"Beständigkeit. In Zeiten des Wandels." 50 Jahre Caritas-Altenheim Marienstift in Dachau
























   

Landrat
Hansjörg Christmann
"50 Jahre sind ein Zeitraum, in dem sich unsere Gesellschaft in all ihren Strukturen und Facetten in einem Tempo und Umfang gewandelt hat wie nie zuvor. Ebenso vollzog sich der Wandel im Anspruch an eine moderne, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Pflege und Betreuung unserer älteren Bewohnerinnen und Bewohner. Um diesem Anspruch stets gerecht zu werden, unterzog sich das Altenheim „Marienstift“ dem notwendigen stetigen Wandel und nahm sämtliche neuen Herausforderungen an. Nach 50 Jahren hat es sich mit seinen traditionellen Wurzeln zu einer modernen Einrichtung entwickelt, die die heutigen Qualitätsstandards in der Pflege liebevoll und fürsorglich erfüllt."
   

Oberbürgermeister
Peter Bürgel
"Die Stadt Dachau ist sehr froh darüber, dass im Marienstift ältere und auch pflegebedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger so gut betreut werden. Der Einrichtung eilt zu Recht ein guter Ruf voraus, eine wichtige Basis für das Vertrauen von alten Menschen und deren Angehörigen. Die qualifizierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses kümmern sich Tag und Nacht um das Wohlbefinden, nicht nur im Bereich der Gesundheit und Pflege, sondern auch durch menschliche Hinwendung gegenüber all den Sorgen und Nöten, die ältere Menschen oftmals haben. Dieses breite Engagement zugunsten der Heimbewohner ist mustergültig und verdient Dank und Respekt."
   

Geschäftsführerin Doris Schneider, Caritas

"Das Caritas-Marienstift hat sich über die vielen Jahre immer wieder den neuen Herausforderungen gestellt. Heute leben überwiegend pflegebedürftige Menschen im Hause, die damit verbundenen Herausforderungen gestalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einem hohen qualitativen Niveau. Bei allen Herausforderungen, die sich aus einer hohen Pflegebedürftigkeit, demenziellen Erkrankungen, der Umsetzung einer christlichen Hospiz- und Palliativkultur ergeben, ist es wichtig, dass das Caritas-Marienstift ein Wohn- und Lebensort für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ist. Das wird auch in Zukunft für uns ganz wesentlich im Vordergrund stehen."







Pfarrer und Dekan
Wolfgang Borm

 
"Im „Marienstift" wird etwas davon spürbar, dass „Caritas" und „Kirche" zusammengehören. Die Frohbotschaft des Evangeliums findet im konkreten Bemühen um den Menschen, wie es auch in diesem Haus geschieht, ihre Verleiblichung. So wichtig nun das konkrete Erleben ist – es geschieht doch nicht von selbst. Und darum gilt ein ganz herzlicher Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesem Haus, allen, die das Ihre dazu beitragen, dass die Hoffnung auf ein würdevolles Leben nicht vergeht. Es ist gut, dass sie sich von diesem christlichen Geist tragen lassen, dass uns hier nun schon seit 50 Jahren eine Oase des Lebens für viele Menschen geschenkt ist."

    Heimleiter im Marienstift
Till Pabst
"An den diversen Umbaumaßnahmen, die nötig waren, um den jetzigen Stand zu erreichen, kann man erkennen, dass sich das Marienstift Dachau generell durch den beständigen Willen zu kontinuierlicher Weiterentwicklung auszeichnet. Diese Bereitschaft zur Veränderung und Weiterentwicklung ist ein zentraler Bestandteil der Beständigkeit, vor allem auch in den Zeiten des immer schneller fortschreitenden Wandels. Ich bin dankbar, in dieser historisch gewachsenen und fest in der Gemeinde Dachau verankerten Einrichtung arbeiten zu dürfen, und wünsche allen Menschen, die im Marienstift Dachau leben oder arbeiten, von Herzen eine segensreiche Zukunft und das Gefühl von Geborgenheit."
   








