Kolping - Hilfe für Paraguay

Nach dem Motto: "Sonnenschein gibt´s gratis" bildet das Kolpingwerk Paraguay mit Hilfe der Kolpingsfamilie Dachau und einem Zuschuss der Stadt und des Landkreises Dachau Jugendliche in Solartechnik aus. Das Kolpingwerk in Paraguay betreibt seit vielen Jahren ein Berufsbildungsinstitut. Dort werden im Großraum der Hauptstadt Asuncion und in Außenstellen im Landesinneren im Moment über 3400 junge Leute ausgebildet. Insgesamt bietet das Institut 51 Ausbildungsgänge, einschließlich der Vorbereitung zum Fachabitur an. Der neueste und gleichzeitig innovativste Ausbildungszweig ist die Solartechnik. Möglich wurde dieser Ausbildungszweig durch die Initiative von Bruno Schachtner von der Kolpingsfamilie Dachau und Willi Kirchensteiner, einem pensionierten Berufschullehrer und Experten für Solartechnik.
 
Die ganze Solartechnik passt in einen kleinen Koffer
Die Ausgangsüberlegung: Viele Menschen im Landesinneren sind nicht an die Stromversorgung angeschlossen. Hier bietet sich die Solarenergie als dezentral einsetzbare Technik an. Der Bedarf ist also sehr groß. In Abstimmung mit dem Kolpingwerk Paraguay wollten die Dachauer aber nicht einfach technisches Equipment verschenken. Vielmehr sollte ein nachhaltiger Ansatz verfolgt werden, indem zum einen junge Techniker ausgebildet wurden, zum anderen auch Ausbildende im Bereich der Solartechnik, die zukünftig als Multiplikatoren wirken können. Dabei beschritt Kolping völliges Neuland, denn Ausbildungsgänge in diesem Bereich sind in Paraguay bisher nicht vorhanden.
So flogen Willi Kirchensteiner und Buno Schachtner im Oktober 2013 für einen Monat nach Paraguay, um dort in zwei Ausbildungsgruppen Jugendliche und Multiplikatoren auszubilden. Mit im Gepäck hatten sie Bausätze für zwölf Solarkoffer, die die Seminarteilnehmenden unter Kirchensteiners Anleitung zusammenbauten und nun weiter verwenden können. Ausgestattet sind die Koffer mit einem Solarmodul und Batterien. So können die Menschen mit ihnen Elektrogeräte betreiben, Geräte wie Handys und Computer laden und Lichtquellen speisen. Eine detaillierte Bauanleitung auf Spanisch hat Willi Kirchsteiner mitgeliefert. Alle Bauteile sind problemlos auch in Paraguay erhältlich, so dass die neu ausgebildeten Fachleute diese Koffer selber nachbauen können. (Foto: Bruno Schachtner)
 
Mit Sonnenenergie werden nun Trinkwasserpumpen angetrieben
Weil es Ziel dieses Kurses war, diese Ausbildung so praktisch wie irgend möglich zu gestalten, montierten die Teilnehmenden in der Stadt Aregua eine Solarpanel-Anlage auf einem Wohnhaus. Diese Anlage versorgt eine Batteriebank mit Strom. Aus den Batterien kann schließlich genug Strom für die Beleuchtung des Hauses, den Betrieb eines Radiogerätes und den Betrieb einer Förderpumpe für Frischwasser auf dem zentralen Platz von Aregua gewonnen werden. Zum ersten Mal haben die Bewohner damit Zugang zu gutem Brunnenwasser rund um die Uhr.
So hat das Projekt eine innovative und ökologische Technologie mit Unterstützung der Stadt und des Landkreises Dachau mit jeweils sechs Solarkoffer nach Paraguay gebracht. Das Kolpingwerk Paraguay ist zudem dabei, ein Kreditsystem aufzubauen, das es auch armen Menschen ermöglicht, von dieser Technologie zu profitieren.

Mit Stipendien zum Erfolg
Neue Technik für die Zukunft: Mit einem Stipendienprogramm will das Kolpingwerk Paraguay jungen Leuten aus ländlichen Gebieten den Einstieg in die Solartechnik ermöglichen. Die komplette Ausbildung, einschließlich der Materialkosten, liegt bei 40 Euro im Monat. Die Ausbildung dauert mindestens sechs Monate. Die Aussichten für die jungen Leute nach Abschluss der Ausbildung sind gut. Man kann davon ausgehen, dass sie einen Arbeitsplatz finden oder eine selbständige Existenz gründen können.
Das Projekt können Sie unterstützen: Stichwort "PM-Paraguay"
Sozial- und Entwicklungshilfe des Kolpingwerkes e.V.,
Konto 15 640 014 BLZ 370 601 93, Pax Bank eG Köln,BIC: GENODED1PAX, IBAN: DE97 3706 0193 0015 6400 14. Spendenbescheinigung, Informationen finden Sie unter www.kolping.net. oder Tel.: (0221) 77 880-37