Festliche Kräuterbuschen zum Frauentag

Mitten im"staaden" Urlaubsmonat August begeht man in überwiegend katholisch geprägten bayrischen Orten das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Zentrum des "Frauentages" bildet jährlich die Kräuterweihe in den Kirchen. Die Wurzeln dieses Ritus gehen weit in die heidnische Vorzeit zurück. Um 815 wurde die Weihe dann unter den Segen der Gottesmutter gestellt. Um diesen Brauch aufrechterhalten zu können, treffen sich in den Tagen zuvor freiwillige kreative Buschenbinder, die die Kräuter zu hübschen Arrangements verarbeiten. In unserer Pfarrei fand man sich am Samstagvormittag zusammen. Fleißige Helfer aus Günding und Mitterndorf erschufen die farbenfrohe Gebinde.
 
Im Mittelpunkt steht dabei je die Königskerze, um sie herum verschiedene Arten wie Lawendel und Salbei. Andere typische Kräuter, die man in den Stäußen finden könnte sind Majoran, Johanniskraut, Hopfen, Baldrian, Ringelblumen, Roter und Gelber Sonnenhut um nur einige zu nennen. Jedem Typ wird eine besondere Heilkraft zugesprochen.
Vor dem Gottesdienst wurden die Kräuterbuschen vor der Kirche zu Mitterndorf als auch in Eschenried verkauft.
 
In der Filialkirche "Zu Unserer Lieben Frau im Moos" wird zu Maria Himmelfahrt jährlich das Patrozinium begangen. Während dort das Hochfest von Dekan Wolfgang Borm zelebriert wurde, war in Mitterndorf Pfarrvikar Dr. Thomas Kellner zugegen. Beide nahmen die Weihe am Ende der Gottesdienste vor. Die belebende Wirkung der Pflanzen soll über ihr Abwelken hinaus den Geist der Gläubigen beflügeln und erhalten.
   
Allen, die die verschiedenen Kräuter an den Tagen zuvor auf den Feldern und Gärten gesammelt , zusammengestellt und dann gebunden haben, ein herzliches "Vergelt`s Gott! "
(Text: Ludwig Fußt/ Fotos: Monika Wechslberger,Andreas Wagner,Ludwig Fuß)