Prälat
Hans Lindenberger
(Auszug aus der Predigt)
Als Kaiser Valerian die Herausgabe der Kirchenschätze anordnete, verteilte der Diakon Laurentius, der „kirchliche Sozialarbeiter mit dem Herzen am rechten Fleck“ die Güter an die Armen und Hilfsbedürftigen und präsentierte dem Herrscher die Notleidenden als den wahren Schatz der Kirche. Die naive Geschichte zeigt geradezu provozierend, worin die wahren Schätze der Christen bestehen, nämlich: in Menschen, die bedürftig sind, die Hilfe und Begleitung brauchen. Diese Menschen sind wertvoll, sind kostbar wie ein Schatz. Ohne die Legende überzustrapazieren, will ich heute sagen: „Ihr Caritas-Altenheim hier in Dachau beherbergt einen wertvollen Schatz – und das seit 50 Jahren. Es sind die alt gewordenen, bedürftigen, gebrechlich gewordenen Väter und Mütter, die Mitbürger hier aus dem Raum Dachau. Sie sind uns wertvoll und kostbar. Und Sie, die Sie hier im Hause arbeiten und sich engagieren, Sie versuchen alle Tage neu, mit Achtung und Wertschätzung mit den anvertrauten Menschen umzugehen. Sie schenken ihnen Würde aus christlicher Haltung heraus, eine Würde bis hin zum würdevollen Sterben, liebevoll begleitet. Die Hospizkultur ist auch hier im Caritas-Haus in Dachau ganz, ganz wichtig. Dass Menschen nicht durch die Hand eines Menschen sterben, sondern gut begleitet an der Hand eines Menschen, der liebevoll da ist. Dieses Haus hier, das ist ein Zuhause.“

Die nachfolgenden Bilder dokumentieren die Feierlichkeiten am 26. Oktober 2012: den Rundgang durch das Haus mit Heimleiter Till Pabst, den Festgottesdienst in der Christkönigkapelle, die Darbietungen der Ampertaler und vom Trio Zapf, die Grußworte und Ansprachen im großen Saal und das kalte Büfett.
 
 
 


„Beständigkeit. In Zeiten des Wandels.“


Das Caritas-Altenheim Marienstift Dachau ist in den vergangenen 50 Jahren ein Ort zum Wohnen und Leben für viele Menschen gewesen. Hier wurde und wird miteinander gefeiert, gelacht und gesungen, aber auch geweint, getrauert und gebetet.


Das Haus wurde 1962 in Betrieb genommen. Seit dem großzügigen Um- und Erweiterungsbau in den Jahren 1990 bis 1994 verfügen alle Zimmer über behindertengerechte Bäder mit Dusche und Toilette. Bis zu 122 Damen und Herren finden hier ein Zuhause in 44 Einzel- und 37 Doppelzimmern sowie 4 Appartements.

Was gibt es Neues? Der Beschützende Wohnbereich ist im Jahr 2011 nochmals mit viel Liebe und Fingerspitzengefühl saniert und renoviert worden. Das besondere Farbkonzept, die Märchentafeln und das Natureck mit Waldlandschaft, holprigem Boden und Vogelgezwitscher sorgen für eine deutliche Unterscheidbarkeit der verschiedenen Aufenthaltsbereiche. Die Zimmertüren sind mit Namensschildern und großformatigen Bild-Text-Collagen ausgestattet. Darauf sind neben dem Foto des Bewohners vor allem auch Hobbies und lebensbiographische Situationen abgebildet, die dem jeweiligen Bewohner besonders wichtig sind. Zusätzlich wurde ein geschützter Außenbereich mit Terrasse und Blumenbeet angelegt, der den Bewohnern bei schönem Wetter jederzeit zur Verfügung steht.

Das neu geschaffene Abschiedszimmer im vierten Stock zeichnet sich durch eine besondere Farb- und eine variable Lichtgestaltung aus. In der leuchtenden Stille des Raums kann in aller Ruhe von verstorbenen Bewohnern Abschied genommen werden. Das ebenfalls neu gestaltete Seelsorgezimmer steht für vertrauliche Gespräche mit der Heimseelsorgerin Frau Heimann zur Verfügung. Frau Pastoralreferentin Heimann ist an drei Tagen pro Woche im Haus tätig. Sie ist eine wichtige moralische Stütze für Bewohner, Angehörige und auch MitarbeiterInnen. Im Seelsorgezimmer ist nun sogar eine kleine Bibliothek eingerichtet. Die Bücher sind für alle Bewohner frei zugänglich, und die Regale werden durch eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadtbücherei Dachau regelmäßig mit neuer Literatur bestückt.

