Pfarrer Reinhold Langenberger

Seelsorger der Pfarrei Mariä Himmelfahrt
Dekan des Dekanats Dachau

starb nach langer schwerer Krankheit am 22. Mai 2007
im Alter von 67 Jahren.

Im Glauben an die Auferstehung mit ihm verbunden
nehmen wir Abschied

am Freitag, den 25. Mai 2007 um 13.00 Uhr
in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Dachau

Die Beerdigung findet anschließend um 15.00 Uhr
auf dem Waldfriedhof in Dachau statt.


Josef Langenberger, mit Familie 
Wolfgang Borm, Pfarradministrator u. stellv. Dekan
Peter Schwankhart, Kirchenpfleger
Karl Mayrhofer, PGR-Vorsitzender
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Dachau  
 


Links:
Requiem für Pfarrer Langenberger am 25. Mai 2007 in Mariä Himmelfahrt
Gedenkgottesdienst zum Jahrtag am 24. Mai 2008
In memoriam Dekan Reinhold Langenberger (Sonderpfarrbrief, pdf) 

Nachruf in den "Dachauer Nachrichten"  vom 23. Mai 2007

Dekan Reinhold Langenberger verstorben
Mariä Himmelfahrt trauert um ihren Pfarrer

 

Pfarrer LangenbergerDekan Reinhold Langenberger, Pfarrer von Mariä Himmelfahrt Dachau-Süd,  ist tot. Die seit längerem befürchtete Nachricht erschütterte nicht nur seine Pfarrei, auch der ganze Landkreis ist betroffen.

Zwar nicht in Dachau geboren besuchte er hier die Schule und studierte nach dem Abitur an der damaligen Ludwigs-Oberrealschule in Dachau an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Freising und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Theologie, Philosophie und Germanistik. 1967 zum Priester geweiht trat er seine erste Kaplansstelle in Rosenheim-Oberwöhr an - sein Pfarrer dort war Graf von Soden-Fraunhofen, der nachmalige Weihbischof. Dann folgten Neubeuern am Inn und St. Sylvester in München. Anschließend trat Dekan Langenberger in den Schuldienst ein am Städt. Käthe-Kollwitz-Gymnasium in München mit den Fächern Religion, Deutsch und Schulspiel und unterrichtete dort bis zu seiner Pensionierung 2004. Zur Seelsorgsmithilfe wurde er zunächst seiner Heimatpfarrei St. Peter in Dachau zugeteilt. Doch übte er noch viele zusätzliche Tätigkeiten aus: Polizeiseelsorger, daneben stellvertretender Diözesanpräses der KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung), Präses der Kolpingsfamilie Dachau wie auch der KAB Dachau, die Ampertaler kannten ihn als ihr Mitglied wie der Lions-Club München. Seit 1998 leitete Dekan Langenberger als Pfarrer Mariä Himmelfahrt. Im März 2004 wählten ihn die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanates Dachau als Nachfolger des überraschend verstorbenen Martin Probst zum Dekan.

In diesem Amt fallen zunächst natürlich einmal repräsentative Aufgaben an, vertritt er doch die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanats nach außen. Aber er ist auch eine Art "dienstlicher Berater", fast "Dienstvorgesetzter" seiner geistlichen Mitbrüder. Das schließt natürlich auch die Vermittlung bei Meinungsverschiedenheiten ein. Eine schwierige Aufgabe gerade in unserer Zeit des Priestermangels ist es, bei Erkrankungen von Priestern in Zusammenarbeit mit dem Seelsorgereferat des Ordinariats für Aushilfen zu sorgen. Ja, und auch die monatlichen Dekanatskonferenzen und die regelmäßigen Fortbildungen fallen in den Aufgabenbereich des Dekans.

