Ausflug 2013

Rund um den Staffelsee

Ausflug des Kirchenchors St. Jakob am 12. Oktober 2013

Kirchenmusiker Christian Baumgartner hatte sich zwei Schmankerl ausgedacht: Kloster Schlehdorf und eine Schifffahrt rund um den Staffelsee. Bei Regen ging es in Dachau mit dem „Simperlbus“ los. Südlich von München lag schon Schnee auf den Wiesen und Bäumen und manch Ausflügler fror schon bei dem Gedanken an ein zugiges Schiff. Doch die Wolkendecke riss auf und die herrliche Voralpenlandschaft leuchtete in herbstlichen Farben.
Pfarrer Christian Hermann führt durch Kirche und Kloster Schlehdorf

Pfarrer Christian Hermann, Baumgartners ehemaliger Chef, erwartete uns schon am Portal der zweitürmigen ehemaligen Klosterkirche und heutigen Pfarrkirche zur Führung. Kloster und Kirche haben eine wechselvolle Geschichte. Ursprünglich stand das Kloster am Ufer des Kochelsees. Eine Urkunde bekundet die Gründung im Jahr 772 und die Führung nach den Regeln des Hl. Benedikt. Vermutlich führten Überschwemmungen zu einem Neubau auf der Anhöhe Kirchbichl. Die Augustiner-Chorherren hatten dort ihren Konvent von 1140 an bis zur Säkularisation. Heute leben in den Gebäuden 46 Missionsdominikanerinnen und führen eine Realschule für Mädchen. Ab dem nächsten Jahr ist diese auch für Buben geöffnet. Viele der Schwestern sind schon sehr alt, nur die Äbtissin und eine weitere Schwester sind erst 59, bzw. 60 Jahre alt. Die Dominikanerinnen können ihr Kloster nicht mehr allein aufrecht erhalten und vielen Schwestern ist bang um ihre Zukunft.
Der Patron der Kirche ist der Hl. Tertulin. Der Katakombenheilige wurde im 3. Jh. in Rom als Priester verfolgt und geköpft. Sein Patrozinium ist am 4. August und einmalig auf der Welt. Papst Hadrian schenkte dem Kloster die Reliquien des Hl.Tertulin.
Der heutige Kirchenbau wurde 1726 begonnen und erst 1780 beendet. Deswegen zeigt er eine Mischung aus barockem und klassizistischem Stil. Der lichterfüllte Innenraum birgt eine weitere Besonderheit, den Seitenaltar mit den weißen Statuen der drei Hll. Jungfrauen. Die Legende besagt, dass die Frauen mit zum Gefolge der Hl. Ursula gehörten. In der Sakristei zeigte uns Pfarrer Hermann eine kostbare Monstranz. Die herrliche Augsburger Goldschmiedearbeit ist mit Perlentrauben und Edelsteinen besetzt. Das Kloster beherbergt eine reizende Bibliothek mit durchbrochenen Balustraden vor den hohen Bücherregalen und einem imposanten Deckenfresko mit dem Hl. Augustinus auf dem Sonnenwagen als Sieger über die Häretiker. Die wertvollsten Handschriften befinden sich in der Bayerischen Staatsbibliothek.
An der Schiffsanlegestelle Seehausen

Nach dem Mittagessen beim Fischerwirt mit guter bayerischer Küche warteten die St. Jakobler leicht fröstelnd an der Schiffsanlegestelle. Am Ufer schaukelten lediglich Ruderboote und manch einer fragte sich, ob denn die Schifffahrt schon eingestellt sei. Aber dann kam doch ein Schiff und es war überraschend voll besetzt. Nach kurzem Aufenthalt auf Deck saß man warm, gemütlich und ratschend zusammen und war überrascht, dass die 80-Minuten-Fahrt so schnell verging. Nach einem Spaziergang durch Seehausen kehrte die Gruppe in den traditionsreichen Gasthof „Zum Stern“ ein zur Brotzeit oder zur süßen Nascherei. Nach 18 Uhr ging es nach Hause.
Schön war`s. Danke, Christian Baumgartner!
Ursula Koch