Heiliges Grab in St. Jakob

Die Einrichtung des Heiligen Grabes hat ihr Vorbild im Neuen Testament, wo es heißt:  “Josef von Arimathäa kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes."  (Mk 15,46)

Normalerweise wurden Gekreuzigte irgendwo verscharrt, doch bei Jesus war es anders, denn er bekam ein ehrenvolles Grab, wie alle Evangelisten betonen. Bis heute ist nicht sicher, ob die von Kaiser Konstantin über dem freigelegten Christusgrab im Jahre 335 n.Chr. fertiggestellte Grabeskirche auch tatsächlich der Ort der Grabesruhe und Auferstehung Jesu ist, dennoch wird seither das mit einem Rollstein verschlossene Einzel-Felsgrab von der Christenheit als Heiliges Grab verehrt.

Mindestens seit dem 9. Jahrhundert wurden im ganzen christlichen Abendland bedeutende Stätten des Heiligen Landes in Kopien errichtet oder bildlich vorgestellt, so auch das Grab Christi. Das Hl. Grab von St. Jakob befindet sich in einem kleinen, dunklen Raum unter der großen Kirchentreppe. Viele stille Beter fanden bereits nach der Karfreitagsliturgie und auch noch am Karsamstag den Weg dorthin, um Jesu Tod zu gedenken.

Text und Bild: Wolfgang Müller