Kirchenführung

 
Das erste Foto dieser Seite zeigt noch die Ansicht vor dem Umbau vom November 2014. Für Fotos vom gegenwärtigen Aussehen und von der Weihe am 09.11.2014 bitte hier klicken.
 
Kirchenschiff - Blick Richtung Osten



















Inhaltsübersicht:

| Mit 40 Jahren schon unter Denkmalschutz!  (Ein erster Überblick)
| Marienstatue über dem Hochaltar
| Altar des Heiligen Josef
| Ecce-Homo-Altar
| Ambo
| Tabernakel
| Fastentuch und "Salvator Mundi"
| Kreuzweg
| Orgel
| Glocken
| Taufort und Gnadenstuhl
| Westfassade der Kirche
| Marienkapelle im Turm
| Mariensäule
| Sanierung und Renovierung

♦ Der Bau und die Weihe der Kirche werden auf der Seite "Geschichte" beschrieben.


 

Diese Seite muss zur Zeit leider ohne Fotos auskommen. Detaillierte Abbildungen von Werken der Bildenden Kunst dürfen bis 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers nur mit Zustimmung seiner Erben veröffentlicht werden. Die Erben der Künstler sind uns jedoch nicht bekannt.
Eine sehr schöne Beschreibung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Herrn Hans Schertl finden Sie aber auch unter
http://kirchenundkapellen.de/





Mit 40 Jahren schon unter Denkmalschutz!   (Ein erster Überblick)
Der Architekt Friedrich Haindl (1910–2002) war ein geradezu routinierter Kirchenplaner. Er hat nicht nur in Dachau-Süd die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, sondern bis in die 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts etliche weitere Kirchen in Oberbayern gebaut, u. a. St. Anna in Karlsfeld, Herz Jesu in Neuhausen (abgebrannt; ersetzt auf grandiose Weise von den Architekten Allmann Sattler Wappner), Maria Immaculata in Harlaching, St. Bernhard in Ramersdorf, St. Wolfgang in Landshut, St. Nikolaus in Schwaiganger bei Murnau, Pius in Moosburg und Heilig Kreuz in Dachau-Ost.

Bei der Planung von Mariä Himmelfahrt in Dachau kamen sowohl traditionelle wie auch zeittypische Elemente zur Anwendung. Traditionell sind beispielsweise der achteckige Grundriss des Kirchenschiffs (schon seit dem Barock nicht unüblich), die vorgelagerte Apsis, das umlaufende Gesims und die Doppelsäulen. Zeittypisch für die 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts sind die Fenster aus Beton-Glas-Elementen links und rechts in der Apsis, die schmiedeeisernen Apostelleuchter und die Kommunionbank. Haindl setzte fast identische Betongusssteine zum Beispiel auch bei den hohen Fenstern links im Mittelschiff seiner Kirche St. Jakob am Anger in München ein.

Die Außenansicht gibt sich konventionell. Ein gewaltiges Steildach krönt den Bau. Im Dachstuhl wurde ein Fachwerk in höchster Zimmermannskunst konstruiert. Allerdings würde man heute ein derart riskant leichtes Gebilde wohl nicht mehr wagen: Die Holzbalken sind relativ schwach dimensioniert. Die Statik wurde 1954 auf dem untersten Level berechnet.

Im Innenraum fallen sogleich die formale Klarheit und der enorme Anteil weißer Wandflächen auf. In diesem Zusammenhang muss wohl erwähnt werden, dass bei der Einweihung 1956 nur sehr wenig von der Innenausstattung schon vorhanden war. Erst seit Anfang der 60er-Jahre füllte sich das Innere nach und nach. Die Statue der in den Himmel auffahrenden Gottesmutter Maria, die heute den Gesamteindruck wesentlich beherrscht, wurde erst 1961 fertig. Die Orgel kam immerhin bereits 1959 hinzu, die Seitenaltäre 1960/61, der Kreuzweg 1962, Taufbecken und Osterleuchter 1963/64.

Ungewöhnlich, aber überzeugend gelungen, ist die asymmetrische Anordnung der geschwungenen Orgel-empore, die gemeinsam mit der Kanzel eine ausgewogene, harmonische Komposition hervorbringt. Mariä Himmelfahrt ist überhaupt eine der letzten Kirchen, die noch eine Kanzel erhielten.

Dass die Kirche seit 1996 unter Denkmalschutz stand, hing natürlich in erster Linie damit zusammen, dass sie nahezu unverändert im Stil und Zustand der Entstehungszeit erhalten geblieben war. Sie war bis Herbst 2014 ein Unikum, weil der Hochaltar trotz der Vorschriften des 2. Vatikanischen Konzils an seiner ursprünglichen Stelle verblieben war. Er wurde nicht weiter nach vorne in Richtung der Gemeinde versetzt und erhielt auch nachträglich keinen zusätzlichen Volksaltar. Der Tabernakel wurde konzilskonform vom Hochaltar auf eine "Stele" rechts vor dem Altarraum umgesiedelt.

