lachten über ein
seltsames Pulver im Paket, ein Kanapee, einen unvergesslichen Fasching, den Foam im Bierkrug, über Senioren mit viel Zeit und die Schuleinschreibung.
So kam schnell Stimmung auf und diese erreichte ihren Höhepunkt mit dem Auftritt der Kinderprinzengarde und dem Faschingsprinzenpaar. Sonja Kienast hatte in ihrem Ballettstudio kesse Tänze einstudiert. Die größeren Mädchen zeigten einen frechen Cancan, Jaqueline I. und Michael I. legten ein flotten Rock`n Roll und einen Wiener Walzer auf`s Parkett. Die kleineren Mädchen, darunter die Jüngste mit 6 Jahren, stilvoll im Tütü gekleidet, schwangen begeistert die Beine und eiferten den Älteren bei den modernen Tänzen nach.
Zum Abschluss begeisterte das Ensemble mit einer gemeinsamen Choreographie. Silvia Kalina, die sich für die Kinderprinzengarde mit ihrem Prinzenpaar engagiert, bedankte sich herzlich bei den Zuschauern für den langen Applaus und warb mit launigen Worten für einen Termin im nächsten Fasching.
Das Seniorenteam versprach bei der neuen Programmgestaltung daran zu denken und ermunterte die Besucher jetzt schon sich zu kostümieren.
Fazit der Veranstaltung: Jung bringt Alt in Schwung!

Ursula Koch
                                                                                             
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Mit Holzschuhen im Schnee - Leben im Winter früher

Rosmarie Henkel  am 4. Januar 2012

Das war ein Thema so ganz nach dem Geschmack der 60 Zuhörer in der ersten Seniorenrunde im neuen Jahr. Die Referentin, in Pipinsried geboren und dort lebend, konnte auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. In ihrem Elternhaus war eine Schneiderei, wo viele Leute aus dem Dorf ein-und ausgingen, und auf der Stör wiederum kam man in die Bauernhäuser des Dorfes und der Umgebung. So hat sie als Kind viel gehört, gesehen und selbst erlebt, wie hart die Zeiten im Winter waren.
Das Interesse am bäuerlichen Leben in der Vergangenheit ließ Rosmarie Henkel zur Sammlerin werden. So brachte sie aus ihrem reichhaltigen Fundus Bekleidung mit, die im Winter getragen wurde: Holzschuhe für draußen, in denen die Kinder so schön rutschen konnten, Lederpantoffeln mit Holznägeln für drinnen im Haus, wo nur die Küche warm war und die gute Stube nur an wenigen Festtagen geheizt wurde.
 

Lange Hosen für die Frauen gab es noch nicht, gegen die Kälte wappnete man sich mit dicken leinernen Unterhosen, Unterröcken und langen, doppelsohligen, kratzigen Strümpfen, festgemacht an Leiberln oder mit einem Lederband. Große Wolltücher wurden über den Kopf und die Schultern geschlungen.
Die Referentin erzählte, wie mühsam das Wasser aus dem Brunnen in die Küche getragen oder in Leitungen in den Stall gepumpt wurde. Eisig waren die Zimmer und die Betten, diese wärmten ein heißer Ziegelstein in ein Tuch gewickelt und eine Bettflasche. Gebadet wurde in einer Zinkwanne mit dem warmen Wasser aus dem Wasserschiff vom Herd. Einfach und wenig abwechslungsreich war die Kost im Winter. Es gab Brotsuppe mit Kartoffeln, G´surtes als Fleisch, Schweineschmalz, schwarze Blutwurst, Mehlspeisen und dazu Kompott aus getrockneten Zwetschgen und Birnen. Das Dorfleben war vom Miteinander geprägt.
Der Gemeindediener verkündete, welche Hohlwege und Verbindungsstraßen geräumt werden mussten und tags darauf rückten Männer und Frauen mit Schneeschaufeln aus, damit die wichtigsten Wege wieder schneefrei waren. Für die Bierkeller waren die Männer zuständig. Aus dem Dorfweiher schlugen sie das Eis für die Kühlung. Die Spiele der Kinder waren überschaubar. Die Buben hatten ihre Steckenpferde, die an Weihnachten einen neuen Schwanz bekamen, und die Mädchen die Wiegen, die immer wieder neu hergerichtet wurden.

Mit der „Hockerlgoaß“, einem kurzen Schlitten (Bild), ging´s die schneebedeckten Hügel hinunter und die ganz Mutigen banden die Schlitten zu einem Zug zusammen. Frau Henkel berichtete auch über die Ausbesserungsarbeiten in der Freizeit im Winter, über das Federn schleifen und Wolle spinnen. Ihre Erzählungen, bei denen die Zuhörer eifrig mitredeten, rundete sie mit Geschichten aus dem Dachauer Land ab. Leopold Kammerer schrieb über die Weihnachtsgans Stasi und Blasius Thätter über seinen Sturz in das eiskalte Wasser, während die Männer die Eisblöcke aus dem Weiher schlugen.

Weihnachtslieder am Anfang und am Schluss gaben diesen interessanten Erinnerungsgeschichten einen stimmungsvollen Rahmen.

Ursula Koch
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