Ökumenischer Gottesdienst des Pfarrverbands mit der Friedenskirche am 16. November 2014

 
 
Das Team, das den Ökumenischen Gottesdienst vorbereitet hatte, wollte anschaulich verständlich machen, was mit dem Evangelium vom Senfkorn und vom Sauerteig ausgesagt wird. In einer spielerischen Aktion wurde nach dem Einführungsteil sogar ein junger, noch kahler Baum gemeinsam von mehreren spontanen Hilfskräften zum Altarraum hinauf gehievt und geschmückt. An dem Beispiel, wie man sich anfangs gemeinsam vehement um sein Wachstum bemühte, wurde zu den Aussagen der Predigt hingeführt: Eine große Sache fängt klein an. Und ein klein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Das heißt, eine kleine Sache kann eine große Wirkung haben.
 

Pfarrer Körner sagte in seiner Predigt, es scheine sich in der Ökumene auf der obersten Ebene gar nichts zu bewegen, es scheine kein Vorankommen und kein Wachstum zu geben. Er selber wolle die Beurteilung lieber den theologischen Spezialisten überlassen. Aber: Wir können auf der Basis unseres Glaubens einander begegnen, miteinander etwas tun, miteinander etwas gestalten. Wir können versuchen zu verstehen, was Jesus gewollt hat und was Christus von uns Heutigen will. Damit aus dem Samenkorn ein Baum werde und damit der Sauerteig wirken kann, bedarf es menschlicher Hände und menschlicher Arbeit. Der Gärtner und die Bäckerin sind zuerst unverzichtbar. Es gibt danach aber auch Zeiten, zu denen der Gärtner und die Bäckerin in den Hintergrund treten können. Mitunter bedarf es jedoch vieler Menschen, um etwas gemeinsam zu bewegen.
 

Katholiken und Protestanten vor Ort tun Vieles gemeinsam, können gemeinsam etwas in Gang setzen. Dieses gemeinsame Tun hat seine eigene Qualität, hat seine eigene Qualität bei allem, was mir miteinander machen – zum Beispiel in diesem Gottesdienst, bei den anschließenden Gesprächen, in unseren Chören, die hier gemeinsam auftreten, in unseren Nachbarschaftshilfen, die sich regelmäßig bei der Caritas treffen, in der Erwachsenenbildung von „Forum“ und „Podium“, die gemeinsame Projekte durchführen – und vielem mehr.
 

Aber wir tun auch gemeinsam anderes, obwohl wir das nicht unter dem Vorzeichen Ökumene machen. „Denken Sie nur an die vielen Flüchtlinge, die jetzt nach Bayern kommen, nach Dachau, nach Schwabhausen, Schönbrunn, Hebertshausen und wo sonst noch. Es entsteht ein gemeinsames Tun, ein gemeinsames Miteinander von Katholiken und Protestanten, aber auch von Ausgetretenen, von Andersgläubigen und Nichtgläubigen. Da wächst etwas Neues in unseren Gemeinden. Da finden hoffentlich Begegnungen statt, bei denen man sich richtig kennenlernen kann. Diese gemeinsame Anstrengung sprengt unsere herkömmlichen Strukturen, seien sie katholisch oder evangelisch. Bewusst und mit Maß, mit hoffentlich wenig Aktionismus, aber mit Mitgefühl und Anteilnahme. Das sollten unsere christlichen Stärken sein: Mitgefühl und Anteilnahme.“
 

Neben Herrn Pfarrer Körner und Herrn Pfarrer Borm waren Herr Diakon Gerhardinger und mehrere Pfarrangehörige der Friedenskirche und des Pfarrverbands Dachau St. Jakob aktiv an der Gestaltung der Feier beteiligt. Die Kantorei der Friedenskirche und der Chor Mariä Himmelfahrt sowie Frau Christiane Höft (Dekanatskantorin des Evang.-Luth. Prodekanats München-Nord) an der Steinmeyerorgel gaben dem Gottesdienst das festliche Gepräge. In den Gesprächen – anschließend an den Gottesdienst im Kirchensaal – wurde noch lange diskutiert über das Gottesdienstthema und vieles mehr.
D.R.