Sommerausflug ins schöne Glonntal

am 30. Juli 2014 nach Ebersbach bei Weichs - Sittenbach und Furthmühle

Schon in Dachau begannen die Umleitungen, aber der junge Fahrer Korbinian Simperl lenkte seinen Bus mit den 51 Seniorinnen und Senioren der Pfarrei St. Jakob, Dachau, unbeirrt und ruhig über diese Umwege nach Ebersbach im Landkreis Dachau. Ein kurzer Fußweg führt zur „Puit“. Dort steht das private Bauernhofmuseum des ehemaligen Frauenarztes Dr. Alois Kammermeier und seiner Frau Doris.
„Betreten verboten“ ist auf einem Schildchen am Rande einer Wiese mit üppiger Blumenpracht auf dem Grundstück zu lesen. Der Hausherr empfing dort seine Gäste und nannte gleich am Anfang seiner äußerst interessanten Führung durch das Anwesen den Grund: Eine solche Wiese mit dieser Blumenvielfalt brauche 20 Jahre zum Gedeihen und es gäbe diese Art wegen der heutigen intensiven Bewirtschaftung mit Düngen und Spritzen sonst nirgendwo. Zwei Bauerngärten hat er mit seiner Frau angelegt mit 72 Pflanzen, die ihm eine versierte Gärtnerin verraten hatte. Dazu orientierte er sich an dem Klostergartenplan des Reichenauer Mönchs Strabo, der zur Zeit Kaiser Karls des Großen gelebt hatte.

Schusterhäusl aus Pasenbach
Im 18.Jh.erbaut, 1972 abgebrochen,
1994 in Ebersbach wieder aufgebaut
Doimerhaus aus Günzenhausen bei Au in der Hallertau, 
1793  erbaut, 1979 abgebrochen,
1983 in Ebersbach wieder aufgebaut

Das Ehepaar Kammermeier und seine junge Familie bewohnen zwei alte Holzhäuser aus dem 18. Jh., die 1983 und 1996 vor dem Abbruch bewahrt wurden. Dr. Kammermeier ließ das Doimerhaus aus Au in der Hallertau und das Schusterhäusl aus Pasenbach auf sein Grundstück versetzen. Er betonte, diese Blockbauten seien die einzigen im nördlichen Ober- und Niederbayern und sein größter Wunsch wäre es, diese einmaligen Denkmäler für die Nachwelt zu erhalten. Größte Bewunderung erntete er für diese außergewöhnliche Initiative von den Zuhörern. Alle staunten bei der Besichtigung des Doimerhauses, dass Frau Kammermeier in der niedrigen Stube und Küche inmitten der alten Möbel auch wirklich wirtschaftet. Zum denkmalgeschützten Ensemble gehören noch Remise, Backhaus mit vorindustriellen bäuerlichen Geräten, Bienenstand, Windbrunnen und zwei Taubenkogel, darunter als Besonderheit ein Tortaubenhaus. Der Hausherr benannte fachkundig alle Räume, Bauteile, Materialien und Geräte, und er weiß natürlich auch die Bezeichnungen in seiner niederbairischen Sprache. Die Prittlbacher und Pellheimer nannten ihm dann die hiesigen alten Ausdrücke. Man hätte dem Volkskundler noch lange zuhören können, aber es warteten noch weitere Baudenkmäler im schönen Glonntal auf die Besichtigung.

In Sittenbach hatte Mesner Manfred Böck schon die Türe der äußerlich sehr schlichten kleinen Pfarrkirche St. Laurentius geöffnet. Die herrliche Rokokoausstattung des Innenraumes begeisterte alle Betrachter. Herr Böck kümmert sich mit viel Liebe und Engagement um die Pflege der seiner Meinung nach drittschönsten Kirche des Landkreises Dachau. Er berichtete, wie seine Gemeinde sich mit großem finanziellen Aufwand an der letzten umfangreichen Renovierung beteiligt hatte. Dazu erzählte er über die Besonderheiten des Gotteshauses: Die gewölbte Decke wurde von Johann Georg Dieffenbrunner mit Szenen aus dem Märtyrerleben des Hl. Laurentius in
St. Laurentius Sittenbach  Freskotechnik bemalt.

Der leichte, zart getönte Stuck mit Rocaillen, Blumengirlanden und zahlreichen Engeln ist das Werk des berühmten Wessobrunners Franz-Xaver Feichtmayr. Die schwungvolle Schiffskanzel mit Segel, die auf silberne Wellen gesetzt ist, hat nur zwei Pendants weit und breit. Die Meringer Bildhauerfamilie Luidl schuf den bewegten Hochaltar mit der Holzplastik des Heiligen, der den Feuerrost als Attribut seiner Folter hält, und die Seitenaltäre. Vor der geschnitzten Schutzmantelmadonna sang die Besuchergruppe zum Abschluss das Lied „Maria, breit den Mantel aus“.

Im Landgasthof „Zum Bräu“ genossen die hungrigen Ausflügler bodenständige, traditionelle, gut gekochte Gerichte, wie Tellerfleisch, Schweinsbraten und Kalbsbraten in üppigen Portionen.

Wallfahrtskapelle Geiselwies "Von Lisa für Opa im Himmel ein Tor des FC Bayern"

Anschließend ging es zur viel besuchten Wallfahrtskapelle Geiselwies, die so idyllisch in einer Waldlichtung bei Sittenbach liegt. Ein plötzlicher starker Regenguss ließ niemanden die gute Laune verdrießen, und so gab es die Möglichkeit, die vielen, frommen und auch originellen Votivtafeln genau zu betrachten.

Furthmühle

Viele kannten das letzte Ziel, die Furthmühle, nur vom Hörensagen und waren schon sehr gespannt. Trotz regen Besuches an diesem Tag ergatterten alle Kaffeedurstigen leckeren, dort selbst gebackenen Kuchen. Es blieb auch noch viel Zeit zum Ratschen im Mühlenraum und, um sich im dortigen Verkaufsraum mit regionalen Produkten umzuschauen.
Korbinian Simperl brachte alle Senioren wieder sicher nach Dachau zurück. Die Organisatorin des Ausflugs, mit einem duftenden Geschenk bedacht, kündigte bereits den Ausflug für das nächste Jahr an, verriet aber das Ziel noch nicht.
Ursula Koch