Raimund Richter von Kardinal Reinhard Marx im Münchner Liebfrauendom zum Ständigen Diakon geweiht

 

"Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz"  < 1 Kön 3,9 >

 
 
Am 29. September 2012 hat der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, im Münchner Liebfrauendom Raimund Richter und 12 weitere (davon 11 verheiratete) Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Sie alle werden im Erzbistum als Ständige Diakone in der Seelsorge angewiesen und ausnahmslos hauptberuflich tätig sein.

Die Weihekandidaten wurden durch Handauflegung und Gebet des Bischofs geweiht: "... Sende auf sie herab, o Herr, den Heiligen Geist. Seine siebenfältige Gnade möge sie stärken, ihren Dienst getreu zu erfüllen."

Mit ihnen steigt die Zahl der Ständigen Diakone im Erzbistum auf insgesamt 270. Ihre Zahl hat sich also in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Fast zwei Drittel nehmen ihr Amt hauptberuflich wahr, die anderen neben einem „Zivilberuf“.

Der Zustrom zu dieser Berufsgruppe, die es erst wieder seit dem Zweiten Vatikanum als eigene hierarchische Stufe des Weihesakramentes gibt, wächst weiterhin. Um die 100 Männer in der Erzdiözese zeigen jedes Jahr ernsthaftes Interesse. Von ihnen bewerben sich letztlich zwischen zehn und zwanzig.


„Diakon ist das griechische Wort für Diener. Seine Aufgabe ist es, eine Brücke zu den Menschen zu bauen und vor allem zu denen zu gehen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen“, sagt Werner Ingo Mehlich, Diözesanreferent für Ständige Diakone. Als meist verheiratete Männer mit Familie seien die Ständigen Diakone „das Auge der Kirche in der Welt“. Sie brächten durch ihre Lebenserfahrung in Familie und Beruf wichtige Aspekte in die Seelsorge mit ein.

12 der neuen Diakone sind verheiratet, alle sind zwischen 39 und 52 Jahre alt. Diakon Raimund Richter hat im Pfarrverband Dachau - St. Jakob seinen pastoralen Vorbereitungsdienst in der Ausbildung zum Ständigen Diakon absolviert. Er kommt aus Kleinberghofen im Pfarrverband Erdweg, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Admissio wurde am 23.03.2012 feierlich in Dorfen begangen. Er tritt seinen Dienst im Pfarrverband Indersdorf an.

Die Weihekandidaten erklärten, dass sie bereit sind, sich zum Dienst für die Kirche weihen zu lassen und den Glauben in Wort und Tat zu verkünden. Die Ehefrauen der Kandidaten erklärten sich bereit, ihre Ehemänner im Dienst zu unterstützen. Danach versprachen die Weihekandidaten dem Bischof  Ehrfurcht und Gehorsam.

Bei der Überreichung des Evangeliars sprach der Bischof jedem neuen Diakon die Worte zu: "Empfange das Evangelium Christi. Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben. Was du glaubst, das verkünde. Was du verkündest, das erfülle im Leben."

Die mindestens vierjährige, berufsbegleitende Ausbildung zum Diakon schloss ein Theologiestudium und Praxisinhalte ein. Mit ihrer Weihe gehören die Diakone zum Klerus des Bistums.

Die Diakone dürfen in der Eucharistiefeier das Evangelium verkündigen, die Fürbitten vortragen und die Sorge um die Kollekte übernehmen. Sie können aber auch selbständig Wortgottesdienste und Andachten leiten. Nach Weisung ihres Bischofs dürfen sie die Taufe spenden, die Eucharistie austeilen, der Eheschließung von Seiten der Kirche assistieren, bei Eucharistiefeiern und anderen Gottesdiensten predigen und Beerdigungsfeiern leiten.

Sie sind darüber hinaus wie auch die Pastoralreferenten und Pastoralreferentinnen in verschiedenen Aufgabenkreisen der Pastoral eingesetzt, hauptsächlich in der Jugend-, Ehe- und Familien-, Senioren- und Krankenhausseelsorge.
 

In der Homilie (ausgehend von Joh 1, 47-51 am Fest der Heiligen Erzengel) erinnerte der Kardinal daran, dass das Diakonenamt zwei Aufgaben in sich vereine: den Dienst in der Liturgie und den Dienst am Nächsten. Marx habe bei den Gesprächen im Zukunftsforum und im Gesprächsforum „Im Heute glauben“ in Hannover immer wieder erfahren, was die Gläubigen denken, nämlich dass die Liturgie von Gott her für die Menschen da sei. Die Sakramente sind für die Menschen da. Der Diakon könne beides zeigen - die Liturgie sei geheimnisvoll, und sie sei zugänglich. Es gibt eine Tür in die ewige Herrlichkeit; diese Tür heißt Christus. Jesus habe sich den Lieblingstitel „Menschensohn“ gegeben, um klarzumachen, er ist von Gott her bei den Menschen, und er ist für die Menschen da. Von Gott her, der uns sucht und findet – wie den Nathanaël im Text des Evangeliums (Joh 1, 48).

Zu Recht schaut das Volk Gottes besonders auf die Diakone, "ob Ihr von Gott her bei den Menschen seid". Sie können den Menschen von Gott erzählen und ihn den Menschen deutlich machen. Die Diakone können den Menschen Wege zeigen, wie sie selber zu Gott finden. Nichts kann die Menschen von Gott trennen. Der Schlüssel zum Herzen der Menschen ist die Familie, die Familienpastoral. Die Heilige Schrift zeigt uns auch Jesus zuerst in seiner Familie. „Die Familie ist der Kern der Evangelisierung.“ Der Kardinal sprach den Wunsch aus, die Diakone sollten den Auftrag annehmen, von Gott her bei den Menschen zu sein. Sie sollen im Auge behalten, worum es eigentlich geht in der Kirche. In jeder Messe kann man den Himmel offen sehen.
 
 
Bildbericht: Dieter Reinke
 


Hier folgen noch Aufnahmen von der Vesper, die Raimund Richter am Schluss der Feier mit seinen Gästen
im Heimatpfarrverband Erdweg gefeiert hat. Die Vesper fand am 29. September 2012 um 17:00 Uhr in der Basilika auf dem Petersberg bei Erdweg statt. Herzlichen Dank an Herrn Alfred Bayer dafür, dass er uns die drei Fotos überlassen hat.