Krippenspiel in Mitterndorf 2015

Oft kommt ja der 24.Dezember völlig überraschend und die Vorbereitungen werden hektisch. Nicht so beim Krippenspiel in Mitterndorf.Schon sechs Wochen vor dem großen Tag lud Diakon Günter Gerhardinger zum ersten Treffen ins Pfarrheim. Rund ein Dutzend Kinder hatte ein Interesse daran mitzuwirken: Erstkommunionkinder, Mitspieler der Vorjahre, Freunde. Zunächst wurde die Stelle aus der Bibel vorgelesen, um die es an Weihnachten eigentlich geht. Die Kinder durften dabei sagen, welche Rollen sich fürs Krippenspiel ergeben und welche sie gerne selbst übernehmen wollen. "In jenen Tagen erlies Kaiser Augustus den Befehl..." - und in Nu hatte sich der jüngste Mitspieler die Kaiserrolle gesichert. Rasch und im völligen Einvernehmen fanden sich Erzählerinnen, Maria, Josef, Engel, Hirten und Wirt.

Manche übernahmen auch eine Doppelrolle: Erst Kistenträger, dann Hirte. Apropos: Kistenträger - Die szenische Darstellung, die Diakon Gerhardinger zusammen mit den Kindern entwickelte, ging nämlich damit los, daß sich Kaiser Augustus seine Schatzkisten zeigen läst. Er befindet nämlich, daß viel zu wenig darin ist und erteilt den Erlass mit den Steuerlisten, die Vorgeschichte zur Herbergssuche sozusagen. Die Idee des Diakons, die Kisten mit Schokoladen-Goldtaler zu füllen, die nach der Vorstellung alle von den Mitwirkenden aufgegessen werden konnten, stieß auf ein großes Hallo. Wöchentlich wurde in der Kirche geprobt. Mütter organisierten Kostüme, soweit diese nicht schon aus dem Fundus kamen. Nach und nach lernten die Kinder ihre Texte auswenig, sie ins Mikrofon zu sprechen, an der richtigen Stelle im Stück an den richtigen Mitspieler weiterzugeben und nicht mit den Rücken zum Publikum zu spielen. Für die Herbergssuche hat sich Hr.Gerhardinger noch einen aktuellen Bezug einfallen lassen: Maria und Josef fragten auch Erwachsene in den Kirchenbänken nach einer Unterkunft für die Nacht ( eine Mutter und einen Großvater, die natürlich eingeweiht waren). Und sie wurden immer mit fadenscheinigen Ausreden abgespeist: "....nattürlich braucht Ihr einen Schlafplatz, aber doch nicht bei mir...." Den Vogel schoß der Diakon selbst ab mit der Antwort; " Da müsste ich erst die Kirchenverwaltung fragen, auch die Versicherungssache muß geregelt werden und vielleicht sind diese Räume schon reserviert- also hier geht es leider nicht...". Dank Hirten und Engel kam es dann aber doch zum wohlbekannten "Happy End" im Stall.
Wie schon in den Vorjahren sorgten zwei musikalische Väter an der Orgel und Trompete für die festliche Musik am Heiligabend. Die Gemeinde in der mehr als vollbesetzen Kirche sangen Klassiker wie "Oh du fröhliche" und "Zu Betlehem geboren". Während der Herbergssuche sorgten instrumentale Zwischenspiele mit Querflöte und Saxofon für einen weiteren feierlichen Akzent. Eingebettet in einem stimmungsvollen Gottesdienst führten die Akteuere ihr Schauspiel souverän und relativ zügig auf. Und kaum war "Stille Nacht" verklungen, gab es kein Halten mehr: Die Kinder stürtzen sich auf die Schatzkisten. Wohlverdient.
(Text/Foto: Jutta Trautmannsheimer)