Im Herbst 2014 wurde der Altarraum allerdings völlig neu gestaltet. Die liturgische Umgestaltung erfuhr mit der Weihe des neuen "Volksaltars" am Sonntag, 9. November 2014, ihren Abschluss. Der bisherige Altar wurde wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Er ist wieder zum Hochaltar geworden, und der Tabernakel konnte nun wie einst 1956 auf diesem Altar platziert werden. Der neue Zelebrationsaltar ist kleiner und besteht wie der Ambo von 2007 und der neue Taufbrunnen aus prismenförmigen, 15 mm bzw. 8 mm starken Aluminiumplatten. Sie alle lehnen sich damit an Richard Hubers Gestaltung der Rückwand des Presbyteriums an. [Entwürfe: Christoph Wollmann und Anton Mang, BDA, 81371 München — Ausführung: Matthias Larasser-Bergmeister, Kunstschmiedemeister und Diplom-Bildhauer, 85560 Langwied bei Ebersberg] Der Taufort wurde aus dem südwestlichen Bereich des Kirchenschiffs nordöstlich neben den Altarraum umgesiedelt.




Grundriss

Grundriss:   A = Ambo • B = Beichtstuhl • E = Ecce-Homo-Altar • G = Gnadenstuhl • H = Hochaltar
• J = Altar des Heiligen Josef • K = Kanzel • M = Marienstatue • T = Taufbecken • V = Volksaltar



Die Marienstatue über dem Hochaltar
Beim Betreten des Gotteshauses fällt der Blick auf die über dem Altartisch an der Rückwand der Apsis schwebende, in den Himmel auffahrende Patronin von Kirche und Gemeinde. Ihre Augen sind den Gläubigen der Gemeinde zugewandt. Der Faltenwurf des Kleides zeigt das Schweben der in den Himmel Aufgenommenen nach oben an. Die Arme sind zum Gebet ausgebreitet, deuten aber auch an, dass die Gottesmutter die Menschen, die heilsgewiss zu ihr aufschauen, ihrem Sohn empfiehlt. Dem andächtigen Betrachter sagt dieses Kunstwerk viel Tröstendes.

Die drei Meter hohe Statue aus Zirbelholz wurde 1961 von Professor Franz Lorch aus München geschaffen. Gefasst (d.h. farbig gestaltet, bemalt) wurde sie von dem Dachauer akademischen Kunstmaler Richard Huber, der auch die Rückwand der Apsis und die Kirchenschiffdecke gestaltete.


Altar des Heiligen Josef
Die Bildersprache des linken Seitenaltars weicht von den vielen Josefsaltären in unserem Land ab. Das Mosaik zeigt Josef den Arbeiter, als welchen ihn die Kirche seit 1955 am 1. Mai feiert. Er wird deshalb nicht mit dem Attribut der Lilie gezeigt und auch nicht mit dem Jesusknaben - als dessen Pflegevater. Beigegeben sind ihm die Werkzeuge eines Zimmermannes; aber auch die Industrie ist durch die Darstellung des ersten und ältesten Großbetriebs in Dachau, der Papierfabrik (gegründet 1862 - geschlossen 2007), dargestellt. Die Inschrift „Bete und arbeite“ gibt sinngemäß den Grundsatz des Hl. Benedikt (ca. 480 - 547 n.Chr.) für das Klosterleben wieder. Der Satz (er lautet im lateinischen Original: "Ora et labora et lege, Deus adest sine mora") stammt allerdings nicht von Benedikt selber; er wurde erst einige hundert Jahre nach seinem Tod formuliert. Die Übersetzung lautet etwa: Bete und arbeite und lies (lerne), dann hilft dir Gott (steht dir Gott bei) ohne Zögern (ohne Verzug).

Das Mosaik erinnert auch daran, dass es hauptsächlich Arbeiter waren, die in der heute kaum noch zu beschreibenden Not der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg dieses damalige Marktviertel besiedelten und unter unglaublichen Opfern ihre Häuschen bauten. Die Bayerische Pulver- und Munitionsfabrik hatte von 1915 bis 1918 Tausende von Arbeitern aus dem damaligen Königreich beschäftigt, die ab 1919 ohne Erwerb auf der Straße standen. Der Markt Dachau stand in der Statistik mit der höchsten Arbeitslosigkeit an der Spitze aller notleidenden Gemeinden im Deutschen Reich.

Das Mosaik wurde vom Dachauer Kunstmaler Otto Graßl, einem treuen Mitglied unserer Pfarrei, entworfen. Er lebte von 1891 bis 1976 und schuf auch die Fresken in der Kirche St. Peter in Dachau-Augustenfeld. Ausgeführt wurde das Mosaik von Wilhelm Dieninghoff.


Der Ecce-Homo-Altar, der sog. "Heimkehreraltar"
Das Mosaik hinter dem rechten Seitenaltar zeigt uns den gegeißelten, mit Dornen gekrönten, barfüßigen, in einen Purpurmantel gekleideten, geschlagenen, bespienen, ein Rohr als Zepter in der rechten Hand haltenden und als „König der Juden“ verspotteten Heiland. „Christus im Elend,“ sagten unsere Vorfahren. „Ecce homo,“ rief der römische Statthalter Pontius Pilatus aus, „Seht, welch ein Mensch!“ (Joh 19,5), als er den geschundenen Heiland dem tobenden Volk zeigte. In allen Evangelien ist bezeugt, dass der mächtige Römer sich scheute, das Todesurteil, das die aufgeputschte Menge forderte, auszusprechen.