Über seine Pfarrei hinaus war Dekan Langenberger ein gefragter Prediger, aber auch mit seelsorglichen Problemen konnte man jederzeit zu ihm kommen und fand dank seines einfühlsamen Wesens Trost und Hilfe. Er war auch Mitbegründer der Notfallseelsorge und in hohem Maß besorgt um die Seelsorge im Krankenhaus Dachau. Er leistete auch Dienst in der Krankenhauskapelle. Ein großes Anliegen war ihm die Ökumene. Nicht zuletzt seiner Aufgeschlossenheit war es zu verdanken, dass zwischen der evangelischen Friedenskirche und der Pfarrei Mariä Himmelfahrt so viele gemeinsame Aktionen stattfanden, angefangen von gesellschaftlichen Veranstaltungen über die Kirchenmusik bis hin zu Ökumenischen Gottesdiensten.

Von Journalisten wurde er einmal gefragt: "Wie sollen wir Sie in dem Artikel nennen: Dekan - Geistlicher Rat - Pfarrer oder Oberstudienrat?" Seine Antwort lautete: "Langenberger heiß' ich!" Dieser Ausspruch kennzeichnet sein Wesen besonders treffend: Kein Aufheben um seine Person - volksnah - unkompliziert - ein Seelsorger im wahrsten Sinne des Wortes.

Die letzte große Genugtuung erfuhr er am 25. März 2007: An diesem Tage wurde seine Pfarrkirche wieder geöffnet. Sein großer Einsatz um die Renovierung des Gotteshauses fand ihren würdigen Abschluss.

Die Familie bittet um eine Spende für die Krebsselbsthilfegruppe Dachau, Kto. 77438 bei der Sparkasse Dachau, BLZ 700 515 40.



Ein Katholik mit evangelischer Freiheit

Nachruf für unseren Freund Pfarrer Reinhold Langenberger

Am 22. Mai dieses Jahres verstarb der katholische Dekan Reinhold Langenberger. Wir sind mit ihm und seiner Pfarrei Mariä Himmelfahrt in vielfältiger Weise verbunden gewesen. Für uns Evangelische war er der Freund, der in seiner menschlichen, wertschätzenden und zugewandten Art der katholische Garant für unser ökumenisches Miteinander gewesen ist.

Er wusste natürlich, was es alles an Trennendem zwischen katholischer Foto zum Nachruf für Pfarrer Langenbergerund evangelischer Kirche gibt. Aber das Verbindende war ihm eine Herzensangelegenheit. Dieses Verbindende hat er in unserem gemeinsamen Grund, nämlich in Jesus Christus, gesehen, das Trennende – gerade Abendmahl und Eucharistie – als ärgerlich und absurd empfunden und von der Hoffnung gelebt, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Damit verkörperte er als Katholik auch ein Stück „evangelischer Freiheit“.

Dass der Vatikan die evangelische Kirche als Kirche theologisch nicht anerkennt, wusste er natürlich. Das ist alte Lehrmeinung der katholischen Kirche und nichts Neues. Dass der Vatikan diese Meinung gerade jetzt wieder veröffentlicht, hätte ihm sicherlich Bauchschmerzen verursacht, wie so vielen anderen katholischen Freunden. Es hätte ihn wohl auch mit etwas Sorge erfüllt, aber an seiner Verbundenheit mit der Friedenskirche und an seinem Anteil des ökumenischen Miteinanders nichts geändert, da bin ich mir ganz sicher.

Vielleicht würde er angesichts der Äußerungen aus dem Vatikan sagen: „Ach, Thomas, wir machen weiter mit unserer ökumenischen Arbeit! Jeder lebe in seiner Kirche, wirke dort zum Guten und suche aus seiner eigenen Tradition brauchbare Antworten für die Fragen heutiger Menschen. Es gibt noch viel Gemeinsames, was wir machen können, immer ein Stück mehr. Und alles, was uns gelingt, ist ein Geschenk Christi, unseres gemeinsamen Grundes.“

Pfarrer Thomas Körner
Evang.-Luth. Friedenskirche Dachau
 



Foto von Pfarrer Langenberger im Presbyterium

„Dieses Bild ist bezeichnend: Wie Reinhold Langenberger lächelnd vor einer Tasse Kaffee sitzt und in die Zukunft schaut. So haben wir ihn in Erinnerung. Und ich glaube, so dürfen wir ihn auch in Erinnerung behalten.“
(Pfarrer Raimund Dettenthaler beim Gedenk- und Dankgottesdienst am 1. Juli 2007)