Kolping - Gedenkfahrt nach Dresden

Informations- und Gedenkfahrt der Kolpingsfamilie Dachau
Auf den Spuren des im KZ-Dachau ermordeten Dresdner Kolpingpräses Alojs Andritzki
 
 
In Erinnerung an den 100. Geburtstag des Dresdner Kolpingpräses Alojs Andritzki nahmen 29 Teilnehmer aus Dachau, Karlsfeld, Indersdorf an einer Studien-, Informations- und Gedenkfahrt nach Dresden - Görlitz - Bautzen teil.

Die Reise vom 01. - 04.Juli 2014 organisierte das Dachauer Forum in Zusammenarbeit mit der Kolpingsfamilie und dem Kath. Frauenbund Dachau. Die Leitung hatte Kolpingmitglied Andreas Kreutzkam, die seelsorgerische Begleitung Kolpingpräses Pater Klaus Spiegel OSB und Dekan Wolfgang Borm.

Die Teilnehmer konnten Alojs Andritzkis Lebensweg rückblickend betrachten und nachvollziehen: sein Geburtshaus und die Taufkirche in Ratibor, seinen Aufenthalt im Priesterseminar im Bischof- Benno-Haus in Schmochtitz, den Sankt-Petrie-Dom zu Bautzen, in dem er am 30. Juli 1939 die Priesterweihe empfing sowie seine erste und einzige Stelle als Kaplan in der Hofkirche in Dresden.

Als Kaplan übernahm der junge Priester Alojs Andritzki 1939 auch die Funktion des Präses der Kolpingsfamilie Dresden. Durch sein intensives Engagement baute er rasch eine enge Bindung, insbesondere zu den Jugendlichen, auf. Ende 1940 führten seine Aktivitäten zum Streit mit der Gestapo. Aufgrund "heimtückischer Angriffe auf Staat und Partei" wurde er angeklagt. Er sagte eine stärkere Verfolgung der katholischen Kirche voraus und die Unvereinbarkeit von Katholizismus und Nationalsozialismus.
Die Festnahme Alojs Andritzki erfolgte am 21 Januar 1941 mit Untersuchungshaft im Dresdner Gefängnis, im Oktober des gleichen Jahres wurde er in das Konzentrationslager Dachau überstellt. Alojs Andritzki wurde im Alter von 28 Jahren am 03 Februar 1943 im KZ-Dachau mit einer Giftspritze ermordet.
 
Papst Benedikt XVI. sprach Alojs Andritzki am 13. Juni 2011 in der Kathedrale in Dresden selig. Anwesend waren 11000 Gläubige, darunter 9 Mitglieder der Kolpingsfamilie Dachau.

Dr. Heiner Koch, Bischof von Dresden-Meißen, äußerte sich zu Alojs Andritzki wie folgt: "Wir Menschen leben von Vorbildern. Ein großes und großartiges Vorbild für uns Christen ist Kaplan und Kolpingpräses Alojs Andritzki. Seine Begeisterung und sein Engagement für die Kirche, letztlich für das Reich Gottes, waren beeindruckend und er ließ sich auch von der Diktatur des Nationalsozialismus nicht einschüchtern".

Das Bistum Dresden-Meißen würdigte den 100. Geburtstag des Sorben. Pater Klaus Spiegel hielt für die Dachauer Reisegruppe am 1. Juli in der Dresdner Hofkirche am Alojs-Andritzki-Altar eine Andacht.

Am 2. Juli feierte die Reisegruppe in der Marienwallfahrtskirche Rosenthal (Ratibor) mit zahlreichen Gläubigen aus nah und fern einen feierlichen Festgottesdienst zu Ehren Alojs Andritzkis. Dies ermöglichte auch die Begegnung der Dachauer Gruppe mit sorbischen Pfarrangehörigen.

Die individuell gestalteten Stadtführungen durch Dresden, Görlitz und Bautzen ließen die restaurierten und renovierten Gebäude verschiedener Jahrhunderte lebendig werden. Die Besichtigungen und Informationen in der Gefängnisanlage Bautzen verdeutlichte die Macht der damals Regierenden in der DDR, die zur Verletzung der Menschenwürde führte.
 
 

Hofkirche Dresden

Alojs-Andritzki-Altar
Marienwallfahrtskirche Rosenthal