Dem Betrachter dieses Altarbildes fällt sofort (rechts) neben dem geschundenen Heiland der aufsteigende Atompilz auf. Den gibt es in keiner anderen Kirche sonst. Er symbolisiert die Ängste der Menschen des 20. Jahrhunderts, insbesondere durch den Missbrauch des menschlichen Geistes und den Missbrauch der Macht durch gewissenlose Staatenlenker. Als nach dem verheerenden Ausgang des von den deutschen Nationalsozialisten angezettelten 2. Weltkriegs die Naziverbündeten in Fernost die Kampfhandlungen immer noch nicht einstellen wollten, waren im August 1945 die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki durch den Abwurf von zwei Atombomben aus Bombern der US-Luftwaffe in Schutt und Asche gelegt worden. Ein paar hunderttausend Menschen wurden getötet, Folgeschäden für die Überlebenden und die Umwelt sind bis heute nachweisbar. Und noch immer ist zu fürchten, dass gewissenlose oder fanatische Machthaber oder Terroristen diese furchtbare Waffe anwenden.

Stacheldraht und Wachturm (links) aber symbolisieren das Leid, das so viele Menschen durch den Verlust der Freiheit und ihrer Würde erfahren mussten und noch immer müssen. Hier in Dachau wird damit heute die Erinnerung an die Opfer des Konzentrationslagers der Nazis wachgerufen. Als das Mosaik in Auftrag gegeben wurde, gab es in Dachau jedoch ein solches Bewusstsein noch nicht. Die KZ-Gedenkstätte wurde erst einige Jahre später eingerichtet. Die Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft wollten das Erinnern an ihr Leiden in der Gefangenschaft wachhalten lassen. Kriegsheimkehrer waren es übrigens, die aus Dankbarkeit für ihre glückliche Rückkehr zu den großzügigsten Spendern für die Innenausstattung der Kirche gehörten.

Idee und Entwurf zu diesem nachdenklich stimmenden Altarbild aus dem Jahr 1960 stammen von dem Dachauer Künstler Richard Huber (1902 – 1982), der vielen Dachauern vertraut ist wie kein anderer unserer zahlreichen Künstler. Viele Jahre diente er als Stadtrat unserem Gemeinwesen, war der Kirche ein Leben lang verbunden, diente ihr mit seiner ihm eigenen Kunst und fühlte sich ganz als Mitglied unserer Pfarrei.

Das Mosaik wurde von Wilhelm Dieninghoff (1903 - 1984) ausgeführt. Auch in der Kapelle des Marienstifts an der Schillerstraße befindet sich ein von Dieninghoff geschaffenes Mosaik. Letzteres zeigt Christus als den Weltenherrscher. Die Kapelle feiert ihr Patrozinium am Christkönigsfest. Der Zusammenhang zwischen unserem Altar und dem im Marienstift ist unverkennbar.

Auf dem Altar stand viele Jahre noch eine geschnitzte Muttergottesfigur (Maria Königin) mit einem Lilienzepter in der rechten Hand und dem triumphierenden Jesuskind auf dem linken Arm. Dieses Kunstwerk ist jetzt im Kirchensaal aufgestellt. Es wurde im Sommer 2008 restauriert.

Ambo
Der vom Architekten Christoph Wollmann und seinen Mitarbeitern neu geschaffene, in die Stufenanlage des Altarraums integrierte Ambo (Lesepult) nimmt die geometrischen, polygonen Formen der Wandbemalung in der Apsis auf und fügt sich hierdurch wie selbstverständlich in die denkmalgeschützte Umgebung ein. Er wiederholt die in der Bemalung vorherrschenden Dreiecke und Rauten, übersetzt sie in die 3. Dimension, kehrt sie um und interpretiert sie gleichermaßen. Die Aluminiumhaut schillert je nach der Beleuchtung und dem Standort des Betrachters in den gedeckten Farbtönen von Richard Hubers Wandgemälde oder in changierenden Silbergrautönen. Damit der Ambo mehr Präsenz, also optisch mehr Gewicht und Höhe erhält, wurde er im Altaraufgang um zwei Stufen tiefer eingesetzt. Der Ambo vollführt auf diese Weise auch gleichzeitig eine Bewegung um zwei Schritte hin zur Gemeinde und schafft außerdem im Presbyterium mehr Platz für Priester und Ministranten. Die Außenhaut besteht aus 8 mm starkem Aluminium. Die Einzelteile wurden verschraubt; denn Löten oder Schweißen hätte Farbspuren hinterlassen. Die Ausführung erfolgte durch die Schmiedewerkstatt Larasser-Bergmeister in Langwied bei Ebersberg.


Tabernakel
Ein Tabernakel ist der Aufbewahrungsort der eucharistischen Brotgestalt (Hostie), die als der Leib Christi („das Allerheiligste”) verehrt wird. Die Bezeichnung leitet sich her von dem Begriff „tabernaculum” in der Vulgata, der lateinischen Bibelübersetzung. Dieses Wort wurde von Martin Luther als „Hütte” und in der Einheitsübersetzung mit „Zelt” übersetzt. Der Name Tabernakel erinnert somit an das „tabernaculum testimonii” (Offenbarungszelt). Das ist im Alten Testament das Zelt von Moses, welches im Buch Exodus in den Kapiteln 33 und 40 bis ins Kleinste beschrieben wird. In dem Offenbarungszelt wurde die Lade mit der Bundesurkunde, also den Zehn Geboten, als Allerheiligstes aufbewahrt.

