Gebete der Religionen - interkulturelles Begegnungsfest

 

Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie wird von den Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten und Integrationsbeauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. Während der Interkulturellen Woche treffen sich jedes Jahr zahlreiche gläubige Menschen in mehr als 400 Städten, Landkreisen und Gemeinden bei rund 4.000 Veranstaltungen.
 
 
 
In Dachau beteiligten sich am Samstag, 24. September 2011, ab 15:00 Uhr auf dem Pfarrplatz bei St. Jakob: die katholischen und evangelischen Gemeinden, die griechisch-orthodoxe Gemeinde, die türkisch-islamische Gemeinde, der Arbeitskreis Asyl und Bewohner der Sammelunterkunft an der Kufsteiner Straße.
 
 
 
Die Gebete der Religionen in Dachau hatten katholische, evangelische und griechisch-orthodoxe Geistliche sowie der türkisch-muslimische Verein vorbereitet. Außerdem gab es ein Kulturprogramm und internationale Speisen. Der afrikanische Chor Lisanga aus München, ein Chor madagassischer Sängerinnen, eine griechische Tanzgruppe und die Blaskapelle Schönbrunn wirkten mit.
 
 

Pfarrer Wolfgang Borm als Gastgeber beschrieb in seiner Begrüßungsansprache das Wunschbild einer Gesellschaft, deren Lebensgrundlage nicht bloß auf einem „geduldeten Nebeneinander“ beruht. Herkunft und Religion dürfen nicht Ausgangspunkt von Auseinandersetzungen werden. Bereitwillig solle jeder „den Anderen gelten lassen“, auch wenn man mit dessen Gedankenwelt nicht vertraut sei. Die Hoffnung der Menschen auf Frieden muss ernst genommen werden. Die Wurzel für die Zuversicht des Gelingens liegt im Vertrauen darauf, dass alle wahrhaften Bemühungen von Gott getragen werden. Die Kraft der Sehnsucht und der gute Wille ebnen diesen Weg.
 
 

Nacheinander – aber nebeneinander stehend – trugen der griechisch-orthodoxe Erzpriester Antonios Vichos, der römisch-katholische Pater Cornelius Heinrich Denk und die evangelische Pfarrerin Elisabeth Schulz ihre Gebete vor. Gemeinsam und gleichzeitig sprachen sie die Schlussformel: „Denn Dir, Schöpfer, sei Lob, Ehre, Dank und Preis. In Ewigkeit. Amen.“
 
 

Der Dachauer İmam Hüseyin Yaşar von der Etzenhausener Moschee betete anschließend mit Texten aus dem Koran. Mustafa Denel, der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Verein e.V. Dachau, sprach einführende Worte und übersetzte die Texte der Gebete ins Deutsche. Er lud alle Teilnehmer ein, am Tag der Offenen Moschee, dem 3. Oktober 2011, zwischen 12 und 19 Uhr nach Etzenhausen zu kommen.
 
 

Das Interkulturelle Begegnungsfest klang aus mit Darbietungen der Musik- und Tanzgruppen und mit freimütigen Gesprächen bei internationalen Speisen. Für die Zubereitung des Festschmauses hatten die Bewohnerinnen und Bewohner der Asylbewerberunterkunft mit Fantasie und Fleiß gesorgt. Stadtrat Horst Ullmann, Stadtrats-referent für Integration, und Rose Kraus vom Arbeitskreis Asyl hatten es ihnen ermöglicht.
D.R.
 
Bitte beachten Sie auch unsere Sonderseite aus diesem Anlass:  Interreligiöses Beten?