Das Tagebuch der Ministrantenfahrt nach Nürnberg

 
 
Montag, 07.09.2015
Wir trafen uns um 10:30 Uhr beim Kiosk am Dachauer Bahnhof, um uns auf den Weg nach Nürnberg zu machen, dem Ziel unserer diesjährigen Ministrantenfahrt. Mit der S-Bahn ging es nach Petershausen und von dort mit dem Regionalexpress zum Nürnberger Hauptbahnhof. Nach einer kurzen U-Bahn-Fahrt und einem kleinen Fußmarsch erreichten wir gegen 13:30 Uhr unsere Unterkunft für die kommenden vier Nächte und fünf Tage. Unsere beiden "Köche" (eine Mutter und ein Vater von mitfahrenden Ministranten) waren schon mit dem Auto vorausgefahren, um die Hausübergabe zu machen und für das Abendessen einzukaufen. Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, gab es im Speisesaal selbstgebackenen Kuchen, Kaffee für die Großen und Tee für die Kleinen. Dort wurden auch einige organisatorische Dinge besprochen. Bei Spielen wie „Alle, die …“, „Zeitungsschlagen“ und „Kartenrutschen“ lernte man sich näher kennen. Zum Abendessen gab es Nudeln mit einer leckeren Hackfleischsoße und Parmesan. Zum Nachtisch konnte man einen Obstsalat mit Joghurt und Honig haben. Nach dem Essen wurden noch gemeinsam ein paar Lieder aus einem Liederbuch gesungen. Gegen 23:00 Uhr ging der erste Tag zu Ende.


 

Dienstag, 08.09.2015
Heute gab es schon um 8:00 Uhr Frühstück, weil wir rechtzeitig zur Burgführung in der Altstadt sein mussten. Nachdem jeder noch ein Lunchpaket eingepackt hatte, ging es gegen 09:00 Uhr Richtung U-Bahn-Haltestelle Muggenhof. Nach einer kurzen Fahrt stiegen wir bei der Lorenzkirche aus, um zu Fuß den Weg zur Burg hinauf zu gehen. Bei der Führung bekamen wir Einblicke in die Geschichte der Burg, die auch als Kaiserburg bekannt ist, weil ihr alle Kaiser während ihrer Regierungszeit einen Besuch abgestattet haben. Des Weitern hatten wir die Möglichkeit, einen Blick in den 50 Meter tiefen Burgbrunnen zu werfen. Nach der Turmbesteigung machten wir Mittagspause im Burggarten, wo wir auch unsere mitgebrachten Lunchpakete aßen. Als nächster Treffpunkt war 16:00 Uhr an der Lorenzkirche ausgemacht; Zeit also, sich in Kleingruppen in der Stadt umzusehen. Anschließend gab es noch für jeden zwei Kugeln Eis, bevor es zurück ins Selbstversorgerhaus ging. Um 18:00 Uhr grillten wir gemeinsam, außerdem gab es, nachdem es draußen dunkel geworden war, bei gemütlichem Zusammensein Stockbrot. Nach einem anstrengenden Tag gingen wir zeitig zu Bett, denn wir waren alle sehr müde.

Mittwoch, 09.09.2015
Endlich mal ein bisschen länger schlafen! Heute gab es erst um 8:30 Uhr Frühstück. Am Vormittag bastelten wir bunte Armbänder. Zum Mittagessen gab es einen leckeren Gemüseeintopf. Nachdem alle ihren Rucksack gepackt hatten, machten wir uns gegen 13:30 Uhr auf den Weg zur U-Bahn. Wie tags zuvor fuhren wir bis zur Lorenzkirche und teilten uns in fünf gleichgroße Gruppen auf, denn wir machten eine Rallye durch Nürnberg. Unsere Aufgabe war es, 20 Fragen zu beantworten. Als sich alle gegen 16:00 Uhr wieder bei der Lorenzkirche eingefunden hatten, machten wir uns auf den Weg Richtung Burg, denn wir hatten eine Führung durch die historischen Felsengänge der Stadt gebucht. Bei einer interessanten Führung bekamen wir Einblicke in die dunklen Gemäuer und ihren Verwendungszweck. Vor dem zweiten Weltkrieg dienten die Keller als Lagerraum für Bier und Wein. Während des Krieges wurden sie als Luftschutzbunker vor Bombenangriffen genutzt. Nach der fast eineinhalbstündigen Führung machten wir uns auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft. Nach einem guten Abendessen, es gab Chili con Carne, verteilten wir uns im Haus, um Billard, Kicker oder Tischtennis zu spielen. Um 23:00 Uhr war Bettruhe.

 
Donnerstag, 10.09.2015
Nach dem Frühstück um 8:30 Uhr veranstalteten wir ein Billard- und Tischtennisturnier. Zum Mittagessen gab es Geschnetzeltes mit Reis. Anschließend ging es wieder in die Innenstadt. Ein Teil der Gruppe besichtigte das Germanische Nationalmuseum, der andere das Albrecht-Dürer-Haus. Nachdem wir uns wieder getroffen hatten, gab es für jeden nochmal ein Eis. Gegen dreiviertel fünf machten wir uns auf den Weg ins Quartier. Als sich alle wieder frisch gemacht hatten, ging es zur nahegelegen Kirche „Schutzengel“, wo wir gemeinsam mit der örtlichen Gemeinde Gottesdienst feierten. Einige von uns durften ministrieren, und Kaplan Atamanyuk zelebrierte zusammen mit dem Ortspfarrer. Nach einem halbstündigen Gottesdienst ging es zurück ins Haus. Zum Abendessen gab es eine bayerische Brotzeit – mit Obatzda, Lachsaufstrich, Gemüse, Wurst und Käse. Im Anschluss hatten wir einen bunten Abend, an dem sich jeder beteiligte. Wir spielten unter anderem „Blinzeln“, „Reise nach Jerusalem“, „Blinde Kuh“ oder „Mord in der Disco“. Die beiden Köche hatten noch eine kleine Überraschung für uns vorbereitet, einen Pudding! Nach einem wunderschönen letzten Abend gingen wir um kurz nach zwölf ins Bett.


 
Freitag, 11.09.2015
Heute mussten wir wieder etwas früher aufstehen, denn um 08:00 Uhr gab es schon Frühstück. Direkt im Anschluss trafen wir uns im Gruppenraum, um die Woche noch einmal kurz zu reflektieren. Danach begannen wir, die Zimmer zu räumen, die Gruppenräume zu fegen und Bäder zu wischen. Weil alle mitgeholfen hatten, konnten wir pünktlich um halb zwölf Mittag essen. Es gab Brezen und Wiener. Um 12:15 Uhr machten wir uns auf den Weg zur U-Bahn-Station, denn unser Regionalexpress fuhr um 13:10 Uhr am Nürnberger Hauptbahnhof ab. In Ingolstadt mussten wir noch einmal umsteigen, bevor wir gegen 15:40 Uhr in Dachau ankamen. Dort empfingen uns schon unsere Eltern und Geschwister, die sich freuten, dass wir alle gesund und munter, aber müde wieder daheim waren. Nachdem wir uns voneinander verabschiedeten hatten, trennten sich unsere Wege wieder, mit dem Wissen, eine traumhaft schöne Woche erlebt zu haben.

Bericht und Fotos von Andreas Kopf