Beim Tabernakel handelt es sich immer um einen kunstvoll gestalteten kleinen Schrein mit einer verschließbaren Tür. Der Tabernakel in Mariä Himmelfahrt wurde vom Goldschmied Ernst Zick aus München gefertigt und mitten auf dem Hochaltar aufgestellt. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) musste der Standort des Tabernakels verlegt werden; und zwar wurde er vom Hochaltar auf eine „Stele” am rechten Rand des Altarraums umgesiedelt. Im November 2014 ist der Tabernakel an den ursprünglichen Standort auf dem Hochaltar zurückgekehrt.




Fastentuch und "Salvator Mundi"
Das Fastentuch (volkstümlich auch „Hungertuch“ oder „Palmtuch“ genannt) verhüllte ab dem frühen Mittelalter bis ins 16./17. Jahrhundert während der Fastenzeit in allen katholischen Kirchen die bildlichen Darstellungen auf dem Altar. Das Tuch leitete sich aus dem Tempelvorhang in Jerusalem her und trennte die Gemeinde optisch vom Altarraum und den Reliquien. Dieser Brauch stellte die symbolische Trennung von Gott her, der sich in Gestalt des Allerheiligsten den Blicken der Gläubigen – zur Vergeltung für ihre Sünden – bis zur Auferstehung Jesu entzog. Zur körperlichen Buße des Fastens sollte eine seelische Buße treten. Der volkssprachliche Ausdruck „am Hungertuch nagen“ bezog sich also zunächst wohl nicht auf materielle Armut, sondern auf die als Armut empfundene Gottesferne. Das Foto unten zeigt Otto Graßls Fastentuch in der Umgebung des neu gestalteten Altarraumes (in der Fastenzeit seit 18. Februar 2015).



Der Brauch lebt vielerorts bis in die Gegenwart fort. Kirchen, in denen kein Fastentuch den Altar verbirgt, räumen in der Karwoche die Altarkerzen, das Altarkreuz und allen Schmuck aus dem Blickfeld; das Ewige Licht verlischt, die Glocken und die Orgel schweigen. Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt besitzt ein von Otto Graßl (1891 bis 1976) gestaltetes Fastentuch, also von demselben Künstler, der auch das Mosaik des Josefsaltars in unserer Pfarrkirche entwarf und dessen Wandmalereien St. Peter in Dachau-Augustenfeld schmücken. In neuerer Zeit nehmen Hungertücher auch Bezug auf die akuten Hungersnöte in den Entwicklungsländern. Der Alltag in den armen Ländern der Dritten Welt wird mit Darstellungen biblischer Motive verknüpft.

Nach Ostern wird in den Kirchen ein Bildnis des auferstandenen Heilands gezeigt (Foto links). Es ist entweder ein „imago pietatis“ (Erbärmde-Heiland), eine Figur, die zwar aufrecht steht, die aber die Spuren des Leidens am Kreuz zeigt. Oder der Heiland wird dargestellt als „Salvator Mundi“, als Welterlöser mit der Siegesfahne in der rechten oder linken Hand. Diese Figur zeigt keinerlei Schmerz mehr, sondern sie ist gekennzeichnet durch den Strahl der Glorie. In der Osterzeit ist in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt entweder der „Salvator Mundi“ oder der "Erbärmde-Heiland" aufgestellt. Die andere Figur ist dann aber jeweils im „Wohnzimmer", einem Gruppenraum im Pfarrhaus, zu sehen.

Kreuzweg
Als Kreuzweg (den Weg Jesu mit dem Kreuz) bezeichnet man die Nachbildung der vierzehn (ursprünglich sieben) Stationen des Leidensweges Christi auf der Via Dolorosa (Schmerzhafte Straße) in Jerusalem. (Manch eine Kirche kann sogar 15 oder gar 16 solcher Stationen vorweisen.) Die zwölf schmiedeeisernen „Apostelleuchter“ bilden eine Einheit mit dem Kreuzweg. Ihre Kerzen brennen nur an hohen Festtagen und am Jahrestag der Weihe der Kirche. Sie erinnern an die zwölf Apostel („Sendboten“), die Jesus selber zur Verkündigung seiner Lehre ausgewählt hatte. Nach dem Verrat und Tod des Judas wurde Matthias durch die Urgemeinde hinzugewählt (Apg 1,15-26). Paulus, der „Apostel der Heiden“, zählt nicht zu diesen zwölf Jüngern, obwohl er sich selbst als von Christus unmittelbar berufen verstand (Gal 1,1+12).

