Totensonntag in Eschenried

Seit über 50 Jahren findet der Volkstrauertag in Eschenried am Totensonntag, dem Christkönigsfest, statt. Die zeitliche Verschiebung dieses Tages um eine Woche beruht auf der Begebenheit, dass der damalige Pfarrherr Ludwig Eicher, zuständig für drei Sonntagsmessen in seinem Kirchensprengel, aus Zeitnot die Bevölkerung und auch alle Vereine vom Moos am Volkstrauertag zum Totengedenken nach Mitterndorf beordern wollte. Da aber die Toten der Moosbewohner auf dem Eschenrieder Friedhof ruhen und die Vereine sich weigerten, diese Maßnahme anzunehmen, einigte man sich mit Pfarrer Eicher, den Volkstrauertag für die Vereine auf den Totensonntag zu legen. Auch heuer lief dieses feierliche Zeremoniell wie in all den Jahren zuvor ab. Treffpunkt war an der Gaststätte "Kreuzhof", wo sich der lange Zug der Vereine formierte und um 8.15 Uhr mit den Ampermusikanten Bergkirchen an der Spitze Richtung Filialkirche "Zu Unserer Lieben Frau im Moos" in Bewegung setzte.


Insgesamt 8 Fahnenabordnungen aus 10 Vereinen und mehrere Mitglieder derselben bildeten ein imposantes Bild in der überfüllten Kirche, wo Pfarrvikar Dr.Thomas Kellner die feierliche Gedenkmesse zelebrierte.


Auch der 1. Bürgermeister der Gemeinde Bergkirchen Simon Landmann, sein Amtsbruder, der 2. Bgm der Gemeinde Olching, Robert Meier, sowie Altbürgermeister Hubert Huber und Vereinesprecher Franz Marienfeld, wohnten dieser Messe bei.


Danach wurde am Ehrenmal mit einem Gebet der Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen gedacht. In seiner Ansprache erinnerte Bgm. Landmann an die beiden sinnlosen Weltkriege mit den vielen Toten und ging dann auf die aktuelle Situation der Flüchtlinge ein, von der auch die Gemeinde Bergkirchen stark betroffen ist. Al Vertreter der politischen Gemeinde legte er einen Kranz nieder mit den Worten " Ihr seid nicht vergessen !". Stellvertretend für die Moosvereine übernahm anschließend Ernst Zethner, Kommandant der Freiw. Feuerwehr Eschenried-Gröbenried, das Wort und wies kurz auf das Elend und die Toten der beiden Weltkriege hin, deren Schicksale teils nur noch aus Erzählungen der Vorfahren in der heutigen Generation weiterleben. Als Dank und des Nichtvergessenseins legte er im Namen der Freiw.Feuerwehr Eschenried-Gröbenried, der Freiw. Feuerwehr Graßlfing, der Schützenvereine"D`Wildschützen" Eschenried, "Spielhahn" Gröbenried und "Frisch Auf" Graßlfing, des FV Rot-Weiß Birkenhof, des Veteranen- und Soldatenvereins Günding, der Ampermusikanten Bergkirchen, sowie des Trachtenvereins "Immergrün" Graßlfing, einen Kranz nieder. Mit anwesend war auch der Patenverein von den Graßlfinger Trachtlern , "Alpenrösl" Allach.


Die Ampermusikanten Bergkirchen intonierten daraufhin das Lied "Ich hatt ´einen Kameraden", welches vom dreifachen Salut einer Abteilung der Gröbenrieder Böllerschützen begleitet wurde. Damit war die Gedenkfeier beendet und der Zug marschierte wieder geordnet Richtung "Kreuzhof", wo die Teilnehmer mit einem Weißwurst-Frühstück für ihr leibliches Wohl sorgten.
(Text/Fotos: Andreas Wagner)