Im nächtlichen Licht




Am Tag vor Maria Lichtmess versammelten sich zahlreiche Interessierte aus ganz Dachau im nur von Kerzen erleuchteten Gotteshaus von St. Jakob. Bereits im vierten Jahr in Folge führte Frau Anni Härtl an einem Freitagabend im Januar oder Februar ab 21 Uhr durch unsere wunderschöne Pfarrkirche. Zu Beginn der Führung nahmen die Besucher in den ersten Bankreihen mit Blick auf den Altarraum Platz. 




Anni Härtl referierte vor den Altarstufen über die kostbare Ewiglichtampel, die ein Meisterwerk der Silberschmiedekunst darstellt, vom Augsburger Goldschmied Johann Joachim Lutz in den Jahren 1704/05 geschaffen wurde und Abbildungen des Dachauer Schlosses, der Rosenkranzkönigin und des Kirchenpatrons Jakobus zeigt.
Dann wandte sie den Blick der gebannt lauschenden Zuhörer auf die Taufsteingruppe neben dem Eingang zur Sakristei. Bei der letzten Innenrenovierung der Kirche hatte man den Taufstein vom hinteren Eingangsbereich der Kirche nach vorne verlagert, was liturgisch betrachtet zwar nicht korrekt ist, aber in Zeiten von Vandalismus auch als Vorteil zu betrachten ist. 



Die Figurengruppe von Meister Adam Luidl aus Mering aus dem Jahr 1675 zeigt die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer. Im Anschluss erläuterte Anni Härtl die beiden Seitenaltäre mit ihren farbenfrohen Mariendarstellungen im Nazarener Stil aus dem Jahr 1853.Zum letzten Teil der Führung bewegten sich alle Anwesenden mit Kerzen in den Händen, gleichsam einer Prozession, auf die Empore. Von hier bot sich ein einzigartiger Blick über das mystisch beleuchtete Kirchenschiff zum Hochaltargemälde, das die Enthauptung des Hl. Jakobus zeigt. In dieser letzten Station berichtete Anni Härtl in ihrer sehr lebendigen und die Zuhörer fesselnden Art über die Geschichte der Kirchenmusik seit den Anfängen unserer Kirche. 


Zwischen den einzelnen Erklärungen musizierte unser Kirchenmusiker Christian Baumgartner drei kurze Orgelwerke aus verschiedenen Epochen und ließ alle Anwesenden den Stress und die Hektik der vergangenen Arbeitswoche vergessen. Ein Abend zum Träumen einfach! Bei einem warmen Getränk unter der Empore klang eine mittlerweile liebgewordene Tradition im gemeinsamen Gespräch aus. Auf ein nächstes Mal!


Text und Bilder: Wolfgang Müller