Unsere 14 Kreuzwegstationen aus dem Jahr 1962 stammen von Therese und Erhard Hößle (Ebertshausen). Es handelt sich um Zellenschmelz-Emailplatten, 19 mal 19 cm groß. Auf einer Eichenholzplatte ist jeweils ein dünnes Messingblech fixiert. Darauf wurde unmittelbar das Bild aus Emaille (und zum Teil aus Schildpatt) aufgebracht. Als Folge der Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen in der Kirche begann das Holz zu arbeiten, sich zu verformen. Das Blech war formbar und flexibel genug, den Bewegungen des Holzes zu folgen. Aber Emaille ist starr und musste wegen der Veränderungen im Untergrund zwangsläufig abblättern oder zerbröseln. Sachverständige erklärten zunächst zwar, die Stationen seien irreparabel. Deshalb waren die zerstörten Tafeln jahrelang durch inhaltlich passende Kinderzeichnungen überklebt. Doch glücklicherweise ist in der Münchner Dependance der Werkstatt von Elena Agnini die erfolgreiche Restaurierung bei fast allen Emailplatten gelungen. Dabei wurde der Untergrund um eine zusätzliche Schicht aufgestockt, die Materialbewegungen auffangen und dämpfen kann. Nur zwei Tafeln des Kreuzwegs, die nicht mehr zu retten waren, mussten anhand der verbliebenen minimalen Reststücke mit viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung mühevoll rekonstruiert werden.

Wenn Sie dem Kreuzweg folgen möchten, wollen Sie wissen, was auf den einzelnen Tafeln dargestellt ist. Die vierzehn Stationen zeigen: 1 Jesus wird zum Tode verurteilt. 2 Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.
3 Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz. 4 Jesus begegnet seiner Mutter. 5 Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. 6 Veronika reicht Jesus das Schweißtuch. 7 Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
8 Jesus begegnet den weinenden Frauen. 9 Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. 10 Jesus wird seiner Kleider beraubt. 11 Jesus wird ans Kreuz geschlagen. 12 Jesus stirbt am Kreuz. 13 Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt. 14 Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt. (Die Stationen 3, 4, 6, 7 und 9 werden nicht in den Evangelien erwähnt.) Die Tafeln in unserer Kirche sind nicht nummeriert. Folgen Sie dem Weg im Uhrzeigersinn, beginnend am Seitenaltar vorn rechts.



OrgelDie Orgel
Am 13. Oktober 2013 erklang die alte Staller-Orgel (Foto links) zum letzten Mal im Gottesdienst.  Am 16. Oktober wurde sie aus der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ausgebaut (Beschreibung hier).  Das klangschöne Instrument war im Jahr 1959 von der Firma Staller mit Nachkriegsmaterialien und dünnwandigen Pfeifen gebaut worden. Die 1.300 Ledermembranen waren im Laufe der Jahre brüchig, trocken und undicht geworden. Viele Elektrokontakte sind oxidiert und verbrannt. Große Verzögerung zwischen Tastendruck und dem Erklingen eines Tones waren die Folge, und das beeinträchtigte jedes Orgelspiel extrem.

Die neue Orgel (Foto unten: Erwin Kopf) wurde von der Firma Christoph und Matthias Kaps in Eichenau bei München gebaut. Hier finden Sie ein Video vom Baufortschritt. Die Einweihung und Segnung wurde am 25. Oktober 2015 in einem Festgottesdienst durch Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger vorgenommen.  Den Bericht von der
  Einweihung finden Sie hier.
Zur Disposition der Kaps-Orgel gelangen Sie mit einem Klick hier. Die Grußworte des Weihbischofs, des Pfarrers und des Kirchenpflegers zu dem Ereignis sind hier nachzulesen. Beschreibung der neuen Kaps-Orgel durch die Orgelbauer mit allen Details: bitte hier herunterladen!

Foto: ERwin Kopf

Die Glocken
Der Kirchturm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Dachau beherbergt sechs Glocken der Firma Perner, die elektronisch betrieben werden. Auf  YouTube  sind sie einzeln und als Geläut gemeinsam zu sehen und zu hören. (Der Glockenliebhaber "Glockenfampf" hat das Video hochgeladen. Bitte geben Sie nicht vorzeitig auf – die ersten 40 Sekunden fehlt der Ton.)

* Heiliggeistglocke (Festglocke)
1963, 2900 kg, Ton: H, Durchmesser 167,5 cm, Aufschrift: Ich lege meinen Geist in euch, damit ihr zum Leben erwachet.

* Marienglocke
1958, 1750 kg, Ton: d', Durchmesser 141,5 cm, Aufschrift: Patronin voller Güte, uns alle Zeit behüte.

* Hedwigsglocke (Angelusglocke)
1958, 900 kg, Ton: fis', Durchmesser 113 cm, Aufschrift: Herr, du bist meine Zuflucht in den Tagen der Trübsal. (Bezug zu den vielen heimatvertriebenen Pfarreiangehörigen)

Foto rechts: Glockenweihe 1958

* Josefsglocke (Wandlungsglocke)
1958, 600 kg, Ton: a', Durchmesser 94 cm, Aufschrift: Unser Händewerk lass gelingen, o Herr.

* Herz-Jesu-Glocke (Totenglocke)
1958, 400 kg, Ton: h', Durchmesser 84 cm, Aufschrift: Ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.

* Schutzengelglocke (Taufglocke)
1958, 300 kg, Ton: d', Durchmesser 71 cm, Aufschrift: Begleite uns auf allen Wegen.



