Die erste Sonntagspredigt von Pfarrer Dr. Gnan in unserem Pfarrverband am 01.09.2019

 
Das Evangelium für den 22. Sonntag im Jahreskreis steht bei Lukas 14,11–14:

… „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ …
„Wenn du ein Essen gibst, lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich wieder ein und dir ist es vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.“
 
So lautete also der Predigttext für den ersten Gottesdienst unseres neuen Pfarrers Dr. Benjamin Gnan im Pfarrverband Dachau - St. Jakob. Hier einige kurze Ausschnitte aus der Ansprache von Dr. Gnan:

Meine erste Sonntagspredigt in St. Jakob! Und ich möchte zu Beginn Ihnen gleich ein bisschen Einblick in mein Innenleben geben. Keine Sorge: Dabei geht es auch um das Evangelium des heutigen Tages.

Menschen, die nicht sofort immer alles besser wissen und besser können, und die mir nicht immer den Eindruck vermitteln, ich sei sowie dumm und zu nichts zu gebrauchen, sondern die mich ernst nehmen, solche Menschen sind mir sympathisch. Und umgekehrt gehen mir die ständigen Besserwisser und Alleskönner alsbald auf die Nerven. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich dann und wann darüber freue, wenn die, die immer alles besser wissen und können, manchmal doch des Besseren belehrt werden.


Es mag sein, dass Menschen sich vor anderen Menschen groß machen und dass sie andere blenden durch ihre hervorragende „Performance“ (wie man heute sagen würde), durch ihre Repräsentation. Aber Gott lässt sich nicht blenden. Und vor Gott, das will uns Jesus sagen, ist der Mensch wesentlich sympathischer, der bescheidener ist, der seine Grenzen kennt, und der nicht danach strebt und nur ehrgeizig ist, immer mehr zu haben und zu wissen und zu können als die anderen. Aber bitte jetzt Vorsicht an dieser Stelle! Wir müssen auf eines aufpassen: Diese christliche Bescheidenheit, zu der Jesus rät, müssen wir nicht falsch verstehen im Sinne von Duckmäusertum. Es geht sehr wohl darum, dass ich meine Talente einbringen soll und darf. Aber nicht, um mich zu beweisen vor Gott und vor den Menschen, sondern um damit zu dienen. Das ist christliche Bescheidenheit. Das ist die Lebenseinstellung, die Jesus uns heute gestattet.

Und Jesus gibt uns heute zwei ganz kostbare Ratschläge für unser Leben als Christen und für unser Zusammenleben hier im christlichen Pfarrverband. Der erste Ratschlag ist: Bleibe stets bescheiden. Und bringe dich doch mit deinen Talenten ein. Der zweite Ratschlag ist: Diene selbstlos ohne Berechnung. Und achte dabei aber auch gut auf dich. Wir dürfen uns nicht so weit verausgaben, dass "die Tanks leer" sind. Ich glaube, dass wir uns diese Ermutigungen und Ermahnungen Jesu ins Stammbuch schreiben dürfen.
 
 
 D.R.