Ein Gottesdienst mit Krankensalbung

 
Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:      
Vor wem sollte mir bangen?  […]      
Nur eines erbitte ich vom Herrn,
danach verlangt mich:
Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel.
Denn er birgt mich in seinem Haus am Tag des Unheils; er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, er hebt mich auf einen Felsen empor.  [...]
Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen;
sei mir gnädig und erhöre mich!  [...]
Hoffe auf den Herrn und sei stark!      
Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!      


Aus Psalm 27 
      

Einen Gottesdienst mit Krankensalbung feierte der Pfarrverband Dachau St.Jakob am 8. Juni 2013 nachmittags im Kirchensaal von Mariä Himmelfahrt. Die Krankensalbung darf als ein stärkendes Zeichen verstanden werden, das die Heilung von Körper und Geist fördern will.




 
Die Krankensalbung ist ein Sakrament, das in besonderer Weise deutlich macht, dass Gott mit dem kranken und leidenden Menschen ist. Er wendet sich dem Kranken zu, ist ihm nahe und steht ihm bei. Es ist die innere Stärkung mit der Bitte um Heilwerden an Leib und Seele. Im Jakobusbrief 5, 14-15 heißt es: „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.“
 
 
Daraus wird deutlich, dass Krankensalbung kein Sterbesakrament ist und der Begriff „Letzte Ölung“ den Sinn nicht trifft. Letztlich haben wir Menschen es ohnehin nicht in der Hand, trotz allen Fortschritts und allen Könnens der Medizin, was mit uns geschieht. Und wir dürfen, ja wir müssen es Gott überlassen, was er mit dem Kranken vorhat. Wir wissen aber auch, dass uns die Fülle des Heils zugesagt ist, wenn wir am Ziel unseres irdischen Weges sind: in der Vollendung, ganz bei Gott.
 
 
Das Sakrament der Krankensalbung soll nicht gespendet werden, um dadurch „das Tor zum Himmel zu öffnen“ oder „damit ja nichts versäumt wird“. Die Entscheidung, ob die Krankensalbung gespendet werden soll, muss grundsätzlich beim Patienten liegen. Kann er nicht entscheiden, müssen die Angehörigen beschließen; aber auf jeden Fall im Sinne des Kranken!

Das Sakrament darf laut Kirchenrecht – leider – nur vom Priester gespendet werden. Es kann mehrmals empfangen werden, dann, wenn der Kranke beispielsweise wieder zu Kräften gekommen ist und später von neuem schwer erkrankt. Sinnvoll kann es auch sein, vor einer großen Operation das Sakrament zu empfangen.
 
 
Es ist etwas Wunderbares und Stärkendes für alle Beteiligten, wenn in der liturgischen Feier gemeinsam mit den Angehörigen gebetet wird und der Priester den Kranken nach der Handauflegung an Stirn und Händen salbt und dabei spricht: „Durch diese Heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf.“

Aus diesem Text wird ganz deutlich, dass die Krankensalbung nur Lebenden gespendet werden kann. Der vorgeschriebene Ablauf ist in dem Abschnitt „Die Krankensalbung und weitere Feiern mit Kranken“ im Gotteslob Nr. 602 (im alten Gotteslob Nr. 76) aufgezeichnet.

Albert Wenning, Diakon
  (Fotos: Dieter Reinke)

Dieses Sakrament soll in ähnlichem Rahmen wie am 8. Juni 2013 zweimal im Jahr gespendet werden. Es ist jedoch auch jederzeit möglich, einen Priester zu bitten, in die Wohnung oder ins Pflegeheim zu kommen.
Die Krankensalbung ist ein feinfühliges, ein intensives Zeichen dafür, dass Gott den Leidenden nahe ist und für sie das Leben will. Trauen Sie sich, diese Erfahrung zu machen!