Eine Pfeifenorgel fürs Marienstift

   
Jeden Sonntagvormittag setzt sich im Caritas-Altenheim Marienstift eine kleine Karawane aus Rollstühlen und Gehwagen in Bewegung. Sie strebt in Richtung Christkönigkapelle im zweiten Obergeschoss zum Gottesdienst um 10.45 Uhr.

Zu den etwa 30 Heimbewohnern, die die Eucharistiefeier besuchen, gesellen sich noch einmal gut 30 von außerhalb dazu. Und das wirkt sich wohltuend aus, denn so sind die Bewohner nicht nur unter sich – es entsteht eine schöne Gottesdienstgemeinde für alle Teilnehmenden.

Auch die Gäste aus der Nachbarschaft wissen dies – und zusätzlich den kurzen Weg und den barrierefreien Zugang mit dem geräumigen Lift in der Schillerstraße 40 – sehr zu schätzen.
 
Leider hatte in letzter Zeit die dortige elektronische Orgel der Firma Müller & Graf geschwächelt. Sie fiel durch etliche Mängel immer öfter unangenehm auf. Zum Glück war dann dank großzügiger Spenden Abhilfe in Sicht. Der hauptberufliche Kirchenmusiker der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Rainer Dietz, hielt Ausschau nach einem Gebrauchtinstrument und wurde in Hamburg fündig. Dort entdeckte und kaufte er eine Kleinorgel der Firma Becker (Kupfermühle) aus dem Baujahr 1965.

Die Orgel macht optisch einen guten Eindruck und besteht aus hochwertigem Material. Sie verwendet das zuverlässige Prinzip der mechanischen Schleiflade, das sich schon ab dem 15. Jahrhundert bewährt hat und eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer verspricht. Das Instrument besitzt ein Manual mit vier Registern. Die Registerdisposition lautet: Gedeckt 8', Principal 4', Rohrflöte 4' und Gemshorn 2'.

Eine Pedalklaviatur war bisher nicht vorhanden, eine Nachrüstung war jedoch von Anfang an vorgesehen. Im Zuge der Renovierung wurde die Pedalklaviatur der bisherigen Marienstiftorgel angebaut und 30 Basspfeifen wurden nachgerüstet. Die Orgelbauwerkstatt Rainer Kilbert nahe Regensburg übernahm die Renovierung und den Zubau.

 Am 18. März 2012 wurde das Instrument in einem Festgottesdienst feierlich gesegnet und eingeweiht.
D.R.