Der neue Taufort und der Gnadenstuhl
Das ursprüngliche Taufbecken aus Messing von Erhard und Therese Hößle (Ebertshausen) und der Osterleuchter (1963/64) hatten im Zuge der Renovierung 2006/2007 ihren Platz unter der Empore auf der rechten Seite des Kirchenschiffs erhalten. Das Taufbecken stand dort auf einer neuen, hellen, kreisrunden Steinplatte; die neue Leuchte in der Decke darüber bescherte dem Ort einen intensiven Lichtkegel.

Der Taufort wurde im November 2014 aus diesem südwestlichen Bereich des Kirchenschiffs nordöstlich neben den Altarraum umgesiedelt. Der neue Taufbrunnen aus prismenförmigen, 8 mm starken Aluminiumplatten lehnt sich damit ebenso wie der Ambo und der neue Volksaltar an Richard Hubers Gestaltung der Rückwand des Presbyteriums an. [Entwürfe: Christoph Wollmann und Anton Mang, BDA, 81371 München — Ausführung: Matthias Larasser-Bergmeister, Kunstschmiedemeister und Diplom-Bildhauer, 85560 Langwied bei Ebersberg]

In die Wand eingelassen sind die Messingschreine, in denen die heiligen Öle aufbewahrt werden. Sie wurden in der Schmiedewerkstatt Larasser-Bergmeister (Langwied bei Ebersberg) gefertigt.

An der Stelle eines früheren Nebeneingangs in die Kirche wurde ein farbenfrohes Glasfenster geschaffen. Die Mittelteile dieses Glasfensters mit dem „M“ (Maria) unter einer Krone und mit der Taube als Symbol für den Heiligen Geist („Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.“ Matth 3,16; „Und der Heilige Geist kam sichtbar Gnadenstuhlin Gestalt einer Taube auf ihn herab.“ Luk 3,22) waren zuvor schon als wenig beachtete kleine Fensterluken im Turmbereich vorhanden gewesen. Um die alten blauen Hintergrundscheiben herum, die trotz intensiver Reinigungsversuche noch an den leichten Blindschatten zu erkennen sind, wurden zur Abrundung neue, türkisfarbene Segmente angefügt.

Durch einen aufgesetzten, mehr als mannshohen Streifen aus einem groben, in hellem Grau gehaltenen Putz, der am Glasfenster beginnt, ist in diesen Taufbereich auch der neu erworbene gotische "Gnadenstuhl" integriert: ein sitzender Gottvater, der den toten Heiland auf dem Schoß hält.

Das einst gängige Gnadenstuhlmotiv ist eine Veranschaulichungsform der Dreifaltigkeit in der christlichen Kunst – von der Romanik über die Gotik bis hin zum Barock. In den meisten Fällen besteht die Darstellung aus allen drei Elementen: 1. Christus am Kreuz (Kruzifix) oder Christus mit den Wundmalen der Kreuzigung, 2. Heiliger Geist (symbolisiert z. B. durch eine Taube) und 3. Gottvater auf dem himmlischen Thron. Gottvater zeigt dem Betrachter den am Kreuz gestorbenen Christus als denjenigen, der für die Sünden der Menschen am Kreuz gelitten hat. Der Heilige Geist steht im Kunstwerk zwischen Gott und Christus. Die Aussage lautet: Man kann nur direkt vor den Thron Gottes gelangen, wenn man den Zugang über Christus wählt.

Beachtenswürdig ist, dass das Kunstwerk wohl aus der Schule des berühmten Meisters Erasmus Grasser stammt. Erasmus Grasser ist der Schöpfer der Beweinungsgruppe im Freisinger Dom; auch die Münchener Moriskentänzer sind Grassers Werk. Betrachten Sie zum Gnadenstuhl - ChristusBeispiel die Übereinstimmungen in den Augenpartien oder bei der Haltung der Füße des toten Heilands mit den entsprechenden, typischen Elementen bei Grasser und seinen Epigonen. Dank der großherzigen Spende eines Kirchennachbarn konnte dieses kostbare Kunstwerk angeschafft werden.

Das Standbild mit Gottvater und Christus befand sich ursprünglich in Österreich in einer Kapelle, die aber durch Kriegseinwirkungen und Brand zerstört worden ist. Ein Bauer hat die Figur vor Urzeiten gerettet und eine Zeitlang bei sich aufgestellt. Irgendwann ist sie dann im Kunsthandel aufgetaucht. Es handelt sich um eine echt gotische Figur aus Birnbaumholz. Es wurde nichts nachgeschnitzt, und es ist auch nicht viel verändert oder ausgebessert worden. Jedoch ist es durchaus denkbar, dass ursprünglich einmal isoliert über dieser Figurengruppe die Taube des Heiligen Geistes schwebte, die aber später – vielleicht bei oder nach der Bergung aus der Kapelle in Österreich – verloren ging. Eine Beschreibung (Originaltonaufnahme mit Pfarrer Reinhold Langenberger) ist mit dem Link abrufbereit. Den Text der Aufnahme zum Nachlesen finden Sie   hier.



Westfassade der Kirche am Heideweg
An der Außenfassade sind farbige Keramik-platten mit verschiedenen Darstellungen zum Thema „Menschen der heutigen Zeit auf dem Weg zu Christus“ angebracht. Dieses Dekor hat der Dachauer Keramiker und Bildhauer Gerd von Stokar entworfen und gefertigt.

