Besinnungstage der Gremien des Pfarrverbands im Kloster Bernried ● Ende März 2014



 
Die Mitglieder der alten und der neu gewählten Pfarrgemeinderäte und der Kirchenverwaltungen im Pfarrverband Dachau - St. Jakob waren eingeladen zum Besinnungswochenende am Freitag und Samstag, dem 28. und 29.3.2014, im Bildungshaus St. Martin des Klosters Bernried. Es war eine gute Gelegenheit, abseits der Aufgaben in den Pfarreien etwas Ruhe zu finden und sich auf die Grundlage unseres ehrenamtlichen Engagements zu besinnen – auf unseren Glauben. Fünfzehn Pfarrgemeinderäte aus dem Pfarrverband nutzten die Gelegenheit.
 

Frau Maria Geisberger, Fortbildungsleiterin für Gemeindereferent/inn/en der Erzdiözese München und Freising leitete den Besinnungstag. Mit Liedern und Texten aus dem neuen Gotteslob feierten wir Andacht; wir lasen Bibelstellen, sangen Lieder und freuten uns bei Spaziergängen und Meditationen im Klostergarten des schönen, sonnigen Tages. Maria Geisberger hat sich bei der Moderation auf das Wesentliche konzentriert und uns damit viel Zeit gegeben, in kleinen Gruppen und jeder für sich den Tag im Kloster zu genießen.
 

Am Freitagabend, nach Vesper und Abendessen, stellten sich die Teilnehmer vor und lernten sich bei einigen persönlichen Gedanken um die Arbeit im Pfarrgemeinderat und im Pfarrverband näher kennen. Rund um eine Kerze legte jeder das Bild, das er/sie ausgewählt hatte, und stellte seine/ihre Erwartungen vor. Nach diesem kurzen, ersten, besinnlichen Teil nahmen alle im Stüberl die Gelegenheit wahr, miteinander ins Gespräch zu kommen.
 

Am Samstagvormittag beschäftigten uns Texte aus dem 1. Testament, Texte aus Genesis 12 und 15: Der Herr gibt Abram den Auftrag zum Aufbruch in ein neues Land und sagt ihm seinen Segen zu. Und Abram glaubt und macht sich auf den Weg. In kleinen Gruppen sprachen wir über die Worte und ihre Bedeutung für Abram damals und für uns heute.

Am Nachmittag beschäftigten wir uns mit Stellen aus der Bergpredigt: „Ihr seid das Salz der Erde. ...“ und „Ihr seid das Licht der Welt. ...“ Der Text aus Mt 5,13-16 war eine Basis unserer Reflexionsaufgaben. Was heißt Salz, was heißt Licht? Was fällt uns spontan zu den beiden Begriffen ein. Was bedeutet "Ich bin das Salz der Erde. Ich bin das Licht der Welt." für mich als Christen, wenn ich meinen Namen, wenn ich mich selbst einsetze?

Die zweite Stelle fragt uns nach dem Halt in unserem Leben: „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ Mit der Schriftstelle aus Mt 7, 24-27 war uns die Aufgabe gestellt, wer/was unser Fels im Leben ist. Was hält, wenn die Stürme des Lebens toben und jeden Halt wegzuwaschen drohen?

Im sonnigen Klostergarten hatte erst jeder für sich Zeit nachzudenken. Danach sprachen wir zu zweit oder dritt über unsere Gedanken zu dem "Felsen", auf den wir vertrauen. Eine kurze Andacht mit Texten und Liedern aus dem neuen Gotteslob und Segenswünschen für jeden und die Arbeit im Pfarrverband beschloss diese wunderbaren Tage.

 
Herzlichen Dank an Pfarrer Wolfgang Borm für die Organisation und an Frau Maria Geisberger für die Leitung des Besinnungswochenendes.
Karl Mayrhofer       
 
 

Die Texte aus der Heiligen Schrift, mit denen wir uns in Bernried beschäftigt haben


Abrahams* Berufung und Wanderung nach Kanaan

Gen 12,1 Der Herr sprach zu Abram*: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.
Gen 12,2 Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.
Gen 12,3 Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.
Gen 12,4 Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog.
Gen 12,5 Abram nahm seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre Habe, die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in Haran gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort an.
Gen 12,6 Abram zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land.
Gen 12,7 Der Herr erschien Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land. Dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Gen 12,8 Von da brach er auf zum Bergland östlich von Bet-El und schlug sein Zelt so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.
Gen 12,9 Dann zog Abram immer weiter, dem Negeb zu.


Gottes Bund mit Abraham

Gen 15,1 Nach diesen Ereignissen erging das Wort des Herrn in einer Vision an Abram: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild; dein Lohn wird sehr groß sein.
Gen 15,2 Abram antwortete: Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben? Ich gehe doch kinderlos dahin und Erbe meines Hauses ist Eliëser aus Damaskus.
Gen 15,3 Und Abram sagte: Du hast mir ja keine Nachkommen gegeben; also wird mich mein Haussklave beerben.
Gen 15,4 Da erging das Wort des Herrn an ihn: Nicht er wird dich beerben, sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein.
Gen 15,5 Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein.
Gen 15,6 Abram glaubte dem Herrn und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.
Gen 15,7 Er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zu Eigen zu geben.


Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt

Mt 5,13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
Mt 5,14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Mt 5,15 Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
Mt 5,16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.


Vom Haus auf dem Felsen

Mt 7,24 Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Mt 7,25 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
Mt 7,26 Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
Mt 7,27 Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.



* Der Gott Israels ändert den Namen des 29-jährigen Abram zu Abraham, als er den Bund mit ihm schließt. Siehe Gen 17,5.