Ein kleiner Bildbericht von der Aussendung der Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen in unserer Pfarrkirche St. Jakob am 20. Juni 2015

 

In der Feier am 20. Juni 2015 wurden ausgesendet als Pastoralassistent/innen
Timo Grünbacher
Agnes Huber
Johannes van Kruijsbergen
Monika Landendinger
Christoph Reich
Josef Weiher
 
 
Die Pastoralassistenten und -assistentinnen hatten sich als Leitsatz, als Motto für diesen Tag die Worte ausgewählt: "Ich bin bereit, gesandt zu werden."

Die zwei Theologinnen und vier Theologen werden im September in der Seelsorge ihren Dienst aufnehmen. Mit ihrem Motto bringen sie zum Ausdruck, wie sie ihre künftige Aufgabe verstehen: sie sind bereit, das Evangelium zu verkünden, für die Menschen da zu sein, sie zu begleiten und sich in diesem Dienst vom Geist Gottes leiten zu lassen.

In der Predigt (zum Lesungstext Kolosserbrief 4,6) schlug ihnen der Weihbischof vor, den Text "Eure Rede sei allzeit lieblich, doch mit Salz gewürzt" aus dem griechischen Urtext anders zu übersetzen. "Anmut" sei an Stelle von "Lieblichkeit" der passendere Ausdruck. Und "Anmut" vertrage sich auch nie mit "Zwang". Zum Glauben könne man niemanden mit Zwang gewinnen oder auch nur darin bestärken, nicht "Zwang" sondern "Einladung" sei der Wegweiser. Auch passe "Überheblichkeit" nicht zum Amt des Seelsorgers. Demut stehe dem Amt besser an.
 

Die Auszusendenden gelobten vor dem Weihbischof und den versammelten Gläubigen, Gottes Wort zu verkünden, die Menschen zu begleiten, den Glauben zu erschließen und sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.

Weihbischof Wolfgang Bischof übergab jedem eine vom Kardinal handsignierte Bibel mit den Worten: "Empfange die Heilige Schrift. Verkünde und lebe das Evangelium Christi, damit Glaube, Hoffnung und Liebe in den Menschen geweckt und gestärkt werden."
 

Generalvikar Dr. Beer überreichte am Ende die Beauftragungsurkunden und die Sprecher der Berufsgruppe Martin Holzner-Kindlinger und Julia Mokry hießen die neuen KollegInnen mit einem kleinen Geschenk herzlich willkommen in der Berufsgruppe.

Die Kollekte des Gottesdienstes soll auf Wunsch der Auszusendenden diesen zwei Projekten zugute kommen:

"Die Münchner Insel ist eine Krisen- und Lebensberatungsstelle, die Menschen in allen Lebenslagen berät. Träger ist die Erzdiözese München und Freising sowie der Evangelisch-Lutherische Dekanatsbezirk München. Zur Münchner Insel kommen Menschen, die sich in tiefen Lebenskrisen befinden, die hilflos und existentiell bedroht sind, Menschen, die spüren, in ihrem Leben etwas verändern zu wollen und dabei jemanden suchen, der ihnen unterstützend zur Seite steht. In der Münchner Insel finden sie eine erste Anlaufstelle, in der sie anonym und kostenlos Unterstützung bekommen. Auch wenn die Beseitigung materieller Not nicht zur Aufgabe der Münchner Insel gehört, so können sich aus den Beratungsgesprächen heraus in Einzelfällen trotzdem Situationen ergeben, in denen es angebracht ist, eine finanzielle Unterstützung zu geben. Dies wird möglich durch Spendengelder.

Don Bosco Fambul ist eine katholische NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) und arbeitet im Feld der Straßensozialarbeit in der Hauptstadt Sierra Leones, Freetown. Der Salesianerbruder Lothar Wagner und seine über 60 Mitarbeiter kümmern sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche. Ihr Angebot umfasst Hilfen für Straßenkinder, Familienberatung, offene Jugendarbeit, Ausbildungsmaßnahmen, eine landesweite Telefonberatung für Jugendliche. Die ohnehin schwierige Situation der Kinder und Jugendlichen wird seit über einem Jahr erschwert durch die Ebola-Epidemie, die ganz Sierra Leone getroffen hat. Don Bosco Fambul betreibt präventive Maßnahmen, um die Verbreitung von Ebola zu stoppen, kümmert sich aber auch um die Kinder, die aufgrund der Epidemie ihre Familien verloren haben.

Wir danken für Ihre finanzielle Unterstützung dieser Projekte!"
 

Im Erzbistum München und Freising sind mit diesen sechs Ausgesandten rund 320 Pastoralreferenten und -assistenten tätig, 62 Frauen und Männer bereiten sich im Ausbildungszentrum für Pastoralreferenten in München auf den Beruf vor. Zu den Aufgabengebieten von Pastoralreferenten gehören vor allem die kirchliche Jugendarbeit, die Vorbereitung auf den Empfang von Erstkommunion oder Firmung, der Religionsunterricht in Grund- und Hauptschulen, die Leitung von Wort-Gottes-Feiern sowie die Zusammenarbeit mit den Gruppen und Gremien der Pfarrgemeinden und Verbände. Auch in der "kategorialen" (nicht-pfarreigebundenen) Seelsorge wie z.B. in Krankenhäusern, Altenheimen oder Jugendstellen werden Pastoralreferenten eingesetzt.
 
Weihbischof Wolfgang Bischof nach der Feier::

Heute durfte ich zwei Pastoralassistentinnen und vier Pastoralassistenten in einem sehr feierlichen Gottesdienst aussenden. „Ich bin bereit, gesandt zu werden!“, das war das Leitmotiv dieser Feier.

Ausgehend vom Lesungstext Kol 4,2-6 habe ich die Anregungen der Aussendungskandidaten in meine Predigt übernommen. Ich habe mich auf den Vers 6 konzentriert. In der Einheitsübersetzung heißt es: „Eure Worte seien immer freundlich, doch mit Salz gewürzt; denn ihr müsst jedem in der rechten Weise antworten können ...“ Im griechischen Text heißt es: „ὁ λόγος ὑμῶν πάντοτε ἐν χάριτι, ἅλατι ἠρτυμένος, εἰδέναι πῶς δεῖ ὑμᾶς ἑνὶ ἑκάστῳ ἀποκρίνεσθαι.“

In Anlehnung an die Studienübersetzung "Münchener Neues Testament" habe ich statt "immer freundlich" die Übersetzung "in Anmut" aufgegriffen. (Dies ist zwar kaum mehr Alltagssprache, drückt aber etwas aus über die Schönheit und Würzkraft, über die persönliche Überzeugung und Authentizität, mit der wir Seelsorger von unserem Glauben sprechen sollen, damit er ansteckend wird.)

Was Anmut meinen kann und wie wir als Seelsorgerinnen und Seelsorger anmutig (also frei von Zwang, in Ausgewogenheit von Bewegung und Ruhe und im Gegensatz zur Erhabenheit bzw. Überheblichkeit) unseren Auftrag der Verkündigung erfüllen können, das alles waren Themen meiner Predigt.

Ich wünsche den ausgesandten Schwestern und Brüdern Gottes Segen und Freude im Weinberg des Herrn.
 
 
 
 D.R.