Im schweren Metallportal sind außen reliefartig christliche Symbole zu erkennen: das Auge in einem Dreieck als Sinnbild für die Trinität, das Kreuz, außerdem der Erdkreis und drei parallele Wellenlinien. Die Türklinken sind als stilisierte Fische ausgeführt.

Die eucharistischen Fische sind ein weit verbreitetes Bildmotiv bereits in der frühchristlichen Kunst. Das Fischsymbol war möglicherweise auch das unverfängliche, geheime Erkennungszeichen der Christen untereinander während der Zeit der Christenverfolgung. Das griechische Wort für Fisch ιχθύς ("i-ch-th-ý-s") enthält ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis, wenn man die Buchstaben I·Ch·Th·Y·S als Anfangsbuchstaben der Wörter "Iesous Christos Theou Yios Soter" (Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser) liest.


Marienkapelle im TurmMadonnenfigur in der Turmkapelle
Die Marienkapelle im Turm ist der Muttergottes geweiht. Herzstück der Kapelle ist eine farbig gefasste "Sitzende Madonna", die um die Mitte des 15. Jahrhunderts aus Lindenholz geschnitzt wurde, sehr wahrscheinlich in Niederbayern. Maria, mit einer Krone auf dem Haupt und in einen goldfarbenen Umhang gehüllt, sitzt auf einem Thronschemel. Mit ihrem rechten Arm stützt sie das nackte Jesuskind, das auf ihrem rechten Oberschenkel steht, in der linken Hand wiegt sie einen Apfel. Die Marienfigur spielt mit dem Apfel auf das Paradies mit dem Baum der Erkenntnis und auf den ersten Sündenfall an.

Die Darstellungsweise unserer Madonna aus der Gotik ähnelt in einigen typischen Merkmalen den Madonnen, darunter auch Schwarzen Madonnen, die schon in der Epoche der Romanik anzutreffen waren: Auch sie sind oft ca. 70 cm hoch, sitzen aufrecht und blicken aus großen Augen starr in die Ferne. Ihre Hände bzw. die Finger sind häufig übertrieben lang. Sie halten ein nach vorn schauendes Kind auf dem Knie. Dessen Gesicht ist aber nicht das eines kleinen Kindes, sondern eher das eines jungen Mannes. Später, ab der Epoche des Barock und der Gegenreformation, werden die Marienstatuen praktisch ausschließlich entweder stehend als Himmelskönigin oder – ohne Kind – als Immaculata („Unbefleckte”) ausgeführt. Eine solche Darstellung, also Maria als Himmelskönigin mit einem triumphierenden Jesuskind auf dem Arm, können Sie in unserem Kirchensaal betrachten.

In einer kunsthistorischen Expertise zur Muttergottes in unserer Turmkapelle heißt es: „Ihr Blick, der etwas schwermütig in die Ferne schweift, scheint bereits den Erlösungstod ihres Sohnes vor Augen zu haben und weist somit auf die Passion Christi hin. Auch die Haltung des Christusknaben wird weniger durch kindliche Unbefangenheit als durch wissende Voraussicht bestimmt. Trotz der auf die Passion anspielenden Stimmung vermittelt die Figurengruppe den Eindruck von Güte und christlicher Hoffnung.“

Die Anschaffung der Figurengruppe konnte im Jahr 2002 durch Spendenmittel realisiert werden. Eine Beschreibung zur Geschichte des Ankaufs (Originaltonaufnahme mit Pfarrer Reinhold Langenberger) ist mit dem Link abrufbereit. Den Text der Aufnahme zum Nachlesen finden Sie   hier.


Mariensäule
MariensäuleDie Schenkung eines verstorbenen Pfarrangehörigen ermöglichte es der Pfarrei, im Jahre 1980 eine Mariensäule draußen vor der Kirche zu errichten. Sie wurde von Andreas Eich aus Oberammergau gestaltet.









Die wichtigsten Sanierungs- und Bauarbeiten vor 2006
In den vergangenen Jahren sind mehrere kostspielige Baumaßnahmen unumgänglich gewesen:
- Der Glockenturm wurde grundlegend saniert,
- die Aufhängung der Glocken und ihrer Klöppel gesichert,
- die Turmuhr instand gesetzt und
- im Kirchenraum eine neue Heizungsanlage installiert.
- Die baufällige Sakristei wurde abgerissen und neu in einem Anbau errichtet und
- ein Kirchensaal mit einem großzügigen Foyer und Nebenräumen gebaut.
- Die Madonna über dem Hochaltar wurde restauriert und
- im Turm die Marienkapelle geschaffen und geweiht.
- Auch die Kirchenbänke wurden ausgebessert.
- Die Ministranten renovierten und möblierten ihren eigenen "Miniraum".

Die umfassende Renovierung von 2006/2007
Zur Wiedereröffnung im Frühjahr 2007 strahlt das Gotteshaus in ganz ungewohntem Glanz. Zitat aus dem Grußwort im Osterpfarrbrief 2007: “Was Architekten und Handwerker geleistet haben, ist genial. Noch nie habe ich unsere Pfarrkirche so schön erlebt! Sie erscheint mir wie ein ‚Haus aus Licht‘ ... Es ist wie ein steinernes Symbol für die Bedeutung von Ostern.“ Was ist im Einzelnen unter den Architekten Christoph Wollmann und Anton Mang bei der Renovierung 2006/2007 geschehen?