Vor kurzem wurden die Angebote in der Cafeteria noch einmal deutlich erweitert. Dank der neuen Kaffeemaschine mit Münzeinwurf können rund um die Uhr diverse Heißgetränke und Kaffeespezialitäten genossen werden. Außerdem werden für alle Gäste der Cafeteria regelmäßig wechselnde Zeitschriften ausgelegt. Am Kioskverkauf werden Leckereien und Artikel für den täglichen Bedarf angeboten. Der Garten mit Sonnenterrasse und Springbrunnen wird bei fast jedem Wetter zu einem viel genutzten und geselligen Treffpunkt für Bewohner und Angehörige. Hier kann man gemeinsam die Sonne genießen und natürlich auch die eine oder andere Neuigkeit austauschen.

Drei fachliche Schwerpunkte sollen im Marienstift in den nächsten Monaten vorrangig optimiert werden:

•  1. die Förderung und Erhaltung der Mobilität
•  2. die Betreuung von demenziell veränderten Bewohnerinnen und Bewohnern
•  3. „Palliative Care“ und christliche Hospizkultur

 
  1.  Bewegungsförderung ist ein Kernthema des individuellen Pflegeprozesses. Die Bezugspflegekraft koordiniert alle zur Verfügung stehenden Ressourcen, wie Gymnastikangebote im Haus, die Teilnahme an jahreszeitlichen Veranstaltungen, die regelmäßige Anleitung der BewohnerInnen. Bei Bedarf werden Hilfsmittel zur Bewegungsförderung organisiert. Das Team bespricht gezielte Maßnahmen zur Sturzprophylaxe. Bei der täglichen Pflege wird ein „3-Schritte-Programm“ umgesetzt. Und die Angehörigen werden informiert und einbezogen.

  2.  Die Betreuung von demenziell veränderten Bewohnerinnen und Bewohnern ist Aufgabe der Gerontopsychiatrischen Fachkräfte. Die berufsbegleitende Weiterbildung hierzu dauert 2,5 Jahre. Ihr Auftrag besteht darin, die Bezugspflegekräfte bei demenziellen Veränderungen der BewohnerInnen zu beraten und Ansprechpartner für Angehörige von betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern zu sein.

  3.1  Der Caritasverband betreibt gegenwärtig einen beachtlichen finanziellen und personellen Aufwand und bietet intensive Fortbildung mit erfahrenen Fachleuten aus Hospizen an, um in seinen Einrichtungen „Palliative Care“ zu ermöglichen. Für diesen Begriff gibt es noch kein deutsches Wort. Ein „pallium“ war im alten Rom ein mantelartiger Überwurf, und „palliare“ heißt „bedecken, schützen, umhüllen“. „Palliative Care“ hat das Ziel, schwerstkranke Menschen zu umsorgen, wenn sie im medizinischen Sinn „austherapiert“ sind. Das heißt, kein Krankenhaus kann ihnen mehr helfen, sie werden leider binnen weniger Wochen sterben müssen.

•  3.2  Zur Palliative-Care-Fachkraft kann sich ein/eine Altenpfleger(in) durch eine sechsmonatige berufsbegleitende Weiterbildung qualifizieren. Er/sie ist danach zuständig für die Beratung der Bezugspflegekräfte, wenn für einen Bewohner/eine Bewohnerin die palliative Phase eintritt. Daneben ist er/sie Ansprechpartner für die Angehörigen. Bei Bedarf wird sehr eng mit dem Elisabeth-Hospiz-Verein Dachau zusammengearbeitet; das SAPV-Team Dachau (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung durch Fachärzte und Fachpflegekräfte) kann hinzugezogen werden.

•  3.3  So wie ein Mantel den Winter nicht vertreiben kann, so kann und wird „Palliative Care“ den Krebs nicht besiegen. „Palliative Care“ will erreichen, dass der Patient sich einigermaßen wohl, geborgen und sicher fühlt. Dazu werden die Schmerzen möglichst ausgeschaltet und Atemnot, Unruhe und Übelkeit gelindert. An die Stelle von aggressiver und belastender „kurativer“ Medizin treten nun z.B. Musiktherapie, manuelle Therapie, Aromatherapie und dergleichen. „High-Tech“ wird quasi abgelöst von „High-Touch“. Auch die psychischen und spirituellen Belange sowie die religiösen Bedürfnisse der Betreuten werden sehr ernst genommen; und die Angehörigen der Sterbenden werden in die Obhut und Fürsorge mit einbezogen.

Möge unser Caritas-Altenheim Marienstift – unter dem Schutzmantel der Heiligen Gottesmutter Maria – auch in den kommenden 50 Jahren ein segensreicher Ort sein, der Geborgenheit bietet für alle Menschen, die hier leben oder arbeiten.


Links zu weiteren Seiten über das Caritas-Altenheim Marienstift Dachau

 

D.R.