Bolivien

Ludwig Fuß berichtet beim Seniorennachmittag über seinen Besuch in Bolivien



Vergangenen November besuchte Herr Fuß seinen langjährigen Schulfreund Robert Hof in Bolivien. In Concepcion, einem kleinen Ort 280 km nordöstlich v. Santa Cruz ist er als Pfarrer in einem mehrköpfigen Seelsorgerteam für den gleichnamigen Pfarrverband tätig.

Doch die Dimensionen sind in diesem riesigen tropisch-warmen Land anders gelagert. Über 50 einzelne kleine Gemeinden, bis zu 100 km von der Zentralpfarrei entfernt, gilt es dort regelmäßig zu besuchen. Mit den Leuten vor Ort auch über Dinge wie Trinkwasser, Ziegelbau an Dächern und andere entwicklungspolitische Maßnahmen zu reden, um aus den sehr einfachen Siedlungen menschenwürdigere Stätten zu machen. Die nicht asphaltierten Wege machen es den Geistlichen vor allem in der Regenzeit manchmal sogar unmöglich zu den entfernteren Orten zu gelangen, sodass in jeder Gemeinde ein sogenannter „Leader“ (entspricht unseren Wortgottesdienstleiter) aus den eigenen Dorf bei Bedarf die Seelsorger vertreten kann. Diese werden in der Zentralpfarrei Concepcion eigens dafür geschult.



Die dort befindliche Kathedrale, auch als „Urwaldkathedrale“ bezeichnet, da sie mitten in der tropischen Umgebung aus dem Dickicht des Regenwaldes geschlagen wurde, gilt seit 1990 als Weltkulturerbe und zeigt die tiefe Verbundenheit der Gemeinde mit dem christl. Leben. Viele Einheimische, Nachfahren der Chiquito-Indianer sind äußerst musikalisch und handwerklich in der Schnitzkunst begabt. Herr Fuß erlebte während seines kurzen Aufenthaltes eine innige und leidenschaftliche Aufnahme, eine tiefe Religiosität, wie sie bei uns in unserer doch sehr vom Konsum geprägten Gesellschaft manchmal leider vermisst wird.


Unter  einfachsten Bedingungen werden Gottesdienste, teils in Stall ähnlichen Behausungen, gefeiert. Leider wird jedoch durch das massive Abholzen der Bäume, teils durch die Regierung gelenkt, ein immenser Schaden in dieser Region immer mehr sichtbar, den die Wiederaufforstung, die durch Pfarrei interne Programme betrieben wird, kaum auszugleichen vermag. Ebenso versuchen auch zahlreiche Sekten in dieser Gegend Fuß zu fassen und die einfache Bevölkerung von ihren Endzeitreligionen zu überzeugen.






Robert Hof vollzieht übrigens diesen pastoral-entwicklungshelferischen Dienst seit 2008 und wird wohl erst wieder 2015 nach Deutschland zurückkehren.


Eine schöne interessante Zeit war es auf jeden Fall für Herrn Fuß, deren Eindrücke wohl noch länger haften bleiben.

                                                (Bericht und Fotos: Ludwig Fuß)