>> Der gesamte Innenraum wurde frisch geweißelt. Alle Wandmalereien und Mosaiken wurden saniert. Hier einige Details dazu:

Das Deckengemälde von Richard Huber, das die Raumatmosphäre des achteckigen Langhauses wesentlich mitbestimmt, litt seit Langem unter störenden und zerstörerischen Rissen. Und helle Flecken beeinträchtigten mehr und mehr die Wirkung. Die Farbe begann sich vom Untergrund zu lösen, denn Huber hatte die Arbeit vor gut 50 Jahren nicht in der Technik des Fresko – also nicht auf noch feuchtem Putz – ausgeführt, sondern „al secco“.

Unter einer Holzbalkendecke befinden sich Bretter, auf deren Unterseite der Putz aufgetragen ist. Auf dem getrockneten Putz haftet die Farbe aber nicht über Jahrzehnte. An vielen Stellen ließ sich bereits die Farbe wie Puder wegwischen. Wenn im Winter die Kälte vom Dach her mit der wärmeren Innentemperatur in Berührung kam, traten im Holz außerdem Spannungen auf, die sich verhängnisvoll auswirkten: Sie verursachten die Risse. Künftig soll die neu eingebaute Wärmedämmung unter dem Dach dieses Problem abstellen. Und Lüftungsschächte mit automatischen Klappen, die sich oberhalb der Decke hinter den vier schwarzen Dreiecken verbergen, sorgen für ein gesundes Klima. Zwei Restauratoren haben die Fugen im Mörtel geschlossen, den Untergrund gesichert, die gesamte Fläche mit feinen Pinseln vom Staub gereinigt und die beschädigten Stellen retuschiert.

Die Malereien in der Apsis und an der Brüstung der Empore konnten nicht erhalten werden. Sie wurden originalgetreu vollständig neu ausgeführt. Die Altarrückwand war an mehreren Stellen stark beschädigt. Eine Teilsanierung kam nicht in Frage, weil ein Konglomerat aus alten und neu bemalten Flächen die Komposition und den Gesamteindruck gestört hätte. Für die Neugestaltung der Emporenbrüstung dienten alte Fotos, auf denen das ursprüngliche „Strickmuster“ erkennbar war, als Vorlage.

Die Mosaiken der Seitenaltäre waren von Haus aus absichtlich aus stumpf wirkendem Naturstein – mit einigen wenigen glasierten Stücken dazwischen – erstellt worden. Ein Jahrzehnte später aufgebrachter Firnisüberzug sollte wohl dem Anblick nachträglich Glanz verleihen. Dieser Belag wurde nunmehr abgenommen, weil er dem Werk Schaden zufügte und außerdem unansehnlich vergilbt war. Bei der Restaurierung der Verfugung ging man sehr behutsam vor und führte sie dezent und nicht in einem einheitlichen Grauton aus, um zu vermeiden, dass das Fugengitter beim Hinsehen dominiert.

>> Ein neuer Ambo wurde in die Stufenanlage des Altarraums eingepasst, da der bisherige aus einer anderen Kirche stammte und dorthin wieder zurückkehren sollte. Im November 2014 wurde dieser neue Ambo von der linken auf die rechte Seite des Altarraums umgesiedelt.

>> Das Ewige Licht ist jetzt, entsprechend der Ursprungsform, an der linken Mauerstirn angeordnet; der Tabernakel verblieb jedoch bis November 2014 an der bisherigen Stelle rechts vor dem Altarraum.

>> Taufbecken und Osterleuchter hatten bis November 2014 ihren Platz unter der Empore auf der rechten Seite erhalten. In diesen Bereich ist weiterhin der neu erworbene gotische Gnadenstuhl integriert.

>> Der Beichtstuhl ist in einer Schreinerwerkstatt restauriert worden. Er wurde anschließend an seinem neuen Standort in der Seitennische auf der linken Seite unterhalb der Empore wieder aufgebaut.

>> Die gesamte Elektroanlage und die Beleuchtung des Kirchenschiffs und des Presbyteriums wurden erneuert.

Im Herbst 2014 wurde der Altarraum abermals völlig neu gestaltet. Die liturgische Umgestaltung erfuhr mit der Weihe des neuen "Volksaltars" am Sonntag, 9. November 2014, ihren Abschluss. Der bisherige Altar wurde wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Er ist wieder zum Hochaltar geworden, und der Tabernakel konnte nun wie einst 1956 auf diesem Altar platziert werden. Der neue Zelebrationsaltar ist kleiner und besteht wie der Ambo von 2007 und der neue Taufbrunnen aus prismenförmigen, 15 mm bzw. 8 mm starken Aluminiumplatten. Sie alle lehnen sich damit an Richard Hubers Gestaltung der Rückwand des Presbyteriums an. [Entwürfe: Christoph Wollmann und Anton Mang, BDA, 81371 München — Ausführung: Matthias Larasser-Bergmeister, Kunstschmiedemeister und Diplom-Bildhauer, 85560 Langwied bei Ebersberg] Der Taufort wurde aus dem südwestlichen Bereich des Kirchenschiffs nordöstlich neben den Altarraum umgesiedelt.

Texte, Bilder und Tonaufnahmen (außer Glockengeläut und Video): Dieter Reinke